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Ausfällungen durch Calcinit in Nährlösung


JanG_

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JanG_
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Hallo Zusammen,

 

ich experimentiere seit ein paar Monaten recht intensiv mit der Düngung von Nepenthes. Mir ist aufgefallen, dass meine ungedüngten Pflanzen auf der aufgekalkten Bewässerungsmatte mit Abstand am besten wachsen, während die NPK+MgFe+SE gedüngten Nepenthes ständig rumzicken.

Jetzt möchte ich mehr Ca in meine Nährlösung implementieren.

Nach einiger Recherche halte ich Ca- -carbonat, -sulfat und -nitrat für mögliche Calciumquellen.

 

Da ich meine Pflanzen über Dochte von unten gieße und gleichzeitig dünge, brauche ich eine Calciumquelle, die sich mit meiner restlichen Nährlösung (Hakaphos soft Ultra + Bittersalz + Fe-Chelat) verträgt.

Bei Calciumnitrat habe ich den Hinweis gelesen, dass man es nicht mit Phosphor- und/oder Sulfathaltigen Düngern mischen soll, da sonst Calciumphosphat bzw -sulfat entsteht. Vor Gips habe ich bei einer Löslichkeit von 2g/L bei meiner Anwendung keine Bedenken, Calciumphosphat würde aber ausfallen.

In der Hobby-Mari-Kultur wird wohl einfach Leitungswasser als Ca Quelle genutzt und mit Säuren gepuffert.

 

Jetzt stellen sich mir 3 Fragen:

1. Verständnisproblem: Ich verstehe nicht, was der Unterschied zwischen Ca -carbonat, -sulfat und -nitrat in gelöster Form ist. Ich dachte die Salze dissoziieren bei Lösung in Wasser sowieso in Kation und Anion? Würde sich das Ca aus Calciumcarbonat nicht genauso an das Phosphat aus dem NPK Dünger (glaube Monoammoniumphosphat) binden?

2. Ich habe gleiches auch für Magnesiumnitrat gelesen. Muss ich bei Zugabe von Bittersalz (Magnesiumsulfat) auch um eine Ausfällung fürchten?

3. In einem anderen Forum schreibt jemand, dass die Ausfällung nur in hochkonzentrierter Stammlösung vorkommt und in Nährlösung kein Thema mehr ist. Kann man dem gesichert trauen? Gilt das auch für Nährlösungen, die über mehrere Wochen/Monate gemeinsam verweilen?

 

Würde mich freuen, wenn mir jemand mit guten Chemiekenntnissen weiterhelfen kann.

Alternativ würde ich meine Stammlösung einfach mit 1/3 Leitungswasser (ca. 16°dH und 80mg/L Ca, jedoch auch viel NaCl und S) strecken und alle paar Wochen mit Calcinit von oben gießen. In dem Fall habe ich aber wieder Bedenken, ob sich das Leitungswasser (pH bei ca. 7,5) mit den Chelaten der SE verträgt.

 

Viele Grüße

Jan

Edited by JanG_
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Die drei Calcium Quellen die nennst sind die üblichen Dünger. Nachdem es gelöst ist macht es wenig Unterschied. Calcinit von Yara hat zumindest bei mir einen unlöslichen Anteil. Das ist vermutlich irgendeine Verunreinigung und scheint keinen Einfluss zu haben.

Es gibt noch Ca EDTA, aber das enthält auch viel Natrium und ist nur für die Blattfüngung geeignet.

 

Die Inkompatibilität von Ca und anderen Düngersalzen bezieht sich auf konzentrierte Lösung. In der gebrauchsfertigen Verdünnung ist das kein Problem. Ob es Monate stabil ist ist schwierig vorherzusagen. Da wäre auch mangelnde Konservierung ein Problem und alles verschleimt, insbesondere wenn Leitungswasser benutzt wird.

 

Magnesiumphosphat und Calciumphosphat sind beide unlöslich, also fallen vermutlich aus, wenn eine gewisse Konzentration überschritten wird. Wann daa genau auftritt ist schwer zu sagen. Eine Düngerlösung enthält über 20 verschiedene Stoffe und da kann man die "einfache" Löslichkeit von Reinstoffen in Wasser nicht anwenden.

 

Ich verstehe deine Düngerwahl nicht so ganz. Das Basis Salz dass du verwendest enthält bereits Magnesium und Eisen. Wenn du den Magnesium Anteil einstellen willst ist bietet sich die Hakaphos Basis Reihe an.

