J.N.B. Posted September 9, 2024 Posted September 9, 2024 Da ich meine Substrate je nach Pflanze selber mische, holte ich mir neulich ein Lava+Bims+Zeolith (0.5mm - 5mm) Gemisch für ein paar Sukkulenten. Ich habe es auch noch mit Rindenfasermulch gemischt für ein paar Bromelien verwendet. In dem schweren Substrat fallen die nicht mehr so leicht um. Und bei Trichterbromelien ist das Substrat ja sowieso zweitrangig. Aber bevor ich jetzt einen Sack Vermiculite kaufe, würde mich interessieren, ob die oben genannte Mischung auch für manche Karnivoren funktionieren kann. Wie sieht da aus mit ph-Wert und Mineralen die ausgewaschen werden können? Hauptsächlich geht es hierbei um fast oder komplett mineralische Substrate für tropische und temperierte Pinguicula. Zumindest Lava habe ich schon als Zusatz in Pinguicula-Substraten gesehen. Speziell denke ich da so an P. calderoniae, P. immaculata und vielleicht auch P. alpina, aber zu letzteren finde ich allgemein nicht viel Info. Aber vielleicht ist es ja auch eine Option für lithophytische Utricularia oder Knollen-Utricularia.
Insectivorophilia Posted September 10, 2024 Posted September 10, 2024 Hallo J.N.B., wie Tobias Kulig hier im Forum dokumentiert hat, ginge damit auch Darlingtonia in hohem Anstau. Nur ob er Lava darin hat, müsste machgeprüft werden anhand des Kakteensubstrats, das er verwendet hat. Gruß Insektivorophilia
Andi G Posted September 10, 2024 Posted September 10, 2024 (edited) Schau mal hier, vielleicht kannst du da etwas Nützliches für dich raus ziehen, obwohl es um mexikanische Pings geht: https://forum.carnivoren.org/forums/topic/57199-mexikanische-pinguicula-bestes-substrat-und-erfahrungen/ Meine Pinguicula stehen derzeit in 50% Vermiculite und 50% Edelbims. Diese Mischung zieht genug Wasser an die Oberfläche. PH Wert hatte ich selbst nicht gemessen, die stehen allerdings auch in Leitungswasser (als die einzigen meiner Karnivoren natürlich). Edited September 10, 2024 by Ahnenzorn Link
J.N.B. Posted September 10, 2024 Author Posted September 10, 2024 Wow, ich dachte nicht, dass für die mexikanischen Pinguicula so viele unterschiedliche Substratbestandteile verwendet werden. Vielleicht probier ich es einfach mit ein paar. Ich kann ja ein paar Blattstecklinge von meiner P. calderoniae nehmen. Und von der U. sandersonii und U. nephrophylla kann man ja immer was abmachen.
Tobias Kulig Posted September 10, 2024 Posted September 10, 2024 (edited) vor 4 Stunden schrieb Insectivorophilia: wie Tobias Kulig hier im Forum dokumentiert hat, ginge damit auch Darlingtonia in hohem Anstau. Nur ob er Lava darin hat, müsste machgeprüft werden anhand des Kakteensubstrats, das er verwendet hat. Naja, was genau drin ist, weiß ich nicht genau. Es steht ja absolut nix auf dem Sack. Was ich aber eindeutig erkenne ist Zeolith, Bims und vermutlich Perlite. Ein paar dunkle Körner sehe ich auch, könnte Lava sein. Aber sehr wenig. An der Darlingtonia im topfhohen Anstau hab ich grad 182 microsiemens gemessen! Scheint aber den Darlings nix auszumachen. Die sind alle sehr kräftig. Edited September 10, 2024 by Tobias Kulig 1
J.N.B. Posted November 16, 2024 Author Posted November 16, 2024 Ich habe mal Drosera capensis, Pinguicula calderoniae, Utricularia sandersonii und Utricularia nephrophylla in eine Mischung aus Lava + Bims + Zeolit, Sand, Rindenfasermulch und weiter weiß ich nicht mehr, getopft. w bin mir nicht sicher ob ich Kokoserde, Torf oder keins vom beiden hinzugab. Aber ich kann von beidem keine Spuren finden. Sie stehen alle dauerhaft im Anstau. Die drei D. capensis sehen an sich gut aus, aber der eine hat sich irgendwie zurückgezogen. Die P. calderoniae sie normal aus, wenn auch etwas heller, als meine anderen. U. sandersonii wächst sehr gut und ist deutlich dunkler als die eine in Kokoserde. U. nephrophylla scheint zu leben aber ich konnte noch kein neues Blatt erkennen. Etwas enttäuschend, dafür dass sie auch als lithophytisch gilt.
