Tim Beier Posted May 4, 2024 Posted May 4, 2024 (edited) Hallo Miteinander, Hab mal ne Frage in die Runde. Gibt es Pilze die im Medium neben der Pflanze wachsen können, ohne der Pflanze zu schaden? Bei Bedarf mach ich ein besseres Bild. Tritt lokal auf und hält seine Größe weitgehend Bilder hinzugefügt: MfG Tim Beier Edited May 4, 2024 by Tim Beier
Tobias Kulig Posted May 5, 2024 Posted May 5, 2024 Eine interessante Frage, Tim! Da Dir aber sowieso nix anderes übrig bleibt, lass das Tube doch einfach mal stehen und beobachte es. Da gibts zwar ein Wundermittelchen (weiß aber nicht mehr, wie es heißt), mit dem man schonend nachsterilisieren kann, aber davon halte ich nix. Ich hab zwar sehr selten Kontaminationen, aber wenn, dann haben diese bei mir in kürzester Zeit immer alles überwuchert. Also weg damit.... Hast Du den Zeitraum beobachten können?
Tim Beier Posted May 5, 2024 Author Posted May 5, 2024 Hallo Tobias, Ich habe mittlerweile einen fachkundigen Ansatz erhalten. Ich bin mir dadurch fast sicher dass es sich um eine Kontamination bakteriellen Ursprungs handelt. Ein Pilz hätte wahrscheinlich schon längst alles gekillt. Ich konnte den Zeitraum genau beobachten. Zum Glück hab ich das tube nicht gleich entsorgt . Ich werde trotz allem versuchen die Kultur sauber zu bekommen. Ich habe das Explantat am 23.03.2024 IV genommen. Ein Pilz hätte in dem Zeitraum alles überwuchert. Ich sehe das ganze jetzt als Herausforderung . Ich hab zwar noch eine saubere Kultur davon, aber man wächst ja mit seinen Aufgaben. Explantate sind schon noch mal eine andere Herausforderung als Samen . Ob man jetzt ein Explantat sterilisiert oder eine kontaminierte Kultur sterilisiert, wird keinen gewaltigen Unterschied machen. Ich vertraue da aber nicht auf Wundermittel sondern einfach auf Sterilisationsmittel die schonend sind und in der Vergangeheit funktioniert haben. Entsorgen wäre mir jetzt tatsächlich zu schade . Ich werde berichten wie das Ergebnis ausgefallen ist MfG Tim Beier
partisanengärtner Posted May 5, 2024 Posted May 5, 2024 Versuch doch mal etwas gesundes lebendes Sphagnum einzubringen. Hat bei anderen meist geklappt.
Tim Beier Posted May 5, 2024 Author Posted May 5, 2024 Hallo, Davon hab ich auch schon gehört... Aber ganz klar ist mir das nicht in wie weit das eine Kontamination verhindert oder beseitigt ?! Ich versuche jetzt erst mal so die Kultur sauber zu bekommen. MfG Tim Beier
Tobias Kulig Posted May 5, 2024 Posted May 5, 2024 vor 20 Minuten schrieb partisanengärtner: Versuch doch mal etwas gesundes lebendes Sphagnum einzubringen. Hat bei anderen meist geklappt. Das hast Du ja in einem IV Thread von mir auch schon mal erwähnt. Ich glaube, daß Du sogar erwähnt hast, daß man sie ohne sterilisieren aufs Medium setzen kann! Ist das so richtig? vor 10 Minuten schrieb Tim Beier: Aber ganz klar ist mir das nicht in wie weit das eine Kontamination verhindert oder beseitigt ?! Lebendes Sphagnum hat eine antiseptische Wirkung. Vielleicht ist das des Pudels Kern....Aber irgendwie möchte ich das gar nicht, da ich es lieber vorziehe, sauber zu arbeiten.
