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Utricularia inflata am "Naturstandort" in Bayern


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Christian Dietz
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Hallo,

 

in den letzten 2-3 Wochen war ich mit Tim Beier in Süddeutschland und Österreich unterwegs. Unser Ziel war es möglichst viele Leute zu treffen, Sammlungen anzuschauen und einfach eine gute Zeit zu haben. Das ist uns - ich denke - gut gelungen. Vielen Dank nochmal an alle, die wir besuchen konnten, uns ihre Sammlungen gezeigt haben bei denen wir zu Gast sein durften! Ihr wisst hoffentlich, wo ich wohne, falls ihr mal in meine Ecke kommt 🙂

 

Während dieser Reise hat uns Stefan Ippenberger auch das ein oder andere Moor in Bayern gezeigt. In einem der Moore wurden wir auf ganz besondere Art fündig. Zu unserem Erstaunen konnten wir dort Utricularia inflata finden. Diese Art ist eigentlich in den Südstaaten der USA heimisch. Wie wir mittlerweile wissen ist sie von diesem Standort seit etwa 2016 bekannt. Die folgenden Bilder habe ich vor wenigen Tagen dort aufgenommen. Schaut sie Euch einfach mal an.

 

IMG_5569-utricularia_inflata.jpg

 

IMG_5577-utricularia_inflata.jpg

 

IMG_5578-utricularia_inflata.jpg

 

IMG_5582-utricularia_inflata.jpg

 

IMG_5589-utricularia_inflata.jpg

 

IMG_5600-utricularia_inflata.jpg

 

Viele Grüße

Christian

 

 

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Tobias Kulig
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Hallo Christian,

wie immer hast Du uns tolle Aufnahmen gezeigt, vielen Dank dafür! So ein längerer Trip ist bestimmt sehr aufschlußreich, wenn man mal die Kulturbedingungen anderer Leute sehen kann. Da gab es an Inspirationen bestimmt viel mitzunehmen! Für mich persönlich gibts nix besseres, als über unser Hobby fachzusimpeln. Die Stunden vergingen dabei wie im Flug...

Im übrigen wußte ich gar nicht, daß es bei uns U. inflata gibt! Vielen Dank für das Zeigen dieses Standortes! 

 

Grüße

Tobias

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Hallo,

ist bekannt, warum sie nicht entfernt wird? Das lässt sich in so einem kleinen Gewässer noch durchführen, bevor sie sich weiter ausbreitet.

 

Grüße

Ronny

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Fliegenfänger
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vor 1 Minute schrieb Ronny K.:

Hallo,

ist bekannt, warum sie nicht entfernt wird? Das lässt sich in so einem kleinen Gewässer noch durchführen, bevor sie sich weiter ausbreitet.

 

Grüße

Ronny

Servus Ronny   : )

 

Was meinst du genau mit "entfernen" ? Zum Schutz weil es eine invasive Art ist oder weil sie nicht als Zierpflanze illegal abgesammelt wird ? Oder weil sie sich dem Anschein nach sehr rasant vermehrt ?

 

Vielen Dank im voraus und mit besten Grüßen   : )

Fliegenfänger

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Hallo,

wenn irgendwo eine neue Art durch den Menschen eingeschleppt wird, ist es ratsam sie sofort zu entfernen, bevor sie möglicherweise invasiv wird. Wenn man abwartet und beobachtet, ob sie invasiv wird und erst dann tätig wird, ist es möglicherweise schon zu spät. Natürlicherweise steigen dann auch die Kosten. Außerdem stehen bereits alle einheimischen Arten auf den Roten Listen.

U. inflata ist in Bayern seit 20 Jahren bekannt und wird beobachtet. Sie gilt als unbeständig. Für mich ist das unverständlich. Man weiß z.B. von Senecio inaequidens, dass es jahrzehntelang unbeständig war. Nun ist das Zeug überall. 

 

https://daten.bayernflora.de/de/info_pflanzen.php?taxnr=36465#name=36465,yearGrouping=2,yearColorGrouping=1,map=5/45.512/19.742

 

Grüße

Ronny

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Tobias Kulig
Posted
vor 52 Minuten schrieb Fliegenfänger:

Was meinst du genau mit "entfernen" ? Zum Schutz weil es eine invasive Art ist

Weil diese Art nicht hierher gehört. Sie stammt aus den USA.

 

Ich hab da grad mal ein bißchen im Netz gestöbert und ein paar interessante Dinge gelesen: Laut dem BIB wurde die Art wohl dort angesalbt und seit 20 Jahren dort beobachtet. Da steht sogar der Standort drauf und scheint wohl offiziell zu sein. Die genauen Hintergründe konnte ich allerdings nicht finden.

