Silverma Posted August 23, 2025 Posted August 23, 2025 Moin. Ich bin eigentlich ein kleiner Balkongärtner mit dem Schwerpunkt auf Beeren. Dank vieler Jahre Geduld und vertikalem Gärtnern habe ich auf einer Fläche von 2x3 Metern: 24 Erdbeeren 5 Goldbeeren 2 Zwerghimbeeren 2 Zwergbrombeeren 1 Wein 1 Japanische Weinbeere 1 Jostabeere 1 Maibeere Ich betreibe an der sonnigen Seite 3 55 Liter Kübel mit saurer Erde (sowie einige kleinere) für meine (Wild)Heidelbeeren Blaubeeren Pinkbeeren Preiselbeeren Moltebeeren, und Cranberrys. In den 3 Beeten ist mir dieses Jahr leider die Ackerbeere eingegangen und ich suche nun einen Ersatz. (Da die Ackerbeere geschmacklich eh nicht der Hit war, suche ich nach einem Ersatz. Rhododendron und Co kann jeder ist mir zu langweilig) Besonders interessant finde ich die Schlauchpflanze. Sie würde einen tollen Akzent schaffen. Meine Erde: Gemisch aus reinem Weißtorf, Pinienrinde und "Floragard Sauer" Mein Wasser: Entkalktes sowie angesäuertes Leitungswasser. ( PH 5.0 im Gießwasser) Standort: Norddeutschland Südwestbalkon überdacht. Direktes Sonnenlicht von ca 11 /12Uhr (Je nach Jahreszeit)- Sonnenuntergang. Aufbau der Beete: Unterpflanzung: Vaccinium myrtillus ( Europäische Wild Heidelbeere) Wuchshöhe ca 25cm Hauptpflanze jeweils eine Kulturblaubeere Wuchshöhe (Stammartig) 120cm+ Was ist mir Wichtig: Winterhärte! Möglichst Krankheitsresistenz "Pflegeleicht" im Sinne von keine speziellen extra Dünger. (Farbe: was Buntes) Über 40cm unter 100cm Frage: Wäre die Schlauchpflanze / Sarracenia mit 8 Unterarten? Hier die passende Wahl? Wie viele Strohhalme entwickelt so eine Pflanze? Wie viel Platz muss ich für eine Pflanze einplanen? Ich habe mir einige Bilder angeschaut und finde die Sarracenia leucophylla "Dionne" richtig schön. Wäre die eine gute Wahl? Was wäre für meine Zwecke die Ideale Schlauchpflanze? Sorry für den vielen Text
Fliegenfänger Posted August 23, 2025 Posted August 23, 2025 Alle Sarracenien wären da eigentlich Ideal für so ein Projekt. Alle Arten als auch Hybriden sind sehr auffallend und pflegeleicht. Wenn du etwas besonders winterhartes willst empfehle ich dir Sarracenia oreophila. Wie viele Schläuche eine Sarracenia entwickelt hängt vom Alter der Pflanze ab sowie auch den Kulturbedingungen. Wenn der Platz windstill ist dann bilden Sarracenien oft größere Schläuche. LG Fliegenfänger
s2m Posted August 23, 2025 Posted August 23, 2025 Ich finde die Sarracenia 'Tygo' sehr pflegeleicht. Winterhart, blüht wie Teufel und hält alles aus
Jottess2 Posted August 24, 2025 Posted August 24, 2025 Ja die sarracenia x tygo ist eine wirklich sehr gute Wahl hierfür, weil es eine Hybride aus S. flava und S. oreophila ist und dadurch sehr robust und wüchsig ist. (Bekommt man auch ab zu aus dem Baumarkt ) LG Junis
Silverma Posted August 24, 2025 Author Posted August 24, 2025 Danke für Die Antworten! Ich hab mich ein bisschen eingelesen und frage mich gerade ob das Projekt überhaupt umsetzbar ist. Die Wildheidelbeeren würden die Sarracenia in Sommer überwuchern. Wenn ich das richtig verstanden habe müssen Sarracenia in Wasser "stehen" was ja wiederum zu Wurzelfäule meiner Beeren führen würde. Da mich die Pflanze aber sehr interessiert habe ich überlegt 2-3 + Begleitpflanzen in ein Extra Kübel zu setzen. Bitte gerne um Korrektur sollte ich hier falsch liegen!