Tim Beier Posted May 5, 2024 Author Posted May 5, 2024 Hallo Miteinander, Tobias da bin ich bei dir, ich will ja auch nicht durch Antibiotika oder ähnliches etwas unterdrücken, sondern nach Möglichkeit eine saubere Kultur. Nichts desto trotz ist der Weg das Ziel. Ich will halt nicht einfach nur entsorgen, das kann ich jeder Zeit . Ziel ist es die Kultur sauber zu bekommen. vor 40 Minuten schrieb partisanengärtner: Versuch doch mal etwas gesundes lebendes Sphagnum einzubringen. Hat bei anderen meist geklappt. Würde mich freuen wenn du das ganze etwas weiter erläutern würdest. MfG Tim Beier 1
Insectivorophilia Posted May 5, 2024 Posted May 5, 2024 Sphagnum wächst (immer? oft?) zusammen mit einem (oder mehreren?) Pilzen. Wie manchmal bei der Herstellung von Schimmelköse verhindert der erwünschte Pilz oft, dass sich andere Pilze festsetzen und ausbreiten können. Manchmal sehe ich einen kleinen Fruchtkörper im Sphagnum, neulich auch, aber als ich in am nächsten Tag fotografuíeren wollte, war er weg... Gruß Insectivorophilia
Lukas- Posted May 5, 2024 Posted May 5, 2024 Hallo zusammen, sehr schöner Beitrag. Wie ist das mit dem Sphagnum genau gemeint? lebendes Moos in die iv Kultur einfügen? Mit welchen Säuren wurden die Pflanzen in erster Linie sterilisiert für die iv Etablierung? Und welche Säure/ Antibiotikum planst du um die Bakterien in den griff zu bekommen? Grüße Lukas
partisanengärtner Posted May 5, 2024 Posted May 5, 2024 Bakterielle und womöglich pilzliche Kontaminationen von invitro Vermehrungen wurden von zwei verschiedenen Kultivateuren aus meinem Bekannntenkreis erfolgreich mit Sphagnumzugabe gerettet. Es waren unterschiedliche Kontaminationen und Ausfälle hat es anscheinend nicht gegeben. Auch wenn das in einem Fall eine große Anzahl war, ist das nicht wissenschaftlich begleitet worden. Ihr könnt das nur probieren, aber ich weiß das wenige Dinge schwieriger sind als eingefahrene Gewohnheiten aufzugeben. Ein erster Schritt wäre zum Beispiel nur die Kontamination auf einen Nährboden zu geben und etwas Sphagnum (unbehandelt) dazu zu geben. Flemming hat das Penicillin auch nur entdeckt weil er aus seiner Routine ausgebrochen ist. Vegetative Vermehrung in lebendem Sphagnum wird auch ganz ex vitro bei mir kaum von Bakteriellen oder pilzlichen Schädlingen behelligt. Selbst wenn das der Königsweg sein sollte wird so ein Verfahren sich nur sehr langsam durchsetzen. 2
Tobias Kulig Posted May 5, 2024 Posted May 5, 2024 vor 2 Stunden schrieb Tim Beier: Ich will halt nicht einfach nur entsorgen, das kann ich jeder Zeit . Eine Kontamination bedeutet nicht zwangsläufig eine Entsorgung! Wenn ich mal eine Konta entdecke, versuche ich immer ein Exvitro mit ordentlichem Spülen. Egal in welchem Entwicklungsstadium. Es funktioniert eigentlich immer. Ich habe sogar schon mal extrem seltene Samen rausgefischt, ordentlich gespült und herkömmlich ausgesät. Hat funktioniert. So ist wenigstens eine Rettung in Aussicht. Mit Samen funktioniert es allerdings nur, wenn man die Konta sehr früh erkennt. Wenn sich praktisch ein hauchdünner, transparenter weißer Kreis um den jeweiligen Samen gebildet hat. Was bei mir auch schon ein paar mal funktioniert hat, ist ein heraushebeln der Kontamination in der LFH mit einem erhitzten Miniteelöffel. Aber das geht wirklich nur in einem sehr frühen Stadium der Kontamination. Sonst würden sich die Sporen durch den Luftstrom der LFH ja verteilen. Das wär ja die Katastrophe schlechthin....