  • Danke 1
Christian Dietz
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Hallo,

 

wenn man sieht, welche dicken Matten die Pflanzen bilden kann man sicher davon ausgehen, dass sie dem See eher schadet. Daher wäre es sicher nicht verkehrt, sie dort wieder rauszunehmen. Ob das noch gelingt und wie einfach das ist kann ich schwer einschätzen. Mit einer einzigen Aktion ist das sicher nicht getan.

 

Gruß

Christian

Tobias Kulig
Posted
vor 29 Minuten schrieb Christian Dietz:

wenn man sieht, welche dicken Matten die Pflanzen bilden kann man sicher davon ausgehen, dass sie dem See eher schadet. Daher wäre es sicher nicht verkehrt, sie dort wieder rauszunehmen. Ob das noch gelingt und wie einfach das ist kann ich schwer einschätzen. Mit einer einzigen Aktion ist das sicher nicht getan.

Sehe ich auch so. Wäre so eine Entfernung händisch eigentlich machbar?

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vor 2 Stunden schrieb Ronny K.:

Wenn man abwartet und beobachtet, ob sie invasiv wird und erst dann tätig wird, ist es möglicherweise schon zu spät.

Da kann ich nur zustimmen. Wenn eine Art hier nicht heimisch ist, dann kann sie sich entweder nicht durchsetzen, oder sie schadet dem Ökosystem. Warum warten?

 

vor 2 Stunden schrieb Tobias Kulig:

Sehe ich auch so. Wäre so eine Entfernung händisch eigentlich machbar?

Wenn sie so viele Teppiche bildet, wäre ein regelmäßiges rausziehen durchaus einfacher als einzelne Exemplare zu sammeln. Und auf Dauer könnte das bestimmt zum Rückgang dieser Art führen.

Tobias Kulig
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vor 18 Minuten schrieb J.N.B.:

Wenn sie so viele Teppiche bildet, wäre ein regelmäßiges rausziehen durchaus einfacher als einzelne Exemplare zu sammeln.

🤣🤣🤣 Ich hab jetzt nicht gemeint, einen Ausverkauf zu machen, wo man Einzelpflanzen vercheckt. Ich meinte das eher so, daß man nicht mit schwerem Gerät (z.B. Bagger) anrücken muß und das Moor dadurch plattmacht. Schon mal zugeschaut, wenn man ein verlandetes Gewässer aushebt. So ungefähr stell ich mir das vor. Das Gewicht von vollgesogenen Pflanzen direkt aus dem Wasser ist nicht zu unterschätzen! Mit einem Kescher braucht man da nicht anfangen wollen. 

Posted
vor 1 Minute schrieb Tobias Kulig:

Ich hab jetzt nicht gemeint, einen Ausverkauf zu machen, wo man Einzelpflanzen vercheckt.

Dann habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich meinte einzelne Pflanzen entfernen, wie man es bei vielen anderen invasiven Arten machen muss.
Wobei ein Verkauf mancher invasiver Arten auch die Entfernung finanzieren könnte, sofern diese in einem Garten keine Verbreitungsgefahr darstellen (wie etwa S. purpurea, welche spezielle Bedingungen braucht und von alleine nicht in ein Moor gelangt).

Ich hatte an Mistgabeln gedacht. Damit könnte man die Teppiche herausfischen, ohne wenig Schaden anzurichten.

Tobias Kulig
Posted
vor 22 Minuten schrieb J.N.B.:

Dann habe ich mich falsch ausgedrückt.

Nein, nein, das paßt schon so! War nur ne ironische Äußerung meinerseits. 

 

vor 24 Minuten schrieb J.N.B.:

Ich hatte an Mistgabeln gedacht. Damit könnte man die Teppiche herausfischen, ohne wenig Schaden anzurichten.

Mistgabeln, in Verbindung mit Fackeln, erinnern mich da eher ans Mittelalter. Oder an nen Schweinestall, aber der, wo auch tatsächlich Schweine drin sind. Aber mal im Ernst, ich glaube nicht, daß man da weit kommt. Da braucht man große Netze und nen Liebherr Mobilkran (mein Job), den man durchaus ein Stück weiter weg aufbauen kann. 

 

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vor einer Stunde schrieb Tobias Kulig:

Mistgabeln, in Verbindung mit Fackeln, erinnern mich da eher ans Mittelalter. Oder an nen Schweinestall, aber der, wo auch tatsächlich Schweine drin sind. Aber mal im Ernst, ich glaube nicht, daß man da weit kommt. Da braucht man große Netze und nen Liebherr Mobilkran (mein Job), den man durchaus ein Stück weiter weg aufbauen kann. 

