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Mengenberechnung Torf fürs Moorbeet


Blattlaus

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Blattlaus

Hallo zusammen,

 

wir planen gerade ein Moorbeet mit den Maßen 2 m x 1 m x 0,5 m tief.

 

Kann Jemand ungefähr abschätzen wieviel Torf da ungefähr benötigt wird? 
Natürlich kommen unten noch Töpfe als Wasserspeicher hinein. 
 

Liebe Grüße 🖖 

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Hi Blattlaus,

20cm = 2dm Pflanztiefe reichen aus. Wenn du das mit deinen Maßen der Grundfläche verrechnest, kommst du auf 400dm³ = 400 liter.

 

VG, Daniel

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Berni Toller

Wenn du es ganz richtig machen willst, würde ich dem Torf bisschen Zeit geben, sich zu setzen. Danach kannst du nochmal nachfüllen.

 

Viele Grüße

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Carsten Paul
vor 30 Minuten schrieb Spitzi:

Hi Blattlaus,

20cm = 2dm Pflanztiefe reichen aus. Wenn du das mit deinen Maßen der Grundfläche verrechnest, kommst du auf 400dm³ = 400 liter.

 

VG, Daniel

 

Bei 2m² Grundfläche halte ich 400 Liter für eine extrem optimistische Schätzung...

 

Klar brauchen die Pflanzen "nur" 20 cm Wuchstiefe, die ursprünglich geplanten 50cm halte ich aber dann doch für sinnvoller, gerade wenn man noch einen entsprechenden Wasserspeicher integrieren möchte.

Trotz Wasserspeicher wirst du dich da aber bei >1000 Liter bewegen, denn wie Berni schriebt: auffüllen -> setzen lassen -> nachfüllen...

 

Viele Grüße

Carsten

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vor 3 Minuten schrieb Carsten Paul:

 

Bei 2m² Grundfläche halte ich 400 Liter für eine extrem optimistische Schätzung...

 

Klar brauchen die Pflanzen "nur" 20 cm Wuchstiefe, die ursprünglich geplanten 50cm halte ich aber dann doch für sinnvoller, gerade wenn man noch einen entsprechenden Wasserspeicher integrieren möchte.

Trotz Wasserspeicher wirst du dich da aber bei >1000 Liter bewegen, denn wie Berni schriebt: auffüllen -> setzen lassen -> nachfüllen...

 

Viele Grüße

Carsten

 

Ok, ich hätte vielleicht dazuschreiben sollen, dass man die Zwischenräume zwischen den Wasserspeichern auch mit Blähton ausfüllen kann. Hab ich so gemacht. Funktioniert einwandfrei und reduziert die benötigte Torfmenge. 

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Gordon Shumway
vor 46 Minuten schrieb Spitzi:

 

Ok, ich hätte vielleicht dazuschreiben sollen, dass man die Zwischenräume zwischen den Wasserspeichern auch mit Blähton ausfüllen kann. Hab ich so gemacht. Funktioniert einwandfrei und reduziert die benötigte Torfmenge. 

 

Blähton in der Größenordnung wird aber ganz schön ins Geld gehen, oder?

 

Noch dazu wird es sich vermutlich noch stärker über einen langen Zeitraum setzen, da der Torf in die Zwischenräume rutscht.

 

Habe in einer Moorwanne schon mal Pinienrinde als erste Schicht verwendet.

Geht prinzipiell ganz gut, aber ich habe den Eindruck, dass es dem Sphagnum nicht gut bekommt und zu unansehnlich braun-schwarzen Triebspitzen führt...

 

Schönen Gruß,

Ralph

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Wenn du Torf sparen willst, tun es auch 10cm über dem Wasserspeicher. Ich habe bei mir stellenweise 4-5cm und keinerlei Nachteile.

Meiner Meinung nach ist eine möglichst dünne Torfschicht sogar förderlich aus folgenden Gründen:

- weniger anaerobe organische Schicht -> weniger Fäulnis. Wichtig vor allem für Darlingtonia

- mehr Wasserspeicher und langsameres Absinken des Wasserspiegels

- Konstantere Substrattemperatur

- Weniger Tannine, die dem Sphagnum zusetzen und die Spitzen schwarz färben

- Geringere Kosten

- Und natürlich der Umweltaspekt

 

Wie viel Torf du brauchen wirst hängt stark von der Form und Passgenauigkeit deiner Wasserspeicher ab. Das lässt sich im Moment nur sehr sehr grob abschätzen.

 

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Nordhesse

Und ganz wichtig ist auch was für Torf du kaufst.

Es gibt ja auch so 60 Liter Säcke etc. Da ist der Torf relativ locker drin.

Ich habe immer nur Ballen (225 Liter) gekauft. Da kann man tatsächlich sagen, dass aus 225 Liter auch wirklich 225 Liter gefüllt werden können, da diese Ballen stark gepresst sind.

