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LIVE-DOKU - Rettung eines Cephalotus mit Mehltaubefall


Tobias Kulig

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Hallo zusammen,

ich hab ja schon ein paar mal erwähnt, daß ich auch viel mit Cephaloten rummache. Ich habe im GH noch ein paar Pflanzen mit massivem Mehltaubefall, bei denen auch dringend was gemacht werden muß. Bei der hier gezeigten Live-Doku gehts um einen "Fred Howell Giant", einem meiner absoluten Favoriten unter den Cephalotus Klonen. Der macht irre Eier, wenn er gut kultiviert wird.

 

Ich muß klarstellen, daß Mehltau nur bei ungünstigen Kulturbedingungen ausbricht! Ich habe aber komischerweise einige Töpfe direkt neben befallenen Töpfen, die gar nix haben oder bekommen! Warum das so ist, weiß der Geier. Jedenfalls habe ich mich dazu entschieden, ALLE Cephaloten von April bis kurz vor dem ersten Frost im Freien zu kultivieren. Aber zuerst muß ich noch die restlichen befallenen Pflanzen "retten", was auch ganz gut funktioniert. Fangen wir an:

 

1. Ihr seht hier den völlig unbehandelten Topf, den ich vorher aus dem GH geholt habe. Dieser ist voll mit vertrockneten Krügen und Blättern. Diese müssen zuerst vollständig entfernt werden, was mit einer griffigen Pinzette hervorragend geht. Dabei darf man auf keinen Fall zimperlich sein! Raus mit dem Dreck. Nachdem alle vertrockneten Pflanzenteile entfernt wurden, müssen auch unbedingt alle Pflanzenteile raus, bei denen man den Mehltau direkt sieht, auch wenns nur winzige Stellen sind! Weg damit.

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2. Wenn alles erfolgreich entfernt wurde, hat man einen ziemlichen Kahlschlag! Dies macht der Pflanze aber nix aus, im Gegenteil. Denn in den meisten Fällen kommen Neutriebe zum Vorschein, die Licht und Platz brauchen. Ich war eine Zeit lang ziemlicher Verfechter von grobem Quarzkies auf der Oberfläche. Dies halte ich inzwischen für einen großen Fehler! Man hat keinerlei Kontrolle über die Substratfeuchte, die man an der Farbe des Torfanteils an der Oberfläche bestens deuten kann. Mit dem Kies ist das unmöglich!

Also raus damit.....

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3. Jetzt ist so ziemlich alles freigelegt und man sieht auch, was unter der Oberfläche abgeht. Keine Angst, der Pflanze macht die Prozedur immer noch nichts aus!

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4. Jetzt kommt der wichtige Teil! Das fehlende Substrat muß jetzt wieder aufgefüllt werden. Bei mir hat sich inzwischen wieder ein sehr sandiges Torfsubstrat sehr gut bewährt! Ich mache hier eine Mischung aus Sand/Torf mit 2:1 bis 3:1. Hier kann man jetzt super die Substratfeuchte sehen und immer entsprechend reagieren. Dabei braucht man auch nicht zimperlich sein! Immer rein mit dem Zeug. Wenn hier grüne Neutriebe teilweise vergraben werden, macht das nix. Im Gegenteil! Diese werden jetzt im Übergang zur Freilandkultur vor direkter Sonne geschützt und brechen dann umso kräftiger durch die Oberfläche. Da ich sehr rabiat vorgehe, werden diese auch nicht speziell behandelt und wandern direkt in Sonne. Da die Wurzeln nicht gestört wurden, rechne ich auch mit einem direkten Weiterwachsen, ohne Wartezeit. Es ist natürlich möglich, daß es einen Sonnenbrand gibt. Aber wie Wolfgang es neulich so schön gesagt hat: "Nur die Harten kommen in den Garten"....

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So, das wars eigentlich schon. Ich werde natürlich updaten, sobald sich was tut.....

 

Gruß

Tobias

 

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Hallo Tobias und Grüße an alle anderen, die Cephalotus erfolgreich dauerhaft kultivieren möchten.

 

Ich habe es jahrelang mit meinem Cephibecken genauso gemacht bis auf einen einzigen Unterschied, ein Pinzette braucht es nicht, Daumen und Zeigef8inger reichen auch aus.

Cephalotus ist aus meiner langjährigen Erfahrung weder wurzelempfindlich noch oberirdisch irgendwie zickig, alles Befallene, komisch aussehende einfach raus reißen.  

 

Ich habe mir übrigens nicht einmal die Mühe gemacht, Substrat nach solchen Aktionen neu aufzufüllen, dann kamen die neue Krüge/Blätter eben aus Löchern neu hoch, macht dem auch nix aus. 😁

 

Grüße Wolfgang

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vor 8 Minuten schrieb Wolfgang Liere:

Ich habe es jahrelang mit meinem Cephibecken genauso gemacht bis auf einen einzigen Unterschied, ein Pinzette braucht es nicht, Daumen und Zeigef8inger reichen auch aus.

