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Die Kultur von Nepenthes veitchii


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Posted (edited)

Hallo liebes Forum!

 

Ich habe für meine Website eine Reihe Beiträge verfasst, die ich auch dem Forum hier gerne zur Verfügung stellen will.

Los gehts mit meiner Kulturerfahrung mit N. veitchii.

 

Nepenthes veitchii ist eine der variabelsten Arten innerhalb ihrer Gattung, was vor allem ihrem weiten Verbreitungsgebiet geschuldet ist. Sie kommt auf ganz Borneo vor, ist jedoch besonders häufig in der Region um das Maliau-Becken zu finden. Dort beeindruckt sie durch ihr Wachstum, indem sie mehrere Meter die Baumstämme hochklettert und diese geradezu mit ihren Blättern umarmt um sich festzuhalten. Die Kannen dieser Pflanzen können, insbesondere bei den Maliau-Exemplaren, bis zu 40 cm groß werden.

Die Art wächst in Höhenlagen von 0 bis 1500 Metern und kann daher sowohl als Tiefland- als auch als Intermediäre Art betrachtet werden.

 

Die N. veitchii ‚Candy‘

 

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N. veitchii 'candy'

 

Besonders begehrt ist die Form N. veitchii ‚Candy‘, auch bekannt als Bario-Form. Sie stammt aus der Region Bario südlich des Gunung Murud. Diese Variante zeichnet sich durch ihre runden Kannen mit auffällig gestreiftem Peristom und einem leuchtend roten Kannenkörper aus. Ihr Wachstum ist kompakt, ohne ausgeprägten Hochtrieb; stattdessen kriecht sie am Boden. Die Blätter dieser Form sind oft gewellt und leicht gesprenkelt. Häufig hängt sie mit dem Wachstumspunkt nach unten, was auf ihre Anpassung als Epiphyt hinweist – sie wird in der Natur sowohl an Bäumen hängend als auch am Boden kriechend gefunden.

Am natürlichen Standort zeigen jedoch nur wenige Exemplare die intensiven Farben und die charakteristische Rundheit. Wilderei hat diese Form stark bedroht, was die Nachfrage weiter anheizt. Manche sind bereit, vierstellige Beträge für gewilderte Pflanzen zu zahlen.

In Kultur hingegen gibt es die ‚Candy‘-Variante mittlerweile häufiger, vor allem dank Züchtern wie Christian Klein, der eigentlich die Meisten davon in Umlauf gebracht hat. Die Nachzuchten zeigen jedoch große Variabilität, und nicht alle Sämlinge erreichen die Qualität der Elternpflanzen.

Ein Nachteil der ‚Candys‘ ist ihr langsames Wachstum und ihre Empfindlichkeit gegenüber Pilzen und Schädlingen. Besonders kalte Temperaturen – wie 12 °C nachts im Winter – führen häufig zu Wachstumsstörungen. Sobald die Temperaturen jedoch steigen, setzt das Wachstum wieder ein.

Die Pflanze reagiert sehr gut auf Düngung, z. B. mit Osmocote-Langzeitdünger oder Wuxal, wobei ein ausgewogener Stickstoffgehalt und ausreichendes Licht essenziell sind. Bei stärkerem Licht entwickeln die Pflanzen intensivere Farben, besonders wenn die Nächte kühl sind. Hierbei gilt aber, wer eine intensive Farbe haben möchte, sollte weniger düngen. Wer schnell große Pflanzen haben will, sollte kräftig düngen.

 

Neben der ‚Candy‘-Form gibt es auch die Murud-Variante. Diese ist weniger farbenfroh und hat längliche Kannen mit weniger ausgeprägtem Streifenmuster. Die Blätter sind länglicher und an der Unterseite behaart. Die Pflanzen bilden deutlichere Langtriebe mit Internodien von 5 bis 10 cm Länge.