 

Gruß Lukas

Edited by Nordhesse
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Insectivorophilia

Die Wasserspeicher würde ich sehr groß ansetzen, vielleicht sogar umgedrehte kleine Mörtelwannen nehmen, durchlöchert, mit Einfüllstutzen.

 

vor 5 Stunden schrieb JanG_:

Wenn du Torf sparen willst, tun es auch 10cm über dem Wasserspeicher. Ich habe bei mir stellenweise 4-5cm und keinerlei Nachteile.

 

Genau. Und tiefwurzelnde, wüchsige Sarracenia kann man dann auch in die Lücken setzen, wo das Substrat tiefer ist und Wasser nach oben zieht.

 

Gutes Gelingen!

Edited by Insectivorophilia
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Blattlaus

Vielen Dank für die ganzen Ratschläge.

wir konnten unser Projekt leider nicht wie geplant umsetzen. Da nach 30 cm Grabung Bauschutt zum Vorschein kam und mit Spaten kein durchkommen war. Wir hatten allerdings noch eine alte Metallwanne mit 2 m x 0,7 m x 0,4 m. Auf die Töpfe haben wir nun 20-25 cm Substrat gefüllt. Das reicht aufjedenfall. Hoffe das ist nicht zuviel Substrat bzgl. Belüftung.  200l Torf und das ganze war erledigt. Jetzt hab ich noch 300l Torf rumstehen und hoffe, dass man den umtauschen kann. 

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partisanengärtner

Oohh.....

Die Tontöpfe werden als Wasserspeicher nicht lange funktionieren. In der Regel zerfrieren sie recht schnell. Aber vielleicht wohnst Du ja auch in einer Gegend in der kaum Fröste vorkommen die so tief in den Boden vordringen.

Die Kalkkrusten könnte man ja mit etwas Essigessenz wegkriegen.

 

Wenn die Tontöpfe erst kaputt sind wirst Du wahrscheinlich noch mal 100 liter Torf brauchen, weil die Wasserspeicher dann nicht mehr als solche funktionieren.

Es gäbe schon den einen oder anderen Trick das dann nachzufüllen ohne die Bepflanzung zu zerstören, würde aber eher einen Neuanfang in Erwägung ziehen, bevor Du das bepflanzt.

 

Die Kalkkrusten lassen sich auch durch längeres Lagern im Torf entfernen. Dann hast Du wenigstens saubere Töpfe. Ich persönlich finde die Tontöpfe viel schöner als Plastik, aber als Wasserspeicher ist die Schönheit verschenkt. außerdem haben ein paar kein Loch als Abzug,

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Wolfgang Liere

Da stimme ich partisanengärtner absolut zu, Tontöpfe sind völlig kontraproduktiv. In die ohne Abzugsloch kommt gar kein Wasser rein, da die Luft nicht heraus kann. Nur Löcher im Boden könnte auch kritisch werden, sobald der Wasserstand zu tief ist, deshalb bohrt man Plastikgefäße unten und seitlich an. Wie lange sich Tontöpfe bei Starkfrost halte, weiß ich nicht, wäre mir aber zu riskant, mit Pech nach 3-4 Jahren alles wieder neu zu machen. Ich habe hier immer die billigsten Pflanztöpfe reingeworfen, die eh sonst im gelben Sack gelandet wären. Die haben unten meist mehrere Abzugslöcher, noch einige 6-8 mm Bohrungen seitlich rein (nicht viel größer, sonst schwemmt da der feine Torf rein), ggf. noch ein Vlies drüber (das sollte an einigen stellen aber bis auf den Grund des Moorkübels herunterhängen) und gut ist.

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Blattlaus

Es war leider schon alles eingefüllt, als ich eure Nachrichten bekam. Also mal sehen was passiert. Es sind genau zwei Töpfe ohne Loch dabei. Plastiktöpfe habe ich seitlich auch nie angebohrt. Die Wanne, in der die Töpfe stehen, ist innen rund, dadurch stehen die Töpfe nicht gerade auf und das Wasser kann ohne Probleme überall hinfliessen.

 

die Töpfe wurden bereits gereinigt. Der Rest der dort noch zu sehen ist, ist etwas

angetrockneter Zement bzw. Beton. Ich hoffe dass sich diese kl. Überreste nicht auf den Torf auswirken. 

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partisanengärtner
Posted (edited)

Ich würde das auf jeden Fall neu ansetzen.

Zement und Beton hat im Moorbeet nichts verloren und wenn Deine Töpfe nicht aufliegen, schlämmt es auch problemlos den Torf da überall rein.

Aber da sie im Winter wohl nach und nach sowieso zerfrieren macht das keinen großen Unterschied. Diese "Wassrspeicher" hättest Du dabei wohl besser weggelassen.

 

Leider ist es allzumenschlich gemachte "Fehler" solange nicht zu bereinigen bis nichts mehr geht. Wir lernen ja in der Regel nicht aus den Fehlern anderer.

Irgendwas wächst immer und ich wünsche Dir das Du mit dem Ergebnis trotzdem zufrieden sein wirst.