Fliegenfänger Posted August 24, 2025 Posted August 24, 2025 Hallo, Sarracenien müssen nicht im Wasser stehen. Kann man machen um sich das gießen zu ersparen. Bei mir wachsen die auch gut wenn man sie normal gießt. Weitere Interessante Pflanzen neben den Sarracenien wären Venusfliegenfallen und winterharte Droseras sowie auch Winterharte Fettkräuter. Viel Erfolg mit dem Projekt und liebe Grüße Fliegenfänger
partisanengärtner Posted August 24, 2025 Posted August 24, 2025 Auf schwimmenden Inseln geht beides sehr gut. Weder faulen bei Preisselbeeren, einheimischen Wildheidelbeeren oder auch amerikanischen Kulturformen die Wurzeln, noch vertrocknen die Sarracenien, Darlingtonien, Drosera oder Pinguicla. Im Gegenteil vielfältige stabile Mykorrhiza-Beziehungen entwickeln sich dort. Einzig gelegentliche Eingriffe um das Überwuchern von kleineren Arten zu verhindern sind zumindest einmal Jährlich anzuraten.. Alles mehrere Jahre ausprobiert. Selbst diverse Orchideen sind so aus Samen zu ziehen. Die Art der Schwimmkörper sind extrem Variabel. Eigentlich geht alles was dauerhaft schwimmt und frostfest ist. Ideale Abdeckung ist Mikrofaservlies das UV beständig ist und dauerhafte Befeuchtung gewährt. Anaerobe Zustände entstehen so nur wenn die Moose anfangen die Insel durch ihr wachsendes Gewicht zu versenken und der Besitzer keine weiteren Schwimmkörper darunter schiebt, oder das Moos aberntet. Sollte man schon einmal im Jahr machen. Genauso wie den Wasserstand alle 1-3 Monate kontrollieren. Dazu braucht es keinen aufwendigen Anzeiger. Die Insel sinkt ja mit dem Wasserstand. https://forum.carnivoren.org/forums/topic/55141-simple-hydroponik-mit-lebendigem-boden/ 1
s2m Posted September 21, 2025 Posted September 21, 2025 Am 23.8.2025 um 17:01 schrieb Fliegenfänger: empfehle ich dir Sarracenia oreophila. Die habe ich auch und daher möchte dazu etwas beitragen (hoffentlich nicht zu spät): Anfangs hatte ich sie zu tief gesetzt, wodurch sie weder nennenswert gewachsen ist noch geblüht hat, Nachdem ich sie höher gesetzt habe, ist sie wesentlich breiter geworden, hat viele schöne Schläuche gemacht und geblüht. Im Spätfrühjahr habe ich sie in unser neues Moorbeet umgesetzt, was sie mit vielen Schläuchen "gedankt" hat, aber nix mit Blüte(n). Vor einer guten Woche habe ich zufällig eine bodennahe Blüte entdeckt. Im September! Nett von ihr
Tobias Kulig Posted September 21, 2025 Posted September 21, 2025 Am 23.8.2025 um 16:56 schrieb Silverma: Meine Erde: Gemisch aus reinem Weißtorf, Pinienrinde und "Floragard Sauer" Mein Wasser: Entkalktes sowie angesäuertes Leitungswasser. ( PH 5.0 im Gießwasser) Mh, ich weiß jetzt nicht, ob ich da was falsch verstehe? Aber ich stelle mir grad die Frage, warum Du Dein Beerenzeugs in saure Erde pflanzt und mit entkalktem Wasser gießt? Meine Frau Olivia kultiviert als Hobby auch allerhand Beerengehölze und wir haben hier, auf der kleineren von zwei Terrassen, auch viel in Topfkultur. Einiges davon als Säulenobst, was kaum Platz braucht. Allerdings steht bei uns alles in normaler Pflanzerde und wir gießen mit kalkhaltigem Leitungswasser (Schwäbische Alb). Nur die Moosbeere steht bei uns in Torf und wird mit Regenwasser gegossen. Wir haben in etwa den gleichen Bestand wie Du und satte Erträge. Das Ganze in Süddeutschland auf der ungeschützten Südseite unseres Hauses. Wenn Du zusätzlich ein paar Sarras willst, empfehle ich Dir eine 90 Liter Mörtelwanne. Diese findet immer Platz, da man sie irgendwo in eine Ecke drücken kann. Aber ich kenne Deine Gegebenheiten nicht. Alles in allem sind Beerengehölze eine tolle Sache, da man draußen immer was zu naschen hat. Draußen im Garten haben wir noch ein Dreieck, welches wir auch noch mit Säulenobst zuknallen. Dann kann das über den Winter einwachsen und nächstes Jahr loslegen. Einen Wermutstropfen hats aber doch: In der ersten Saison tragen sie noch nicht, oder nur spärlich. Unser erster Säulenapfel trug im ersten Jahr 2 Äpfel. Einer für Olivia und einer für mich. Jetzt hat er aktuell 25 Äpfel dran, die wir nächste Woche ernten.... 1