 

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N. veitchii 'murud x candy striped'

 

Blüte und Vermehrung

 

Nepenthes veitchii ist eine blühfreudige Art. Männliche Pflanzen blühen früher als weibchen und bilden große Blütenstände mit reichlich Pollen.

Ein häufiges Problem bei männlichen Blüten ist, dass sie oftmals 4 oder 5 Blüten hintereinander produzieren und dadruch zum einen sehr vie Energie aufwenden müssen, zum anderen aber, dass sie den Wachstumspunkt damit zerstören. Wenn dies der Fall ist wäre es am besten einen Stekling zu machen und die Pflanze an einer Nodie neu austreiben zu lassen.

Weibliche Exemplare blühen später und oft erst im Hochtrieb. Ein erfolgreicher Fruchtansatz zeigt sich durch stark anschwellen der Samenkapseln, die zwischen 30 und 50 Samen enthalten können.

Die Aussaat gelingt am besten auf Torf oder totem Sphagnum. Bereits nach 4 bis 6 Wochen zeigen sich die ersten Keimblätter. Schon bei den Sämlingen lässt sich gut erkennen, ob es sich um die Bario-/Candy-Form oder die Murud-Variante handelt. Sämlinge der Candy-Form entwickeln ab einer Größe von 1–2 cm fast runde, kompakte Blätter. Im Gegensatz dazu weisen Murud-Sämlinge schmale, spitz zulaufende Blätter auf, die auf ein länglicheres Wachstum hinweisen.

 

Meine Kulturbedingungen für Nepenthes veitchii

 

Obwohl Nepenthes veitchii eine wärmeliebende Art ist, muss sie in meinem Gewächshaus gelegentlich kältere Temperaturen aushalten. Besonders gut entwickeln sich die Pflanzen im Frühjahr und Herbst, wenn die Tagestemperaturen bis zu

30 °C erreichen und nachts auf etwa 12 °C abfallen. Auch die Verlängerung der Tageslichtdauer im Herbst, durch den Einsatz von Zusatzbeleuchtung, scheint sich positiv auf das Wachstum auszuwirken.

Erwachsene Exemplare wachsen grundsätzlich auch im Winter problemlos weiter, während es bei Sämlingen deutlich schwieriger ist, diese Jahreszeit zu überstehen. Der Sommer hingegen bereitet der Art häufig Probleme, besonders wenn es zu Stauwärme und hohen Nachttemperaturen kommt. Um dies zu vermeiden, ist es sinnvoll, die Pflanzen während des Sommers in den Halbschatten nach draußen zu stellen. Dort entwickeln sie sich in der Regel am besten.

Von März bis September dünge ich meine N. veitchii wöchentlich mit Blattdünger, wobei ich zwischen Rainmix und Wuxal Universal abwechsle. Die Dosierung erfolgt nach Gefühl, weshalb ich dazu keine genauen Angaben machen kann.

Zusätzlich mische ich bei erwachsenen Pflanzen etwa 10-15 Kugeln Langzeitdünger ins Substrat. Dieses Verfahren funktioniert gut, da überschüssige Nährstoffe bei jedem Gießen aus dem Substrat gespült werden können – die Pflanzen stehen nicht im Anstau. (Vorsicht: Im Anstau gehaltene Pflanzen sollten weniger Osmocote erhalten)

Die Luftfeuchtigkeit spielt bei dieser Art keine besonders große Rolle, ich versuche sie jedoch immer zwischen 60% und 90% zu halten.

Mit dieser Pflege gedeihen meine Nepenthes veitchii robust und entwickeln sich zu eindrucksvollen Exemplaren.

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N. veitchii 'candys'

 

Feedback und Fragen sind natürlich willkommen!

Liebe Grüße,

Luca

 

Edited by LucaB
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  • 7 months later...
Posted

Um den Beitrag nochmal hervorzuheben:

 

Hier meine N. veitchii ‚candy x candy‘ von CK - jetzt etwa 5 Jahre alt. Zuvor hatte sie immer nur grüne Kannen und kaum Streifen.

Geduld ist der Schlüssel.

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