Edited by partisanengärtner
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Ich denke, dass hier eigentlich fast alles schon gesagt wurde.

 

Manchmal tut es auch eine nicht optimale Lösung. Allerdings wird die Pufferkapazität des Torfs nicht so lange halten wie die bei anderen Projekten ohne viel Mineralieneintrag.


Es werden viele Pflanzen gut wachsen, allerdings nach einer Zeit auch Sachen, die nicht ins Moorbeet gehören bzw. dort normalerweise nicht konkurrenzfähig wären. 
 

Solltest du Sphagnum verwenden, wird dies längerfristig etwas helfen das oben genannte Problem zu verzögern.

Früher oder später ergeht es aber den meisten künstlich angelegten Mooren so. Sie sind einfach zu klein um als echtes Ökosystem zu funktionieren.

 

Packe dir also am besten den Torf zur Seite und nutze ihn in ein paar Jahren. 
Trocken gelagert, hält er ewig.
 

 

Viele Grüße

 

Carsten


 


Ab hier das Gleiche aber etwas ausführlicher begründet:

 

Das hat etwas mit der Zersetzung des Torfs und natürlichen Stoffeinträgen zu tun. Unsere Minimoore sind einfach zu klein. In einem klassischen, uhrglasförmig erhobenen Moor (Hochmoor/Regenmoor) gibt es grundsätzlich weniger Stoffeinträge durch Laub und die nahe Umgebung, da es Randzonen mit Baumbewuchs z.B. Erlen, Birken etc. gibt. Sie sind auch „Nährstofffilter“ zur weiteren Umgebung z.B. einer landwirtschaftlich genutzten Fläche. Nur in der Kernzone ist ein Hochmoor sehr nährstoffarm.
Eingetragene Nährstoffe „fließen“ in Randbereiche ab oder werden in tiefer liegenden Torf (vgl.Katotelm)“gespeichert“, da das Moor ständig nach oben wächst. 

Der ständig wechselnde Wasserstand tut hierbei sein übriges und sorgt erst für eine entsprechende biologische Aktivität im Akrotelm, in dem Stoffe z.B. durch den Ionenaustausch des Sphagnum immobilisiert werden und so der pH-Wert sinkt, weil Sphagnum H3o+ Ionen abgibt. Sphagnum schafft sich somit einen Lebensraum, in dem es konkurrenzfähiger ist als unter „normalen“ Umständen. Unsere einheimischen Drosera haben hier die Karnivorie als Strategie entwickelt.

 

 

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Thomas Carow

Hallo,

> denn wie Berni schriebt: auffüllen -> setzen lassen -> nachfüllen...

Nein!!! Da soll sich gerade nichts setzen. Der Torf wird vor dem einfüllen nur 'erdfeucht' angemischt. Mit viel Kraft soll man ein paar Tropfen Wasser herauspressen können. Dann schichtweise einfüllen und immer wieder verdichten in dem man mit dem eigenen Gewicht den Torf feststampft. Die erste Schicht zwischen den Töpfen wird mit einem Holz verdichtet. Zum Schluss modellieren, Höhen und Tiefen gestalten und wieder verfestigen. Etwa 2/3 drittel der Fläche liegt dann über dem Gefäßrand. Dann mit Wasser auffüllen. Da setzt sich nichts mehr. Es wird keinen unschönen Rand geben der immer größer wird, es wird nichts 'überschwemmt' und man muss nichts nachfüllen. 

Bei der Torfberechnung immer ca. 20-30 % Aufschlag, vor allem wenn der Torf nicht in 'Pressballen' erworben wird. Durch das Anfeuchten und Stampfen geht er zusammen. Richtige Pressballen kann man fast 1:1 rechnen, also ohne Verluste.

Ob nun der leichte Kalkrand bei den Tontöpfen ein Problem ist, möchte ich mal bezweifeln.

Grüße

Thomas

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Posted (edited)

Hallo Thomas,

 

eine gute Ergänzung von dir. So in etwa habe ich es auch gemacht. Nur mit dem Verdichten mit Hölzern hatte ich wenig Lust. Ich habe den Torf mit ordentlich Schwung in die Zwischenräume geworfen. Großartig gesackt ist da bei mir auch nichts.

 

2/3 der Fläche über dem Gefäßrand macht auf jeden Fall Sinn, wenn so Nährstoffe über den Rand gelangen. Ist bei meinem Patchworkmoorbeet aus Maurerkübeln auch so. 
 

 

Bei mir darf aber gerne auch mal etwas in meinem angrenzenden Moorbeet überschwemmt werden, nein es soll sogar so sein 🙂

Ab einem gewissen Pegel läuft das Wasser unter den Eichenhölzern hindurch auf den Rasen.

 

Hier kann man sehen, wie ich das in etwa meine:

 

 

 

Bei den 250l Pressballen würde ich auch  1:1 sagen, dass das passt.


Grüße

 

Carsten

 

Edited by Dose
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