J.N.B. Posted August 13, 2025 Posted August 13, 2025 Ich hatte letztes Jahr von jemandem aus dem Forum eine kleine Menge Drosophyllum Samen bekommen. Die hatte ich dann bis zum Frühling aufbewahrt. Einen großen Tontopf füllte ich mit einem Gemisch aus Torf, Sand, Vermiculite und Seramis. Keine Ahnung mehr ob noch etwas anderes. An den Rand pflanzte ich eine Erica lusitanica. Die Samen verstreute ich daneben. Dann stellte ich den Topf in einen etwa 4 cm hohen Untersetzer mit fast dauerhaft Wasser drin. Schräg kam manchmal etwas Regen aufs Substrat, was mir ein wenig Sorgen bereitete. Seit dem Umzug zu meinen Eltern im Sommer, steht der Topf in einem größeren Übertopf, da das Wasser bei der Hitze extrem schnell verdunstet. Hier steht er komplett ungeschützt vor Regen. Und jetzt sah ich den ersten (und vielleicht einzigen?) Sämling. Wegen der Blattrollung bin ich mir auch recht sicher, dass es kein D. filiformis ist. 3
partisanengärtner Posted August 13, 2025 Posted August 13, 2025 (edited) Das ist eine. Weitere Keimungen werden vermutlich noch in oder nach der nächsten Kühlperide kommen. Auch Lagerfeuerreste oder Grillreste können Keimungen auslösen. Edited August 13, 2025 by partisanengärtner 1
J.N.B. Posted August 13, 2025 Author Posted August 13, 2025 Ja, Kühlperiode... Das wird noch eine Hürde. Bisher ist mein Plan sie in den Wintergarten meiner Eltern zu stellen. Im Überwinterungszelt, welches letzten Winter bei -10°C außen, -3,8° innen hatte, wäre wahrscheinlich zu kalt. Ich las, dass leichte Fröste vertragbar wären aber das scheint mir riskant. D. capensis wird das gleiche über Frost gesagt und meiner hielt -3,8°C aus.
Gordon Shumway Posted August 13, 2025 Posted August 13, 2025 (edited) vor 17 Minuten schrieb J.N.B.: Ja, Kühlperiode... Das wird noch eine Hürde. Bisher ist mein Plan sie in den Wintergarten meiner Eltern zu stellen. Im Überwinterungszelt, welches letzten Winter bei -10°C außen, -3,8° innen hatte, wäre wahrscheinlich zu kalt. Ich las, dass leichte Fröste vertragbar wären aber das scheint mir riskant. D. capensis wird das gleiche über Frost gesagt und meiner hielt -3,8°C aus. Hallo! Meine Erfahrungen beschränken sich auf Sämlinge bis anderthalbjährige Jungpflanzen. Diese habe ich alle auf meiner Glasterrasse überwintert. Dabei haben sie mindestens -5,5°C abbekommen bei Wind- und niederschlagsgeschützten Bedingungen. Eher sogar weniger, da sie direkt an der Scheibe standen. War kein Problem. Ich überwintere so seit Jahren erfolgreich auch andere, nicht winterharte Arten: U. sandersonii und livida, D. alicea, capensis, rosseana und madagascariensis, P. spec. "Rio Ara" und emarginata. D. regia hat auch schon geklappt, der ist mir dann aber aus anderen Gründen eingegangen. Eingegangen sind sie mir dann die Drosos im 2. Jahr, Frühsommer, bei starken 20cm Höhe. Am Frost lag es jedenfalls nicht... Schönen Gruß, Ralph Edited August 13, 2025 by Gordon Shumway 1
J.N.B. Posted August 13, 2025 Author Posted August 13, 2025 vor 13 Minuten schrieb Gordon Shumway: Eingegangen sind sie mir dann die Drosos im 2. Jahr, Frühsommer, bei starken 20cm Höhe. Am Frost lag es jedenfalls nicht... Hatten die dann schon Samen angesetzt? Wenn die nach wenigen Jahren sterben, aber Samen ansetzten, kann ich das verkraften. Die sollen ja sowieso nach der Blüte viel empfindlicher auf Schwankungen der Bedingungen reagieren. Und solange ich die Kultur mit Samen fortsetzen kann, wäre ich zufrieden. vor 15 Minuten schrieb Gordon Shumway: Dabei haben sie mindestens -5,5°C abbekommen bei Wind- und niederschlagsgeschützten Bedingungen. Das hört sich gut an. Das Zelt wäre mir auch lieber, weil ich draußen keine Lampe brauche, sie drinnen nicht im Weg stehen und wenn gerade kein Frost ist, könnte ich es aufmachen und viel besser lüften als drinnen. vor 17 Minuten schrieb Gordon Shumway: Ich überwintere so seit Jahren erfolgreich auch andere, nicht winterharte Arten: U. sandersonii und livida, D. alicea, capensis, rosseana und madagascariensis, P. spec. "Rio Ara" und emarginata. Das finde ich auch sehr interessant. Der D. capensis, der den Frost überlebt hatte wollte ich auch wieder ins Zelt stellen und weiterhin so kultivieren und Samen davon aussäen. Wer weiß ob über ein paar Generationen toleranter gegenüber stärkeren Frösten werden können.