Von Zeit zu Zeit musst du deine Töpfe von oben (mit Düngerlösung) gut durchspülen. Nicht alle Nährstoffe werden gleich schnell aufgenommen und so verändert sich das Verhältnis der Nährstoffe im Wurzelbereich. Dazu kommt, dass häufig mehr Wasser verbraucht wird, als Salze aufgenommen werden und die sammeln sich dann an. Irgendwann ist die Salzkonzentration so hoch, dass die Wurzeln beschädigt werden.

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JanG_
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Hallo Lou,

 

Vielen Dank für deine Antwort! Das hilft mir auf jeden Fall sehr weiter.

 

Um gelegentliche Wasserwechsel werde ich wohl nicht rumkommen. Ich versuche sie nur möglichst selten zu halten. Gegen eine Verschleimung habe ich mir überlegt, Wasserflöhe anzuimpfen. Ob ich das für eine gute Idee halte und ob die sich in der Nährlösung so wohl fühlen würden weiß ich aber noch nicht. 😂

 

vor 4 Stunden schrieb Lou:

Magnesiumphosphat und Calciumphosphat sind beide unlöslich, also fallen vermutlich aus, wenn eine gewisse Konzentration überschritten wird. Wann daa genau auftritt ist schwer zu sagen. Eine Düngerlösung enthält über 20 verschiedene Stoffe und da kann man die "einfache" Löslichkeit von Reinstoffen in Wasser nicht anwenden.

Wäre es dann besser, einen Phosphatbetonten Dünger zu nehmen, um potentiell ausfallendes Phosphat zu kompensieren, oder lieber phosphatarm zu düngen, weil es damit unwahrscheinlicher überhaupt zu Ausfällungen kommt?

 

vor 4 Stunden schrieb Lou:

Ich verstehe deine Düngerwahl nicht so ganz. Das Basis Salz dass du verwendest enthält bereits Magnesium und Eisen. Wenn du den Magnesium Anteil einstellen willst ist bietet sich die Hakaphos Basis Reihe an.

Ich habe mich bei der Düngerwahl an Andreas' Beiträge aus dem 'Düngung von Nepenthes 2' Thread orientiert. Hakaphos soft Ultra als Basis und Mg + Fe, weil Nepenthes scheinbar einen höheren Bedarf haben. Welchen Dünger aus der Hakaphos Basis Reihe meinst du denn genau? Ich habe von der Reihe nur PK-lastige Dünger gefunden.

Alternativ hätte ich noch Peters Excel CalMag Grower gefunden. Der hätte Ca schon implementiert, ein für Hydrokultur besser geeignetes NH4/NO3 Verhältnis, dafür müsste ich aber eventuell beim Ca/Mg und Fe Verhältnis nachbessern und er enthält keinen Schwefel.

vor 4 Stunden schrieb Lou:

Von Zeit zu Zeit musst du deine Töpfe von oben (mit Düngerlösung) gut durchspülen. Nicht alle Nährstoffe werden gleich schnell aufgenommen und so verändert sich das Verhältnis der Nährstoffe im Wurzelbereich. Dazu kommt, dass häufig mehr Wasser verbraucht wird, als Salze aufgenommen werden und die sammeln sich dann an. Irgendwann ist die Salzkonzentration so hoch, dass die Wurzeln beschädigt werden.

In meinem Setup habe ich die Substratoberfläche mit lebendem Sphagnum abgedeckt. Ich erhoffe mir, dass die Nährlösung aufgrund der Verdunstung durch den Wurzelbereich ins lebende Sphagnum fließt und dort entweder verbraucht, oder eingelagert wird. Anhand des Sphagnums würde ich eine Versalzung optisch hoffentlich frühzeitig erkennen. Ob das funktioniert wird sich zeigen. Gelegentliches Spülen von oben wäre aber auch kein Problem.

 

Grüße Jan

Edited by JanG_
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moskal
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Hallo,

 

den Hakaphos soft verwende ich auch, Ca kommt bei mir über Calcium nitrat hexahydtat. Ich gebe aus einer Stammlösung völlig unakademisch einen Schluck ins Giesswasser.

 

Calcium carbonat unbedingt sein lasseen, das Carbonat wird von unseren Pflanzen nicht vertragen.