Wir nutzen Mistgabeln häufig um Grünschnitt aufzusammeln auf Arbeit.
Und um Krebsscheren aus einem zugewucherten Teich zu entfernen, hat die Idee mit einem Netz nicht geklappt. Die Lösung war ein kleines Floß, Mistgabeln und Azubis. 😂
ein Netz mit einem Kran rausziziehen wäre schon etwas anderes, aber auch nicht sehr schonend für andere Pflanzen und möglicherweise dem Grund des Gewässers.

schilfkolben
Posted
vor einer Stunde schrieb Tobias Kulig:

Da braucht man große Netze und nen Liebherr Mobilkran (mein Job), den man durchaus ein Stück weiter weg aufbauen kann. 

Lieber Tobias, das ist völliger Quatsch. Für derartige Aktionen in solchem Terrain ist die Bundeswehr zuständig. Da dürfen sie auch in Friedenszeiten im Inneren walten. Für Utricularia haben die entsprechende Bergungsfahrzeuge und Verbrennungsanlagen. Das zahlt dann auch der Steuerzahler und nicht der Verein. Einfach mal anfragen.

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partisanengärtner
Posted (edited)

"Invasiv " können durchaus heimische Arten auch. Das Jakobsgreiskraut war einst hier ein seltenes Gewächs in Trockenrasengesellschaften. U. A. Wirtspflanze eines immer noch sehr seltenen Falters.

Jetzt ist es nahezu ubiquitär. Auslöser für diese Massenvermehrung ist wohl der menschlichen Landnutzung zu verdanken.

Das diese Pflanze darüberhinaus auch großen wirtschaftlichen Schaden anrichtet, würde eine vorausschauende Ausrottung aller derart gefährlichen Arten rechtfertigen.

Pyrrolizidin-Alkaloide sind bei Weidevieh und Menschen stark leberschädigend. Akkumulationen wegen der oft geringen Abbaubarkeit auch über Jahre hinweg machen das noch viel gefährlicher.

Gefährliche Arten könnten ja alle möglicherweise invasiv werden. Weil wir Ihre Gegenspieler aus dem Tier und Pflanzenreich so erfolgreich dezimiert haben. Dazu müssen sie nicht gebietsfremd sein.

 

Mittlerweile heimische Arten der Utrikularien kommen in ihren geeigneten Habitaten oft massenhaft vor. Selbst Aldrovanda zeigt dieses Massenverhalten. Die Verbreitungswege  sind nicht so effektiv, das man da eine Vernichtung ins Auge fassen müsste. Unbeständige Arten sind auf alle Vektoren angewiesen um überhaupt zu überleben.

 

Mich erinnert diese "Auslöschunghysterie" an die Extermination der Dionaea Standorte in der Nähe von Frankfurt. Gewächse die so wenig in der Lage sind einen Lebensraum zu dominieren wie diese würde ich genauso tolerieren. Der Klimawandel und die menschliche Landnutzung/Verbrauch wird uns sowieso schneller ärmer machen als wir uns überhaupt vorstellen können. Die genetischen Krüppel der Dionaea Kultur werden vermutlich genausowenig in der Lage sein die Art über die Zeiten zu retten wie das bei der Schokoladen Cosmee der Fall war. Obwohl in Gartenkultur weltweit verbreitet war sie bisher selbst am Originalstandort nicht in der Lage ohne menschliche Eingriffe zu überleben.

 

Edited by partisanengärtner
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Tobias Kulig
Posted
vor 2 Stunden schrieb schilfkolben:

Lieber Tobias, das ist völliger Quatsch.

Naja, im Quatsch erzählen bin ich eben unschlagbar! Da leg ich mich mit jedem an 😁. Manchmal ist auch eine gehörige Portion Ironie dabei.

vor 3 Stunden schrieb J.N.B.:

Und um Krebsscheren aus einem zugewucherten Teich zu entfernen, hat die Idee mit einem Netz nicht geklappt. Die Lösung war ein kleines Floß, Mistgabeln und Azubis. 😂

Ich glaube nicht, daß das an einem gemütlichen Mittag getan ist. Dafür sind diese Matten einfach zu groß. Und wo packst Du die Utris auf dem Floß hin? Willst Du wegen ein paar Körben immer ans Ufer zurück? Du mußt halt schauen, daß Du bis zur Rente fertig wirst...

Posted
vor 4 Stunden schrieb schilfkolben:

Lieber Tobias, das ist völliger Quatsch. Für derartige Aktionen in solchem Terrain ist die Bundeswehr zuständig. Da dürfen sie auch in Friedenszeiten im Inneren walten. Für Utricularia haben die entsprechende Bergungsfahrzeuge und Verbrennungsanlagen. Das zahlt dann auch der Steuerzahler und nicht der Verein. Einfach mal anfragen.