Gordon Shumway Posted August 13, 2025 Posted August 13, 2025 vor 53 Minuten schrieb J.N.B.: Hatten die dann schon Samen angesetzt? Wenn die nach wenigen Jahren sterben, aber Samen ansetzten, kann ich das verkraften. Die sollen ja sowieso nach der Blüte viel empfindlicher auf Schwankungen der Bedingungen reagieren. Und solange ich die Kultur mit Samen fortsetzen kann, wäre ich zufrieden Nein, leider nicht. Kenne mich mit dem Zeug auch nicht gut aus, bezweifle aber, dass sie im 2. Jahr schon fortpflanzungsfähig wären. Allgemein scheint der Konsens zu herrschen, dass diese Gattung erst in diesem Alter anfängt, "zickig" zu werden. Wobei mein Substrat und Bewässerung zugegeben auch ziemlich dilettantisch war (viel Torf, feiner Quarzsand, Anstau). vor 53 Minuten schrieb J.N.B.: Das hört sich gut an. Das Zelt wäre mir auch lieber, weil ich draußen keine Lampe brauche, sie drinnen nicht im Weg stehen und wenn gerade kein Frost ist, könnte ich es aufmachen und viel besser lüften als drinnen. Keine Ahnung, wie es in so einem Zelt läuft, klingt für mich aber nach viel stehender Luft. Zumindest in meinem Fall hatte ich Recht viel "Durchzug" durch die Spalten der Schiebeelemente der Fronttüre. Aber wie gesagt, ich bin weit davon entfernt, viel Erfahrung oder Erfolg mit Drosos zu haben.... vor 53 Minuten schrieb J.N.B.: Das finde ich auch sehr interessant. Der D. capensis, der den Frost überlebt hatte wollte ich auch wieder ins Zelt stellen und weiterhin so kultivieren und Samen davon aussäen. Wer weiß ob über ein paar Generationen toleranter gegenüber stärkeren Frösten werden können Auch ohne "natürliche Auslese" sind bei meinen capensis die Ausfallquoten sehr gering, sofern überhaupt. Das Zeug hat auch schon wochenlang zweistellig minus im Gewächshauskasten draußen überstanden. Allerdings mit deutlichem Schwund. Da mache ich mir inzwischen wirklich keine Sorgen um einen Totalverlust mehr. Im Zweifelsfall kommt er aus den Trilliarden überall verstreuter Samen wieder...
partisanengärtner Posted August 13, 2025 Posted August 13, 2025 Wenige Male haben bei mir Drosos bereits im ersten Jahr geblüht. Das blieben aber immer recht kleine Pflanzen. Bonsais. Im zweiten Jahr blühten bisher alle anderen und hörten auch im dritten und vierten nicht auf mehrmals im Jahr zu blühen. Frost unterhalb von -10 haben nicht alle ausgehalten. Jungpflanzen immer. Allerdings hielt ich sie dauerfeucht im Sommer wie im Winter. Es empfiehlt sich im Winter Zusatzbeleuchtung. Draußen halten sie Regen im Frühling Sommer klaglos aus. Außer auf schwimmenden Inseln sorgte ich dafür das die unteren Bereiche vorwiegend mineralisch waren und immer vergesellschaftet mit Erika und anderen Mykorrhiza-Pflanzen. Damit habe ich sie auch als ausgewachsene Pflanzen umtopfen können weil die Begleitpflanzen den Wurzelballen zusammenhielten. Ist hier alles im Drosobereich dokumentiert. Im Daueranstau sind sie so recht pflegeleicht. Wenn man Beschäftigte hat die wirklich regelmäßig gießen oder eine automatisierte Bewässerung soll das auch ohne Anstau funktionieren. Mir war das zu heikel. Gerade im Urlaub verliert man dann seine Pflanzen. 1 1
J.N.B. Posted August 25, 2025 Author Posted August 25, 2025 Habe vor ein paar Tagen eine zweite Drosophyllum gesehen. Die andere ist schon deutlich gewachsen. 1
partisanengärtner Posted August 25, 2025 Posted August 25, 2025 Vermutlich keimen die im beginnenden Herbst um mit ihren Wurzeln ausreichend tief zu kommen bis die trockene Jahreszeit die erste Auslese betreibt. Es keimten nie alle in einem Jahr. Aber einzelne kamen auch nach zwei Jahren zum keimen.
J.N.B. Posted August 25, 2025 Author Posted August 25, 2025 (edited) Ja ich hatte mich jetzt auch noch einmal genauer informiert. Die Samen haben wohl eine sehr hohe Keimrate, nur keimen sie nicht alle auf einmal. Und sie seien wohl auch sehr lange keimfähig und können aus bis zu 4cm Tiefe noch keimen. Sie bilden eine Art Samenbank im Boden und können deshalb auch da auftauchen, wo man eine Weile gar keine Exemplare mehr gesehen hat. Sehr interessant: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5604584/ Edited August 25, 2025 by J.N.B.