Fliegenfänger Posted September 21, 2025 Posted September 21, 2025 vor einer Stunde schrieb Tobias Kulig: Mh, ich weiß jetzt nicht, ob ich da was falsch verstehe? Aber ich stelle mir grad die Frage, warum Du Dein Beerenzeugs in saure Erde pflanzt und mit entkalktem Wasser gießt? Meine Frau Olivia kultiviert als Hobby auch allerhand Beerengehölze und wir haben hier, auf der kleineren von zwei Terrassen, auch viel in Topfkultur. Einiges davon als Säulenobst, was kaum Platz braucht. Allerdings steht bei uns alles in normaler Pflanzerde und wir gießen mit kalkhaltigem Leitungswasser (Schwäbische Alb). Nur die Moosbeere steht bei uns in Torf und wird mit Regenwasser gegossen. Wir haben in etwa den gleichen Bestand wie Du und satte Erträge. Das Ganze in Süddeutschland auf der ungeschützten Südseite unseres Hauses. Wenn Du zusätzlich ein paar Sarras willst, empfehle ich Dir eine 90 Liter Mörtelwanne. Diese findet immer Platz, da man sie irgendwo in eine Ecke drücken kann. Aber ich kenne Deine Gegebenheiten nicht. Alles in allem sind Beerengehölze eine tolle Sache, da man draußen immer was zu naschen hat. Draußen im Garten haben wir noch ein Dreieck, welches wir auch noch mit Säulenobst zuknallen. Dann kann das über den Winter einwachsen und nächstes Jahr loslegen. Einen Wermutstropfen hats aber doch: In der ersten Saison tragen sie noch nicht, oder nur spärlich. Unser erster Säulenapfel trug im ersten Jahr 2 Äpfel. Einer für Olivia und einer für mich. Jetzt hat er aktuell 25 Äpfel dran, die wir nächste Woche ernten.... Servus Tobias Kulig, Tatsächlich wachsen z.B Heidelbeeren in Mooren/Heiden weshalb man diese genauso wie Sarracenia kultiviert werden. Tatsächlich gibt es Beeren die diese Bedingungen mögen, Von daher kann man das nicht mit dem herkömmlichen Obst vergleichen ;- ) Viel Erfolg bei der Ernte und mit besten Grüßen Fliegenfänger
Tobias Kulig Posted September 21, 2025 Posted September 21, 2025 vor 22 Minuten schrieb Fliegenfänger: Tatsächlich wachsen z.B Heidelbeeren in Mooren/Heiden weshalb man diese genauso wie Sarracenia kultiviert werden. Servus fly catcher, Das mag ja sein, ist aber völlig unnötig und Verschwendung von kostbarem Weißtorf (ausser bei Moosbeere und Heidelbeere). Du mußt meinen gesamten Text lesen, wo ich das weiter oben mit den Beeren und der Pflanzerde erwähnt habe. vor 27 Minuten schrieb Fliegenfänger: Tatsächlich gibt es Beeren die diese Bedingungen mögen, Von daher kann man das nicht mit dem herkömmlichen Obst vergleichen ;- ) Ja, z.B. die Moosbeere und die kultivieren wir auch als Moorbeetpflanze. Bei den Heidelbeeren machte Olivia etwas von meinen Torfabfällen rein. Alle anderen Beerengehölze wie: Erdbeeren Himbeeren Brombeeren Johannisbeeren (schwarze und rote) kultivieren wir ausschließlich mit normaler Pflanzerde. Nur bei den Heidelbeeren ist etwas Torf mit drin. Das andere Säulenobst, wie Säulenapfel, hab ich nur so erwähnt. 8 1
partisanengärtner Posted September 21, 2025 Posted September 21, 2025 (edited) Die schwedische Ackerbeere Rubus arcticus kannte ich noch nicht. Vermutlich gibt es davon sehr viele Varianten. Das Deine nicht so dolle schmeckten kann also durchaus auch am jeweiligen Klon gelegen haben. Auch die wilden Brombeeren aber auch den Kultursorten gibt es viele die kaum sammelwert sind. Bei seinen vielen Beerenarten die in einem extra Block aufgeführt sind ist saurer Boden wirklich wichtig. Viele davon bekommt man kaum irgendwo. Das er die anderen Früchte vorher aufgeführt hat macht das Mißverständnis von Tobias nachvollziehbar Edited September 21, 2025 by partisanengärtner
Tobias Kulig Posted September 21, 2025 Posted September 21, 2025 vor 44 Minuten schrieb partisanengärtner: Das er die anderen Früchte vorher aufgeführt hat macht das Mißverständnis von Tobias nachvollziehbar Ja, scheint tatsächlich so! Aber Heidelbeeren sind eigentlich Blaubeeren. Ob jetzt sauer oder nicht, ist alles sehr lecker.
partisanengärtner Posted September 21, 2025 Posted September 21, 2025 Was man heutzutage als Blaubeeren oder Kulturheidelbeeren kaufen kann sind unterschiedliche Hybriden aus Nordamerikanischen Wildarten- Gerade bei solch leicht zu verwechselnden deutschen Namen würde ich die lateinische Bezeichnung bevorzugen. Obwohl er ja ausdrücklich (Wild) Heidelbeeren geschrieben hat. Also vermutlich deutlich unterschiedliche Arten. Alle beiden bevorzugen Böden die auch für Sarracenien tauglich sind.
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