 

Meine zweite Lösung: Ein wenig gebrannter Kieselgurr im Substrat. Das stammt aus der Kakteenecke, enthält kein Carbonat, hat einen pH von 5,5 und bestehr zu 2% aus Ca ( und 1% Mg). Ich habe das auch als Pulver und werde das mal im Gießwasser ausprobieren.

 

Gruß Helmut 

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Fabian S.
vor 2 Stunden schrieb Lou:

Von Zeit zu Zeit musst du deine Töpfe von oben (mit Düngerlösung) gut durchspülen. Nicht alle Nährstoffe werden gleich schnell aufgenommen und so verändert sich das Verhältnis der Nährstoffe im Wurzelbereich. Dazu kommt, dass häufig mehr Wasser verbraucht wird, als Salze aufgenommen werden und die sammeln sich dann an. Irgendwann ist die Salzkonzentration so hoch, dass die Wurzeln beschädigt werden.


Hallo zusammen,

Ich möchte an dieser Stelle einfach mal die Nährstoffverfügbarkeit im Boden nach pH-Wert einwerfen! Düngung in stark sauren Substraten ist meines Erachtens nach grober Unfug, da die meisten Nährstoffe bei einem pH von 3,5 (saurem Torf) gar nicht, bzw. nur äußerst mangelhaft aufgenommen werden können. Bei Karnivoren sollte man sich daher auf die Blattdüngung konzentrieren. Korrigiert mich bitte, wenn ich da falsch liege.

Finde es aber sehr schön zu lesen, dass jemand mal den kleinen "Calcium-Geheimtipp" rausgefunden hat 🙂
Nach Liebigs Minimum Gesetz betrachtet macht das auch durchaus Sinn. Jener Nährstoff, den es der Pflanze am meisten mangelt, bestimmt das Wachstum. Und wenn wir in sauren, kalkfreien Substraten auch nur mit salzarmem/entsalztem Wasser (Regenwasser, Osmosewasser, destilliertem Wasser) bewässern, geht die Calcium-Versorgung sehr schnell unter. Ist in den meisten NPK-Flüssigdüngern ja auch nicht wirklich enthalten. Ich nutze abwechselnd Wuxal Universal (8-8-6) (= Wuxal Super aus dem Profibereich) und Wuxal Calcium-Flüssigdünger, alle 3-4 Wochen aufs Blatt für diverse Karnivoren-Kulturen. Will es mir aber aktuell auch so einfach wie möglich halten.

Aus den chemischen Fragen möchte ich mich aktuell noch etwas raushalten. Generell würde ich dir aber auch empfehlen, es gar nicht so ultra kompliziert zu machen und vielleicht mal Peters Excel Soft Water Calmag Finisher 13-5-20+7CaO+2MgO+TE für weiches Wasser zu testen, den Jan bereits auch schon erwähnt hatte. Den hab ich auch schon länger auf dem Schirm, muss meine Restbestände aber erstmal aufbrauchen.


Liebe Grüße
Fabian

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moskal

Jupp, Blattdüngung ist super! Deshalb steht bei mir immer eine mit 300- 400yS/cm starker Lösung befüllte Sprühflasche rum, mit der nach Gusto besprüht werden kann. Da ist ein Amino Präperat, das Ca enthält und ordentlich chelatiert mit bei. Bei Karnivoren traue ich mir noch keine Aussage zu aber Sphagnum und z.B. Bucephalandra reagieren da sehr positiv drauf.

 

Gruß Helmut 

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JanG_
vor 1 Stunde schrieb moskal:

Calcium carbonat unbedingt sein lasseen, das Carbonat wird von unseren Pflanzen nicht vertragen.

Tatsächlich habe ich aufgrund des Düngung von Nepenthes Thread in letzter Zeit einiges mit Dolomitkalk herumexperimentiert und sehr gute Ergebnisse bekommen. Allerdings auch 2 Pflanzen abgeschossen...

Die pH Verschiebung dürfte bei Calciumcarbonat sehr relevant sein.

Deswegen brauche ich eine weniger basische Ca Quelle. Das wird dann wohl Calciumnitrat.