JayPi Posted November 16, 2024 Posted November 16, 2024 (edited) Hi J.N.B., ich kuliviere alle meine tropischen Pings (Liste siehe unten), also nicht die temperierten oder warm-temperierten (und auch nicht manch schwierige "Hochland"-Art) in einem Kakteensubstrat, welches ich aus Knauserigkeit mit Vermiculite verdünne. Mit mineralischem Substrat und Vermiculite sehe ich den Vorteil, dass es gerade im Winter mal nicht so schnell "zu nass" wird wenn man mal bei Gießen nicht aufgepasst hat. Seitdem bekomme ich alle Pings wesentlich besser durch den Winter bei Zimmerhaltung. Im Sommer im Gewächshaus vertragen viele Arten auch mal bei sehr hoher Luftfeuchte eher länger den Daueranstau. Ähnlich wie bei @Tobias Kulig ist es bei mir auch eine schlichter, weißer Sack. Ich habe mein Substrat von "Bau & Gartenshop" (Screenshot müsste hier irgendwo zu sehen sein). Es ist auch Lava, Bims und Zeolith drinnen. In welchen Verhältnissen kann ich leider nicht sagen. Bezüglich der sandersonii: Da bin ich mal gespannt! U. sandersonii ist ja für Utri-Verhältnisse kaum totzukriegen (abgesehen von Subulata und Bisquamata). Ich halte meine sandersonii, sowie einige andere Arten mittlerweile auch in reiner Holzwolle mit Quarzsand. Nährstoffe kommen, denke ich, genug über Regenwasser mit rein. Bislang wachsen sie "gut". Ob besser oder schlechter als mit Sand/Torfgemisch kann ich allerdings nicht genau sagen. Vorteil ist halt, dass bei Holzwolle wesentlich weniger Moos (Frauenhaarmoos und Lebermoos) auftaucht. Das ist für mich der Hauptgrund. Ich experimentiere auch bei Cephis momentan mit diesem Kakteensubstrat in verbindung mit Kanuma, als auch mit Darlingtonia (letztere kann ich bislang aber eher nicht lange lebendig halten...) Ping-Liste (hoffe ich habe alle nicht-relevanten Pings rausgelöscht): Anna' agnata agnata (panaschiert) agnata x moctezumae bugbane calderoniae cyclosecta cyclosecta x emarginata debbertiana debbertiana x jaumavensis gigantea gigantea 'red leaves' gigantea typ white x moctezumae gigantea x moctezumae golden eye gracilis gracillis x moctezumae gypsicola hanka heterophylla ibarrae immaculata x pilosa johanna kondoi/reticulata laueana laueana x emarginata laxifolia linz macrophylla marciano martinezii medusina moctezumae moctezumae x cyclosecta moranensis 'alba' nivalis x laueana pillosa x crassifolia red starfish rotundiflora sethos spec 'Guatemala' sp. "Lautner coll. Lautner, 92-52" sp. Tehuacan sp. "Yucca Do 1718" Tina x Weser yucca do 1718 Edited November 16, 2024 by JayPi
J.N.B. Posted November 16, 2024 Author Posted November 16, 2024 vor 22 Minuten schrieb JayPi: Vorteil ist halt, dass bei Holzwolle wesentlich weniger Moos (Frauenhaarmoos und Lebermoos) auftaucht. Ja, in meinen anderen zwei Töpfen ist auch einiges an Moos. Ist glaube ich ein Sternmoos oder so. Sehr nervig. Habs auch aufgegeben das da rauszupuhlen. Und bei meinen mexikanischen Pings weiß ich noch nicht so ganz, wo ich die reintopfen soll. Ein paar sind auf dem Spaghettistein mit Torf + Sand + Vermiculite, der Rest in den originalen Töpfen. Aber für meine neuen P. grandiflora habe ich ein rein mineralisches Substrat gemischt. Die andere Hälfte steht wie P. vulgaris in Torf + Sand. Die kamen als Hybernakel und sind jetzt auch nur ein paar Monate drin, aber es bestätigt sich schon, was ich auf pinguicula.org las, nämlich, dass P. grandiflora sich besser im mineralischen Substrat macht. Aber mal sehen, wie die sich entwickeln. Vielleicht nehme ich das gleiche Substrat für die mexikanischen. Ich würde aber gerne trotzdem auch experimentieren, was für Bedingungen sowohl die temperierten als auch die mexikanischen so tolerieren können. In der Nature wachsen die ja auch auf Wiesen, an Bächen oder in Mexiko zwischen Agaven. Das sind ja nicht unbedingt mineral/salzarme Standorte. Leider findet sich wenig dazu im Internet.