Tim Beier Posted May 5, 2024 Author Posted May 5, 2024 Hallo zusammen. In einem Punkt stimme ich voll und ganz zu! Sphagnum ist meine erste Wahl bei Blattstecklingen. Wenn man dazu noch die Blätter rausfischt die absterben und das Wasser sauber ist, bringt das gute Ergebnise. Ich kann ja mehrere Dinge testen. Versuch macht klug. Tobias die Pflanzen würden sich ohne Probleme raus holen lassen, da sehe ich gute Chancen. Aber das wäre die letzte Option. MfG Tim Beier vor 1 Stunde schrieb Lukas-: Hallo zusammen, sehr schöner Beitrag. Wie ist das mit dem Sphagnum genau gemeint? lebendes Moos in die iv Kultur einfügen? Mit welchen Säuren wurden die Pflanzen in erster Linie sterilisiert für die iv Etablierung? Und welche Säure/ Antibiotikum planst du um die Bakterien in den griff zu bekommen? Grüße Lukas Erst mal gesunde Triebe wachsen lassen, diese abschneiden und auf neues Medium setzen, und bei der Gelegenheit stopft ich Sphagnum zur Kontamination und schau was passiert. So mein Gedanke. Sterilisationmittel gibt es viele. Mit Drosera aber etwas tricky. IV sind die anfälliger. Da sollte man wohl nur milde Mittel in Betracht ziehen. Wahrscheinlich stehen da ohne Luftaustausch sämtliche Spaltöffnungen offen . MfG Tim Beier
Tobias Kulig Posted July 31, 2025 Posted July 31, 2025 Hallo Tim, ich habe hier auch was interessantes, wenn man es so nennen kann. Ich bekam vor etwa 3 Monaten eine Kultur mit P. immaculata. Aber schon mit der Ankündigung, daß die Kultur nicht sauber ist. Aber es handelt sich hier um etwas, was den Pflanzen absolut nix ausmacht. Was es ist, weiß ich nicht. Aber es ist offensichtlich keine Kontamination, wie wir sie kennen. Sonst wären die Pflanzen schon längst abgenippelt. Unmittelbar nach Erhalt hab ich meine Werkbank angeschmissen und die Pflanzen in sterilem Wasser gut gespült. Dies hat natürlich nicht geholfen. Laut Verkäufer solle ich die Pflanzen halt regelmäßig umsetzen, dann sollte es keine Probleme geben. Das Zeug breitet sich als weißlich-transparente Wolken im Medium aus. Auf dem Bild kann man es leider nicht erkennen. Ein Pflänzchen bildet aktuell sogar einen Blütenstand. Man könnte sie in PPM (Plant Präservative Mixture) setzen, aber da würde ich mich selbst bescheissen. Es unterdrückt lediglich Kontaminationen und beseitigt sie nicht. Und nachsterilisieren ist mir zu riskant. Manchmal frage ich mich, ob das nicht von den Pflanzen selbst ausgeht, als so ne Art phenole Blutungen. Das kanns aber auch nicht sein, da dies die Pflanzen vergiften würde. Was mich als Ausgleich aber freut, daß ich für diese Art ein gutes Medium gefunden habe. Die Pflanzen waren nämlich deutlich kleiner und fragiler als jetzt. Sie wachsen gut, sind kräftig und eine blüht bald, wie schon erwähnt. Und die ganz rechte Pflanze hat sich geteilt. Demnächst werde ich sie wieder umsetzen und bringe dort ein schönes Cytokinin ins Spiel. Meine Hoffnung ist, daß sich dann Pflänzchen außerhalb des Mediums bilden. Oder ich reiße mal ein Blatt ab. Wenn ich bereits sterile Blätter von einer Kultur nehme, lege ich es immer so aufs Medium, daß die Schnitt- oder Abrißstelle nicht im Medium steckt. Das verhindert Blutungen ins Medium.