 

Danke dir für den Tipp mit dem Kieselgur. Da werde ich mich auch mal einlesen und evtl etwas ins Substrat geben.

vor 59 Minuten schrieb Fabian S.:

Ich möchte an dieser Stelle einfach mal die Nährstoffverfügbarkeit im Boden nach pH-Wert einwerfen! Düngung in stark sauren Substraten ist meines Erachtens nach grober Unfug, da die meisten Nährstoffe bei einem pH von 3,5 (saurem Torf) gar nicht, bzw. nur äußerst mangelhaft aufgenommen werden können. Bei Karnivoren sollte man sich daher auf die Blattdüngung konzentrieren. Korrigiert mich bitte, wenn ich da falsch liege.

Finde die Überlegungen sehr interessant und Calciumnitrat soll ja auch sehr gut über Blattdüngung verabreicht werden können.

Bei meinen Nepenthes strebe ich einen höheren pH-Wert um 5,5-6 an. Da sollten die Nährstoffe einigermaßen verfügbar und eine Düngung über das Substrat möglich sein.

Bei den Hochmoorkarnivoren wäre es aber auch mal interessant, ob sich das Wachstum durch Ca Gabe beeinflussen lässt.

 

Grüße Jan

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moskal
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...ich kann dir was von dem Kieselgurrpulver zuschicken, die gekaufte Mindestmenge reicht glaube ich bis zur 5. Generation meiner Nachkommen. Und mich interessiert die Erfahrung von Anderen.

 

Gruß Helmut 

Edited by moskal
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vor 1 Stunde schrieb Fabian S.:

Ich möchte an dieser Stelle einfach mal die Nährstoffverfügbarkeit im Boden nach pH-Wert einwerfen!

Das ist Forschung aus den 40ern und bezieht sich auf das Kalken von Feldern. Teile der Daten sind extrapoliert und andere Teile komplett erfunden. Ob das zum einen überhaupt stimmt ist anzuzweifeln und ob es auf säuretolerante Pflanzen zutrifft sei auch dahingestellt.

 

Kieselgur als Dünger ist sinnlos. Das ist chemisch so gut löslich wie Quarzsand. Da es sich nicht löst ist es für die Pflanze nicht verfügbar. Zur Bekämpfung von bodenlebenden Insekten kann man es anwenden.

 

https://scienceinhydroponics.com/2021/02/nutrient-availability-and-ph-are-those-charts-really-accurate.html

Img_2024_05_09_16_27_45.jpeg

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moskal
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vor 1 Stunde schrieb Lou:

sinnlos

Leitfähigkeit, Mg und Ca Messungen sagen was Anderes.Und dann haben Pflanzen ja noch untenrum interessante Fähigkeiten.

Ich meine allerdings auch nicht das Zeug gegen Milben bei Hühnern sondern das:

IMG-20240421-WA0001.thumb.jpeg.ec9c62a924714a51493929359997384e.jpeg

es ist gebrannt, habe ich ja oben geschrieben und es gibt Ca und Mg ans Wasser ab.

 

Gruß Helmut 

 

 

Edited by moskal
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Holger S

Hallo zusammen!

 

Interessante Diskussion, für alle die den Peters Dünger testen wollen, dieser ist auch in Verdünnung recht sauer, ph-Werte konnte ich in solch weichem Wasser nie genau bestimmen, aber sie dürften bei oder sogar unter vier liegen. 
Ich halte Calciumnitrat für die beste und unkomplizierteste Lösung. Der Stickstoff dürfte in diesem Fall kein Problem darstellen, so viel düngt man ja nun auch nicht. 
 

Gruß

Holger

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JanG_
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Hallo Holger,

 

Danke auch dir für deine Antwort!

Ich recherchiere jetzt schon gut eine Woche einzig und allein über die Ausfällung von Ca und Mg durch Phosphate im Dünger, habe aber fast nichts konkretes gefunden, ob das nur für die Stammlösung, oder auch für die Nährlösung gilt.

 

Mir ist vorhin dann noch aufgefallen, dass der Peters Dünger überhaupt kein Sulfat beinhaltet. Somit müsste ich das wieder extra zugeben.

Soweit ich das verstehe wird das Ammonium im Verlauf bakteriell in Nitrat umgewandelt, was den pH Wert langsam aber unvorhersehbar drückt.

Dem werde ich dann eventuell durch leichten Verschnitt mit Leitungswasser, oder durch Kalkung kontern.