J.N.B. Posted December 1, 2025 Author Posted December 1, 2025 Die größte und eine später gekeimte haben die -6,7°C letzte Woche im Zelt gut überstanden. Prächtig und mit erfolgreichen Fängen trotz der Temperaturen. Die dritte kleine konnte ich nicht erkennen, aber im vollen Zelt komm ich da auch schlecht ran. Da kann ich mich nicht davor hocken. 3 1
partisanengärtner Posted January 7 Posted January 7 (edited) Häufige Wechsel zwischen stärkerem Frost und Tauperioden scheinen sie schlechter zu vertragen. Es gab bei mir dann immer den einen oder anderen Ausfall. Edited January 7 by partisanengärtner
J.N.B. Posted January 8 Author Posted January 8 Am 7.1.2026 um 14:31 schrieb partisanengärtner: Häufige Wechsel zwischen stärkerem Frost und Tauperioden scheinen sie schlechter zu vertragen. Es gab bei mir dann immer den einen oder anderen Ausfall. Mal sehen wie das in meinem Winterzelt weiter verläuft. Zum einem verlangsamt es Temperaturschwankungen, vor allem nach unten. Auf der anderen Seite beschleunigt es aber ein Aufwärmen.
J.N.B. Posted January 17 Author Posted January 17 -11,9°C haben die Drosophyllum auch überstanden. -8°C haben die D. capensis im Zelt daneben leider nicht mehr überstanden.
J.N.B. Posted March 10 Author Posted March 10 Bei den Drosophyllum lebt nur noch der größte, der zuerst gekeimt ist. Der kleine ist tot. Zu warm und feucht, die letzten Wochen im Zelt? Nach Frost sahen sie ja immer noch gut aus.
partisanengärtner Posted March 10 Posted March 10 Hast Du eine Zusatz-Beleuchtung im Zelt? Könnte vielleicht auch daran gelegen haben. Die großen haben mehr Reserven um Hungerperioden zu überstehen. Mit Zusatzbeleuchtung um die dunklen kurzen Tage des Winters auszugleichen haben sie vermutlich mehr Reserven um Zellschäden zu reparieren. Wobei bei mir und anderen manchmal auch tot erscheinende Stümpfe wieder ausgetrieben haben. Ich drück Dir die Daumen für eine erste Blühsaison. In den winterlichen Warmphasen wird leicht mehr Energie verbraucht als an Lichtenergie während des kurzen Tages wieder reinkommt. 1
J.N.B. Posted March 10 Author Posted March 10 vor einer Stunde schrieb partisanengärtner: Hast Du eine Zusatz-Beleuchtung im Zelt? Nein. Vielleicht lag es auch daran. Ich bin gespannt wann die blühen. Wenn die sich meist sowieso selbst bestäuben, dann brauche ich mir doch eigentlich keine Gedanken um genetische Vielfalt machen. Und später kann ich mir ja immer noch mal neue Samen holen.
partisanengärtner Posted March 10 Posted March 10 Vielleicht mal von einem Grill mal ein wenig Ruß wegkratzen und in viel Wasser lösen und damit an Stellen wo Samen liegen ein paar Tropfen aufbringen Alternativ auch mal mit einem Smoker drüber hauchen. Die Pflanze selber mit einem Blatt Papier schützen. Die Verbrennungsprodukte sollen Keimungen beschleunigen. Notfalls kann ich Dir auch ein paar Samen einer besonderen Form von Drosophyllum schicken. Besonders große Blüten und rote Spitzen an den Samenkapseln. Die könnte ich auch gleich mit einem Smoker behandeln. Als Imker habe ich sowas immer bei der Hand. Gruß axel
J.N.B. Posted March 11 Author Posted March 11 vor 16 Stunden schrieb partisanengärtner: Notfalls kann ich Dir auch ein paar Samen einer besonderen Form von Drosophyllum schicken. Besonders große Blüten und rote Spitzen an den Samenkapseln. Die könnte ich auch gleich mit einem Smoker behandeln. Als Imker habe ich sowas immer bei der Hand. Das ist ein nettes Angebot, dass ich annehmen würde. Aber diesmal pflanzen ich keine Erica lusitanica dazu. Die wächst viel zu schnell und zu groß. Ich wusste auch nicht, dass das eine Unterart oder Synonym der E. arborea ist. Vielleicht nehme ich diesmal eine E. tetralix oder Calluna.
partisanengärtner Posted March 11 Posted March 11 Bei mir war es Calluna, aber auch die Baumheide sollte durch Rückschnitt gut klein zuhalten sein. Die müssen dort ja auch den Wildverbiss aushalten. Nur nicht zu zögerlich sein, auch wenn man bei unserem Hobby nicht gerne mit Schnitt das Wachstum bremst. Die Bonsailiebhaber haben da weniger Probleme. Wegen der Nahrungskonkurrenz braucht man sich bei den Drosos keine Gedanken machen. Meine Calluna sind dort gekeimt und dann hatte ich noch ein paar Begleitpflanzen aus der Gegend ausgesäht. Also dringend zurückschneiden denn Lichtmangel mögen sie gar nicht. 1
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