Tim Beier Posted July 31, 2025 Author Posted July 31, 2025 Hallo Tobias, So etwas ähnliches hatte ich auch schon mal. Es betraf eine Drosera Aussaat. Es war eine Kontamination im Medium (nicht oberflächlich) , milchig wolkenförmig langsam wachsend, dann im Wachstum stagnieren. Hat den Pflanzen aber augenscheinlich nichts ausgemacht. Also hab ich das Glas stehen lassen und weiter beobachtet. Jetzt wäre natürlich ein Bild bei dem man deine Kontamination wirklich sieht aufschlussreich. Eine Phenole Blutung würde ich in deinem Fall eigentlich ausschließen, da ich mal davon ausgehe das du die Pflanzen umgesetzt hast ohne das Gewebe so stark zu verletzen dass es blutet. Phenole Blutungen verfärben und vergiften ja in der Regel das gesamte Medium, dann muss man eh schnell umsetzten oder man hat ein Glas voller brauner Pflanzen . Meine Überlegungen um was es sich handeln könnte: 1.Mycel eines Pilzes 2.Bakterien bzw. Aktinobakterien 3.Abgestorbene, aber sichtbare Kolonie 4.Endogene Kontamination Bakterien oder Pilze die symptom los leben, aber durch das Medium aktiviert werden. In meinem Fall habe ich dann die Pflanzen einfach irgendwann exvitro genommen. Was es bei mir war kann ich abschließend auch nicht beantworten. Das war bisher ein Einzelfall bei mir. Klar kann man versuchen durch umsetzen die Kultur sauber zu bekommen, aber die Gefahr eine Kontamination von Glas zu Glas zu schleppen war mir dann zu blöd. Da ist es leichter und sinnvoller eine neue saubere Kultur anzulegen; vorausgesetzt man hat noch "saubere" Kulturen der Art, Samen oder Pflanzenteile. MfG Tim Beier
Tobias Kulig Posted July 31, 2025 Posted July 31, 2025 vor einer Stunde schrieb Tim Beier: Da ist es leichter und sinnvoller eine neue saubere Kultur anzulegen; vorausgesetzt man hat noch "saubere" Kulturen der Art, Samen oder Pflanzenteile. Da bin ich voll bei Dir. Nur habe ich von P. immaculata keine saubere Kultur. Ich habe nur 2 Gläser, aber mit dem gleichen Problem. Es ist nicht einfach, Samen von mex. Pings zu sterilisieren, da sie weichschalig sind. Ich sehe in meinem Fall nur 2 Möglichkeiten: 1. Ein Glas opfern und versuchen, nachzusterilisieren. 2. In der Werkbank versuchen, obere Blätter zu separieren Letzteres wäre hoffnungsvoller, da nachzusterilisieren oft tödlich endet. Ich werde nochmal recherchieren, mit was man die Pflanzen sterilisieren kann. Ping-Blätter sind da fragiler als Drosera-Blätter...
Tim Beier Posted July 31, 2025 Author Posted July 31, 2025 Hallo Tobias, Das ist ärgerlich, kann ich verstehen. Meine Erfahrung mit Pings halten sich zwar in Grenzen, aber wenn du 2 Kulturen hast würde ich an deiner Stelle würde folgendes versuchen: 1 Kultur würde ich komplett zerlegen, In einzelne Blätter. Die Hälfte davon würde ich einfach so auf neues Medium setzen, wenn sie anwachsen hast du schon mal mehr Pflanzenmaterial.... Die du im Zweifel zu gegebener Zeit dann ja auch exvitro nehmen kannst, wenn die Kontamination nicht verschwindet. Die andere Hälfte der Blätter könntest du auf 3 Gläschen aufteilen und in Verschiedenen relativ milden Konzentrationen versuchen steril zu bekommen. Ich drücke dir die Daumen. MfG Tim Beier 1
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