 

Ergebnisse gibts dann hoffentlich in ein paar Monaten in meinem Bilderthread. 🙂

 

Grüße Jan

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Holger S

Hallo Jan,

 

hängt vom pH-Wert ab. Bei unter 7, z.B. 6,5 liegt das Phosphat überwiegend als Dihydrogenphospat vor. Das entsprechende Kalziumsalz Ca(H2PO4)2 ist mit ungefähr 18g pro Liter noch relativ gut löslich. Knapp über pH 7 liegt ein großer Anteil als Hydrogenphosphat vor. Das ist so gut wie nicht löslich. Noch alkalischer dann als Phosphat, auch nicht löslich. 
Wenn du also berechnest wie viel Kalziumdihydrogenphosphat in deiner Stammlösung theoretisch gebildet werden kann, kannst du bestimmen ob es noch löslich ist oder nicht. (Musst nur bedenken, dass die Phosphat-Angabe im Dünger P2O5 ist und entsprechend umrechnen) Der pH-Wert der Stammlösung hängt dann hauptsächlich vom Dünger ab und die meisten sind mehr oder weniger sauer. 
Dein Gießwasser dürfte ja eher leicht sauer sein. 

Das ist alles ziemlich vereinfacht, also falls es jemand ganz genau machen möchte, gerne. Ich bin schon zu lange raus um mich mit dem Löslichkeitsprodukt herumzuschlagen. 
 

Übrigens unter pH 4,5 (ungefähr) fällt dann Phosphat gerne mit Eisen und Aluminium aus. Das Eisen im Dünger ist erstmal nicht beteiligt, ist zunächst durch den Chelator geschützt. Der zerfällt aber langsam oder auch schneller (im Licht)

 

LG

Holger

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JanG_

Hallo Holger,

 

Vielen Dank für die Erläuterung, das klingt nach einem wichtigen Hinweis! 

Aufkalken sollte ich die Nährlösung dann wohl eher nicht.

 

Glaube ich muss mir doch mal ein hochwertigeres pH-Meter kaufen. Mein 10€ Teil wirft nur Müll aus.

 

Wandelt sich ausgefallenes Ca(HPO4) bei fallendem pH Wert wieder zurück in Ca(H2PO4)2 um?

 

Grüße Jan

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Holger S

Hallo Jan,

 

Kalziumphosphate unterliegen einer Alterung. Je länger sie in ausgefälltem Zustand waren, desto schlechter lösen sie sich dann wieder. 
Also wenn da frisch was ausfällt ist es relativ einfach so wie du es beschrieben hast wieder in Lösung zu bringen. 

 

Bei der Stammlösung würde ich es ohnehin mit einer kleinen Menge ausprobieren, das ist sicherer und einfacher als alles vorher zu berechnen, zumal es viele Möglichkeiten gibt wie Phosphat in einem Dünger vorliegen kann. (z. B. auch Polyphosphate)

 

Bei der Nährlösung würde ich meinen, dass wegen der starken Verdünnung nicht viel negatives passiert. Der pH sollte nur nicht zu extrem sein, so um 5 plus minus 0,5 wäre vielleicht ein guter Kompromiss.

 

LG

Holger

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moskal

Hallo,

 

das mit dem pH sturz passiert nicht in der Lösung, sonern bei der Pflanze. Ammonium ist NH4, Nitrat ist NO3. Die Pflanzen bevorzugen N das an H gebunden ist, übrig bleibt H. Deshalb sinkt der pH, falls der Dünger zu NH4 lastig ist oder das Wasser/Substrat nicht puffert. Der Hakaphos soft elite hat extra deshalb einen geringern NH4 Anteil, eben daß der pH nicht ins Bodenlose rasselt.

 

Aber ein wenig irritiert mich hier, daß von aufkalken gesprochen wird. Das gilt es außer bei Pings unbedingt zu vermeiden. Ca / Mg zuführen ist nicht gleich aufkalken. Kalk enthält Karbonate, die wollen wir nicht.

 

Gruß Helmut 

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Hallo Helmut, 

 

würde der pH Sturz bei längerer Lagerung im Anstauwasser nicht auch irgendwann durch bakterielle Umwandlung des NH4 in NO3 stattfinden?

 

vor 2 Stunden schrieb moskal:

Aber ein wenig irritiert mich hier, daß von aufkalken gesprochen wird. Das gilt es außer bei Pings unbedingt zu vermeiden. Ca / Mg zuführen ist nicht gleich aufkalken. Kalk enthält Karbonate, die wollen wir nicht.