Grüß Dich, Wolfgang. Ja klar, da hab ich keine Zweifel! Ich machte es mit der Pinzette, um den Mehltau nicht großzügig zu verteilen.

 

vor 16 Minuten schrieb Wolfgang Liere:

Cephalotus ist aus meiner langjährigen Erfahrung weder wurzelempfindlich noch oberirdisch irgendwie zickig, alles Befallene, komisch aussehende einfach raus reißen.  

Sehe ich auch so. "Wurzelempfindlichkeit" definiere ich auf zwei Möglichkeiten: 1. Wurzelstörung = Exitus und 2. Wurzelstörung = Lange Wartezeit bis zum Weiterwuchs, wobei es drauf ankommt, wie tief das neu austreibende Gewebe sitzt.

Aber bei Cephalotus bin ich ganz Deiner Meinung! Abgenippelt ist bei mir auch noch keiner. Da wird im Netz viel übertrieben. Genauso der Unfug, daß Regenwasser in den Krügen tödlich ist. Bei jeder Pflanze, die ich kopfüber aus dem Topf gestürzt habe und sie wieder getopft habe, mache ich alle Krüge mit Wasser voll. Kein Problem....

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vor einer Stunde schrieb Tobias Kulig:

Grüß Dich, Wolfgang. Ja klar, da hab ich keine Zweifel! Ich machte es mit der Pinzette, um den Mehltau nicht großzügig zu verteilen.

Gruß zurück, Tobias.

 

Da hatte ich nie Probleme mit, wenn er draußen war. Der braucht frische Luft, natürliches Sonnenlicht und Wasser, was von oben vom Himmel herunterfällt.

Halt so, wie er in Australien wächst. 😂 Sonst wäre er da ja schon seit Jahrmillionen ausgestorben. 

 

Das ist aus meiner Sicht ja das in vielen Fällen das Problem hier mit auch anderen Karnivoren, da versuchen viele, die irgendwie mit künstlicher Beleuchtung, Osmosewasser, speziellen Substraten, Aquarien, künstlichen Temperaturabsenkungen indoor, Growzelten und weiß der Kuckuck noch was so gut es geht zu pflegen, dabei klappt vieles einfach einfach auch nur ohne alle Hilfsmittel einfach draußen nur im Garten, Gewächshaus, Moorbeet etc.

 

Da nehme ich natürlich besondere Dinge wie Nepenthes (die teilweise aber zumindest über Sommer auch den Garten mögen) und andere Sensibelchen aus. 😁

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Bei mir steht Cephalotus vom Frühjahr bis kurz vor dem Frost auch im Freien. Mehltau gibt es da praktisch nicht.

Im Winter tritt er aber gerne mal auf. Ich benutze dann bei ersten Zeichen (man sollte es vielleicht nicht so weit kommen lassen wie auf Tobias erstem Foto) ein Fungizid. Azoxystrobin (z.B. Ortiva) und ein ein Azol-Fungizid (z.B. Duaxo) funktionieren sehr gut und eine Behandlung reicht meist für den ganzen Winter. Leicht befallene Pflanzenteile muss man dann auch nicht entfernen.

Cephalotus wächst bei mir übrigens in rein mineralischem Substrat (z.B. Akadama, Kanuma, Bims zu gleichen Teilen) genauso gut wie in organischem:

 

Grüße

Jens

 

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vor 20 Stunden schrieb Wolfgang Liere:

Da hatte ich nie Probleme mit, wenn er draußen war. Der braucht frische Luft, natürliches Sonnenlicht und Wasser, was von oben vom Himmel herunterfällt.

Halt so, wie er in Australien wächst. 😂 Sonst wäre er da ja schon seit Jahrmillionen ausgestorben. 

Ja, das dachte ich mir schon. Eigentlich wollte ich sie schon viel früher (einige Saisons) rausstellen, aber ich bin kein Freund vom Hin und Her stellen. Deshalb hab ich es so lange hinausgezögert und eben immer wieder versucht. Und es sind eben auch nicht nur 3 Pflanzen, sondern 3 Euroschalen.

 

vor 20 Stunden schrieb Wolfgang Liere:

Das ist aus meiner Sicht ja das in vielen Fällen das Problem hier mit auch anderen Karnivoren, da versuchen viele, die irgendwie mit künstlicher Beleuchtung, Osmosewasser, speziellen Substraten, Aquarien, künstlichen Temperaturabsenkungen indoor, Growzelten und weiß der Kuckuck noch was so gut es geht zu pflegen, dabei klappt vieles einfach einfach auch nur ohne alle Hilfsmittel einfach draußen nur im Garten, Gewächshaus, Moorbeet etc.

Meine Worte! Im Freien funktioniert echt viel! Aber viele Leute haben leider nicht die Möglichkeit.

 

vor 20 Stunden schrieb Jens R.:

Im Winter tritt er aber gerne mal auf.