JayPi Posted November 16, 2024 Posted November 16, 2024 Bei den temperierten hatte ich mich bislang noch nicht getraut. Ich war auch lange nicht mehr auf pinguicula.org unterwegs... ich werde es nächstes Jahr gleich mal mit experimentieren!. 1
Andi G Posted November 17, 2024 Posted November 17, 2024 (edited) Am 10.9.2024 um 18:19 schrieb J.N.B.: Wow, ich dachte nicht, dass für die mexikanischen Pinguicula so viele unterschiedliche Substratbestandteile verwendet werden. Vielleicht probier ich es einfach mit ein paar. Ich kann ja ein paar Blattstecklinge von meiner P. calderoniae nehmen. Und von der U. sandersonii und U. nephrophylla kann man ja immer was abmachen. Ist halt so eine Sache, wie im verlinkten Forumsbeitrag angemerkt. Ich habe bloß Pinguicula x 'Tina'. Die Pflanzen kommen mit der "einfachen" 50-50 Mischung aus Vermiculite und Bims aber wirklich gut zurecht. Obwohl die Mutterpflanze scheinbar gerade in Winterruhe geht*, halte ich einen schwachen Anstau mit Leitungswasser (also ca. 1 cm). Theoretisch wäre eine Trockenphase sinnvoll. Aber gerade nach dem Bericht im letzten Taublatt, habe ich Angst Pflanzen zwischenzeitlich trocken zu halten. Meine Substratmischung bietet eine permanente leichte Feuchte. Da sind teilweise sogar Wurzeln oberirdisch, welche einfach auf dem Substrat liegen *Bin mir da nicht komplett sicher, aber nach der Teilung bildet die Pflanze kleinere, sukkulentere Blätter und keine Blütenstängel mehr. Edited November 17, 2024 by Andi G Foto hinzugefügt
J.N.B. Posted March 15, 2025 Author Posted March 15, 2025 (edited) Die D. capensis sahen zwischendurch ja fast tot aus. Jetzt geht es aber wieder, abgesehen von der Tönung, welche vielleicht von höheren Salzgehalten kommt. Die Tönung erinnert mich etwas an Fotos von Naturstandorten, welche auch nicht salzfrei sind. Die U. sandersonii wächst immer noch gut weiter und macht bald die erste Blüte. Die U. nephrophylla zeigt seit einer Weile schon auch Wachstum. Die P. calderoniae sind noch in Winterrosette. Edited March 15, 2025 by J.N.B. 1
J.N.B. Posted Saturday at 12:42 PM Author Posted Saturday at 12:42 PM Hier wieder ein Update: Ich hatte die Schale ein Bisschen bei meinen Eltern vergessen und die sind etwas stark angetrocknet. Die D. capensis sehen wieder schlecht aus. Vielleicht doch zu viele Minerale. Die P. calderoniae und die beiden Utricularia scheinen komplett unbeeindruckt von möglichen hohen Mineralkonzentrationen. Vielleicht ist es ja auch nur ein ganz bestimmtes Mineral, dass dem Sonnentau schadet. Das kann ich so nicht sagen. Die beiden Utricularia sehen auch nicht aus, als ob die starken Schaden durch Trockenheit genommen haben. Nur bei der U. sandersonii sehe ich ein paar welke Blätter. Sie sind ja beide lithophytisch. Deshalb vertragen die möglicherweise das mineralreichere Substrat. Außerdem findet man bei den beiden Utricularia fasst gar kein Moos. Ein sehr positiver Effekt. 1
JanG_ Posted Saturday at 01:25 PM Posted Saturday at 01:25 PM vor 36 Minuten schrieb J.N.B.: Vielleicht ist es ja auch nur ein ganz bestimmtes Mineral, dass dem Sonnentau schadet. Das kann ich so nicht sagen. Lava, Bims und Zeolith sind meist schwach basisch. Wenn du die Pflanzen regelmäßig mit dest. Wasser spülst, sauer düngst, oder kräftige Pflanzen, die ihr eigenes saures Milieu schaffen einsetzt, wird das abgepuffert. Im Anstau und mit 'schwachen' Pflanzen gehe ich davon aus, dass es dem Sonnentau zu basisch wird. Kannst du ja mal mit pH-Teststreifen messen.
J.N.B. Posted Saturday at 02:11 PM Author Posted Saturday at 02:11 PM Ich gieße mit Osmosewasser, spüle die Schale aber nicht durch
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