Im Düngen von Nepenthes Thread haben Beauze und Uwe über Aufkalken zur Erhöhung des pH Wertes geschrieben. Demnach mögen es Nepenthes nicht ganz so sauer um die Wurzeln, wie Hochmoorkarnivoren.

In meinen Setups hatte ich bei einigen Pflanzen Wurzelprobleme vor allem im Sphagnum-, oder düngerlastigen Bereich, sodass ich das mit dem Aufkalken bei einigen Pflanzen ausprobiert habe und ein signifikant gesünderes Wachstum festgestellt habe.

Deswegen hätte ich gerne noch weiterhin etwas aufgekalkt, um den pH Wert im Substrat bei 5,5-6 zu halten (würde sonst im Laufe der Zeit versauern). Nachdem die Nährlösung aber scheinbar im pH Bereich um 5 +-0,5 bleiben sollte lasse ich das mit dem Kalken jetzt aber sein.

 

Grüße Jan

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Am 9.5.2024 um 20:29 schrieb JanG_:

ob das nur für die Stammlösung, oder auch für die Nährlösung gilt

Das gilt für Stammlösungen. Nährlösungen sind stabil. Gibt Anbaumethoden die allein mit Wasser, ohne Substrat funktionieren und da können Lösungen wochenlang verwendet werden. Nur verbrauchte Elemente werden nachgefüllt.

 

Ich stelle meinen pH Wert auf 5,8 ein und das funktioniert gut. Bei Hydroponik (was auf die typischen Nepenthes Substrate zutrifft) ist 5,8-6,2 der anvisierte Bereich. In Erdkulturen wird etwas höherer pH angestrebt.

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Holger S

🙄 der pH-Sturz passiert nicht in der Pflanze, sehr wohl aber in der Nährlösung. Ammonium wird zu Nitrat oxidiert, damit prinzipiell zu Salpetersäure. Das geht so lange wie noch Ammonium vorhanden ist und der pH-Wert für Bakterien die das machen nicht zu niedrig. Irgendwo bei vier ist Schluss. 
Deshalb sind ammoniumhaltige Dünger für Hydrokultur auch so ziemlich unbrauchbar. 
(wäre das mit „übrig bleibt H“ so einfach, würde die Pflanzen auch durch die Photosynthese versauern, hier wird ja H2O gespalten, bleiben 2  H übrig 😉)

Wenn ich hier völlig falsch liege, bitte gerne Quellen zu diesem Sachverhalt. 

 

Nährlösungen sind nur dann stabil, wenn sie die zueinander passenden Komponenten enthalten und sich im „richtigen“ pH-Bereich befinden. Ansonsten geht das mit Sicherheit schief. 

Die Aussage von Lou zum pH-Wert höre ich so zum ersten Mal. Der für Nepenthes angegebene Bereich ist fast identisch mit dem für gewöhnliche Zierpflanzen 🤔

 

„Die meisten gärtnerischen Kulturpflanzen bevorzugen pH-Werte im schwach bis sehr schwach sauren Bereich von 5,5 bis 6,5. Bestimmte Pflanzengruppen, wie Azerca-Pflanzen (Moorbeetpflanzen) oder die meisten Insektivoren, ziehen ein saures bis schwach saures Milieu (pH 3,5 bis 5,0) vor“

 

Aus: Substratbuch

 

LG

Holger

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moskal
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Hallo,

 

zum oxidieren von Amonium zu Nitrat brauchts Nitrobakter und Sauerstoff.  Es ist Stoffwechsel und nicht einfache Reaktion mit Sauerstoff. Ich habe hier reinen P Flüssigdünger der seit Jahren rumsteht und kann ja mal NO3 messen.

 

Quelle muß ich suchen, mir hat das ein Kumpel der in Niederländischen Riesengewächshäusern für Hydroponik Düngung zuständig ist so erklärt,  auf dem Hakaphos Dünger für ungepuffertes Wasser ist davon die Rede und der Versauerung von Böden durch zu viel Gülle liegt das zu Grunde. Mit diesem Effekt wird in besagten Hydrokulturen dogar der pH reguliert, dort gerne auf 5,8, es sei denn es werden z.B. Heidelbeeren angebaut, für die ist die beste Nährstoffverfügbarkeit bei niedrigeren Werten. Deshalb glaube ich auch nicht, daß alle unsere Pflanzen bei 5,8 optimal versorgt sind. Und ich glaube, daß es zwar Nepenthes gibt, die Carbonate vertragen, das aber bei weitem nicht alle sind.