Im Winter hab ich dieses Problem nicht, da sie bei mir dann relativ trocken stehen. Es beginnt bei mir eigentlich immer mit der Bildung der Blütenstände.

 

vor 20 Stunden schrieb Jens R.:

Ich benutze dann bei ersten Zeichen (man sollte es vielleicht nicht so weit kommen lassen wie auf Tobias erstem Foto) ein Fungizid. Azoxystrobin (z.B. Ortiva) und ein ein Azol-Fungizid (z.B. Duaxo) funktionieren sehr gut und eine Behandlung reicht meist für den ganzen Winter. Leicht befallene Pflanzenteile muss man dann auch nicht entfernen.

Mit Fungiziden hab ich natürlich auch schon einiges versucht. Auch gemischt, um Resistenzen zu vermeiden. Jedoch ohne langfristigen Erfolg. Ich denke, die Freiland-Kultur ist wohl das beste Mittel.

 

vor 20 Stunden schrieb Jens R.:

Cephalotus wächst bei mir übrigens in rein mineralischem Substrat (z.B. Akadama, Kanuma, Bims zu gleichen Teilen) genauso gut wie in organischem:

Stehen sie dann in leichtem Daueranstau? Den Feuchtegrad im Substrat kannst Du ja nicht sehen. Oder schätzt Du?

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vor einer Stunde schrieb Tobias Kulig:

Stehen sie dann in leichtem Daueranstau? Den Feuchtegrad im Substrat kannst Du ja nicht sehen. Oder schätzt Du?

Nein, nicht dauerhaft. Ich gieße soviel, dass das Wasser aus der Schale in der sie stehen nach 1 oder 2 Tagen weg ist. Dann warte ich ein paar Tage bis ich wieder gieße. Im Winter gieße ich nicht von oben, nur über die Schale. Das Substrat saugt Wasser sehr gut. Man kann an der Farbe des Substrats an der Oberfläche ganz gut sehen, ob es feucht ist, es wird viel heller wenn es trocken ist (so wie auf dem Foto). Meist warte ich dann noch 1 oder 2 Tage bis ich wieder gieße. 

 

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vor 10 Stunden schrieb Jens R.:

Nein, nicht dauerhaft. Ich gieße soviel, dass das Wasser aus der Schale in der sie stehen nach 1 oder 2 Tagen weg ist. Dann warte ich ein paar Tage bis ich wieder gieße. Im Winter gieße ich nicht von oben, nur über die Schale. Das Substrat saugt Wasser sehr gut. Man kann an der Farbe des Substrats an der Oberfläche ganz gut sehen, ob es feucht ist, es wird viel heller wenn es trocken ist (so wie auf dem Foto). Meist warte ich dann noch 1 oder 2 Tage bis ich wieder gieße. 

Mit Akadama, Kanuma und Co hab ich keinerlei Erfahrung! Aber wenn man die Substratfeuchte bei diesen Substraten auch an der Helligkeit erkennen kann, scheint das Zeug echt gut zu sein. Ich hab schon gesehen, ich muß mir von dem Zeug mal ne Kleinigkeit bestellen. Für Tests natürlich 😉

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The best thing is outdoors....but if that's not possible for everyone, I recommend it Kanuma lapilli perlite With water always present And roots do not suffer Substrate always ventilated And the top is always dry Avoiding crown rot Unfortunately, powdery mildew forms with temperatures L above 22 c With high humidity Also inevitable for those who grow outdoors If you live in a humid area For me the only thing is to keep under control The plants day by day These periods 

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vor 22 Stunden schrieb Alfonso:

The best thing is outdoors....but if that's not possible for everyone, I recommend it Kanuma lapilli perlite With water always present And roots do not suffer Substrate always ventilated And the top is always dry Avoiding crown rot Unfortunately, powdery mildew forms with temperatures L above 22 c With high humidity Also inevitable for those who grow outdoors If you live in a humid area For me the only thing is to keep under control The plants day by day These periods 

In winter time i have no problems with the plants in my green house. They always looks healthy and strong with best colours. 

Only when it gets warm and hot do the problems with mildew begin.

I will now check all remaining plants and remove infected parts and put them outdoors. The plants will recover quickly.

 

 

Hier mal zwei Pflanzen, die direkt neben befallenen Töpfen stehen. Es ist ein "Dudley Watts" und rechts daneben ein junger "Julie Jones". Beide sind absolut sauber und gesund! Sie befinden sich in meinem sehr sandigen Torfmix und in leichtem Daueranstau.

 

Die befallenen Töpfe hingegen beinhalten alle totes Sphagnum mit Perlite. Vielleicht liegt tatsächlich hier das Problem! Denn das ist alles andere als luftig, eher dauernass! Ich werde jetzt ein paar Stunden Arbeit haben und dann wird es sich zeigen....

 

Gruß

Tobias
 

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Edited by Tobias Kulig
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