Aber, das hat mir ein promovierter Biologe gesagt, Pflanzen können an den Wurzeln Säuren bilden und so z.B. Fe III verwerten.

 

Bei der Photosynthese entweicht das H in die Luft.

 

Aber klar, man kann nicht einfach alles in Düngern zusammenkippen. Daher ja auch z.B. Chelatoren, ein niedriger pH Wert oder nix das zsammen Gips ergibt. In der Aquaristik geht das so weit, daß Mikros und Makros getrennt verabreicht werden. Trotz EDTA & co.

 

Mit günstigen pH Messgeräten bekommt man noch halbwegs reproduzierbar Ergebnisse in ungepuffertem Wasser, wenn man die Messflüssigkeit per HCI auf über 150yS/cm bringt. Ich verwende lieber Teststreifen aus dem Laborbedarf. Die sind nicht so wartungsintensiv und bei weitem nicht so teuer wie eine hochwertige Elektrode.

 

Gruß 

Helmut

 

 

Edited by moskal
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moskal
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Hallo,

 

den Dünger habe ich für ein Experiment mit Magnesiumsulfat, Amoniumphosphat, Kaliumnitrat und Calciumnitrat hexahydrat angemischt und das sehr konzentriert P/Mg lastig. Die Flusen darin sind nicht mineralisch, Ausfällungen sehen anders aus und die gäbe es nicht erst nach Wochen.

20240511_081811.thumb.jpg.09fe73e64bc2f665f0a8edf1ec98de48.jpg

 

Das ist ein schon jahrelang geöffneter reiner Phosphatdünger, ich habe eine 1050µS/cm Lösung in VE Wasser damit angerührt und Nitrat gemessen. Es ist keines vorhanden.

20240511_081115.thumb.jpg.c6f81c48a0e663acca89780af05b3f92.jpg

 

Gruß Helmut

Edited by moskal
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Andreas Wistuba
Am 9.5.2024 um 14:42 schrieb Fabian S.:

Ich möchte an dieser Stelle einfach mal die Nährstoffverfügbarkeit im Boden nach pH-Wert einwerfen! Düngung in stark sauren Substraten ist meines Erachtens nach grober Unfug, da die meisten Nährstoffe bei einem pH von 3,5 (saurem Torf) gar nicht, bzw. nur äußerst mangelhaft aufgenommen werden können. Bei Karnivoren sollte man sich daher auf die Blattdüngung konzentrieren. Korrigiert mich bitte, wenn ich da falsch liege.

Finde es aber sehr schön zu lesen, dass jemand mal den kleinen "Calcium-Geheimtipp" rausgefunden hat 🙂
Nach Liebigs Minimum Gesetz betrachtet macht das auch durchaus Sinn. Jener Nährstoff, den es der Pflanze am meisten mangelt, bestimmt das Wachstum. Und wenn wir in sauren, kalkfreien Substraten auch nur mit salzarmem/entsalztem Wasser (Regenwasser, Osmosewasser, destilliertem Wasser) bewässern, geht die Calcium-Versorgung sehr schnell unter. Ist in den meisten NPK-Flüssigdüngern ja auch nicht wirklich enthalten. Ich nutze abwechselnd Wuxal Universal (8-8-6) (= Wuxal Super aus dem Profibereich) und Wuxal Calcium-Flüssigdünger, alle 3-4 Wochen aufs Blatt für diverse Karnivoren-Kulturen. Will es mir aber aktuell auch so einfach wie möglich halten.

 

Hallo Fabian,

explizite Blatt-Düngung habe ich noch betrieben, da mir nicht klar ist, wie eine wässrige Lösung effizient durch eine bewachste Cuticula hindurchdiffundieren soll, noch bevor ich bei dem ständigen Besprühen mit Wasser eh alles wieder herunter wasche.

Ich dünge schon immer durch meine ganz normale Gieß-Beregnung. Dabei werden natürlich auch die Blätter nass, aber ein Großteil der Düngerlösung landet im Substrat. Und das funktioniert sehr gut. Was das Calcium betrifft - darüber habe ich hier schon öfter geschrieben. Ich habe schon mit Calciumchlorid und Calciumnitrat gedüngt. Mittlerweile dünge ich der Einfachheit halber gelegentlich mit Universol Soft Water 312R um den Pflanzen ab und an etwas Calcium zuzuführen. Das funktioniert bei mir gut.
Viele Grüße
Andreas

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Holger S
vor 13 Stunden schrieb moskal:

Hallo,

 

zum oxidieren von Amonium zu Nitrat brauchts Nitrobakter und Sauerstoff.  Es ist Stoffwechsel und nicht einfache Reaktion mit Sauerstoff. Ich habe hier reinen P Flüssigdünger der seit Jahren rumsteht und kann ja mal NO3 messen.

 

Quelle muß ich suchen, mir hat das ein Kumpel der in Niederländischen Riesengewächshäusern für Hydroponik Düngung zuständig ist so erklärt,  auf dem Hakaphos Dünger für ungepuffertes Wasser ist davon die Rede und der Versauerung von Böden durch zu viel Gülle liegt das zu Grunde. Mit diesem Effekt wird in besagten Hydrokulturen dogar der pH reguliert, dort gerne auf 5,8, es sei denn es werden z.B. Heidelbeeren angebaut, für die ist die beste Nährstoffverfügbarkeit bei niedrigeren Werten. Deshalb glaube ich auch nicht, daß alle unsere Pflanzen bei 5,8 optimal versorgt sind. Und ich glaube, daß es zwar Nepenthes gibt, die Carbonate vertragen, das aber bei weitem nicht alle sind.

Aber, das hat mir ein promovierter Biologe gesagt, Pflanzen können an den Wurzeln Säuren bilden und so z.B. Fe III verwerten.

 

Bei der Photosynthese entweicht das H in die Luft.

 

Aber klar, man kann nicht einfach alles in Düngern zusammenkippen. Daher ja auch z.B. Chelatoren, ein niedriger pH Wert oder nix das zsammen Gips ergibt. In der Aquaristik geht das so weit, daß Mikros und Makros getrennt verabreicht werden. Trotz EDTA & co.

 

Mit günstigen pH Messgeräten bekommt man noch halbwegs reproduzierbar Ergebnisse in ungepuffertem Wasser, wenn man die Messflüssigkeit per HCI auf über 150yS/cm bringt. Ich verwende lieber Teststreifen aus dem Laborbedarf. Die sind nicht so wartungsintensiv und bei weitem nicht so teuer wie eine hochwertige Elektrode.

 

Gruß 

Helmut

 

 

Hallo Helmut,

 

hier reden / schreiben wir aber aneinander vorbei.

Ich habe doch bei der Oxidation von Ammonium die Bakterien erwähnt und ich schreibe Nährlosung, nicht Stammlösung, also die verdünnte Lösung die zur Pflanzendüngung / Bewässerung genutzt wird. Und in dieser Lösung wird Ammonium von den vorhandenen Bakterien oxidiert. Dabei entsteht aus z. B. Ammoniumsulfat Salpetersäure und schweflige Säure (sofern keine Basen zur Pufferung da sind)

Wird Ammonium direkt aufgenommen gibt die Pflanze ein H3O+ dafür ab. Ebenfalls eine Versauerung und ebenfalls nicht IN der Pflanze.

 

Stimmt, Pflanzen scheiden an den Wurzeln z. B. Zitronensäure aus und lösen damit Fe III, das habe ich auch mehrfach so gelesen.

 

Sorry, aber bei der Photosynthese entweicht der Sauerstoff in die Luft, den Wasserstoff benutzt die Pflanze um aus CO2 und H Zucker, Stärke und so fort zu produzieren. Deshalb spaltet sie das Wasser ja. Und das Ammonium kann die Pflanze hervorragend nutzen um Aminosäuren zu produzieren. Da ist der Wasserstoff am Stickstoff nicht hinderlich sonder willkommen, denke ich mal.

 

Du meinst sicher mit KCl auf über 150 µS bringen, nicht mit HCl 😉

 

Wieso hast du einen reinen Phosphatdünger auf Nitrat getestet? Das erschließt sich mir nicht.

 

Stimmt, von der Elektrode bin ich auch schon lange weg, die Wartung ist nervig. Wenn die Lösung ungefärbt ist nutze ich gern Indikator aus der Aquaristik. Das klappt auch recht gut.

 

LG

Holger

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moskal

Sorry, mein Telefon hat anarchische Züge. KCI natürlich.

Habe im moment wenig Zeit, intressiere mich aber brennend für den Themenkomplex und würde den Faden die Tage gerne wieder aufnehmen.

 

Gruß Helmut 

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