Meinst du in etwa so? Da haben die viel Erfahrung 😖😂

 

Bekämpfung invasiver Pflanzen

 

LG

Holger

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Hallo, 

natürlich können heimische Pflanzen sich massiv ausbreiten, wenn man den Lebensraum entsprechend verändert. Es breiten sich dann aber auch die natürlichen Gegenspieler, die es eben auf Grund gemeinsamer Evolution, gibt ebenfalls aus. Gebietsfremde Arten haben diese Gegenspieler nicht. Somit gehen jede Menge andere Arten verloren, wenn sich Neophyten ausbreiten. Das ist ausreichend untersucht. Es ist auch nicht vorhersagbar, ob eine unbeständige Art irgendwann invasiv oder nicht. Und Utricularia haben sich auch schon vor der Ankunft des Menschen in Europa verbreitet. Es kann also jeder Zeit passieren, dass sie von dort z.B. von Wasservögel verschleppt wird und einheimische Arten verdrängt. Wenn man überall auf der Welt die gleichen Arten finden möchte, kann man das natürlich in Ordnung finden. Dann ist es wie in Neuseeland, wo man denken könnte, man wäre in Europa. 

 

Grüße 

Ronny 

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Tobias Kulig
Posted
vor 24 Minuten schrieb Holger S:

Meinst du in etwa so? Da haben die viel Erfahrung 😖😂

 

Bekämpfung invasiver Pflanzen

Rauchzeichen haben schon die nordamerikanischen Ureinwohner eingesetzt. Falls mal die Telefone ausfallen....

 

Das ist Wahnsinn! Aber mal im Ernst, haben die nicht mehr alle Tassen im Schrank!! Mit nem Tiger 74 Luft-Boden-Raketen in ein Moor zu ballern!! Nen Tiger würd ich zwar gern mal fliegen, aber für die Utris nicht einsetzbar. Obwohl, Netz drunter und hoch damit 🤣🤣. Aber ein Tiger ist nunmal kein Transporthubschrauber. Der ist nur da, um Feuerchen zu machen. Sorry, mußte raus....

partisanengärtner
Posted
vor 1 Stunde schrieb Ronny K.:

Hallo, 

natürlich können heimische Pflanzen sich massiv ausbreiten, wenn man den Lebensraum entsprechend verändert. Es breiten sich dann aber auch die natürlichen Gegenspieler, die es eben auf Grund gemeinsamer Evolution, gibt ebenfalls aus. 

Beim Jakobsgreiskraut  hat dieser gern propagierte Mechanismus leider völlig versagt, es hat sich weitab von seinen ursprünglichen Habitaten massiv verbreitet . Bei den massiven Veränderungen die unsere Landnutzung verursacht ist das auch kein Wunder.

Solche Massenvermehrungen ob durch Neophyten,, Neozoon oder "einheimische " Arten haben in gestörten Lebensräumen mit rudimentären Artenzusammensetzungen viel leichteres Spiel sich zu etablieren oder gar invasiv zu werden. 

 

 

Posted (edited)

Hallo Axel,

ich weiß nicht, was das jetzt mit dem Thema zutun hat, aber am Jakobsgreiskraut leben die Raupen von ca. 25 Schmetterlingsarten und es sammeln ca. 67 Wildbienenarten dort Pollen und Nektar. Weiterhin sind 29 Schwebfliegenarten nachgewiesen. Das schafft kein Neophyt!

Und ob dort jetzt Jakobsgreiskraut wächst oder was anderes, hängt von der Landnutzung ab und nicht davon, ob der Mensch etwas dorthin geschleppt hat. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Es muss aber auch nicht zwangsläufig von der Landnutzung abhängen, die Natur ist nicht starr sondern dynamisch. Arten breiten sich aus oder ziehen sich auch mal zurück. Das ist Teil der Evolution. 

 

Grüße

Ronny

Edited by Ronny K.
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partisanengärtner
Posted (edited)

Ist nun mal leider so,  daß ungestörte Lebensräume mit intakter Vielfalt deutlich weniger anfällig sind für die Ausbreitung von Neophyten. Das ist wissenschaftlicher Konsens.

Beim Greiskraut ist die Tatsache das sie durch menschlichen Eingriff sich in Habitaten breitmacht die für die Gegenspieler kaum geeignet sind. 

Kann man auch gut in der Landschaft und vor allem auch nahe Ortschaften beobachten, daß man unter tausenden Pflanzen dort kaum ein befressenes Blatt findet. 

In meiner Gegend ist mir noch keine einzige befressene Pflanze untergekommen, obwohl hier in der Nähe Ursprungshabitate vorkommen.

Als seltene Standortspezialisten hatten sie diese beschriebene Vielfalt an Gegenspielern. Pestizidbehandelte Agrarwüsten verhindern effektive Ausbreitung von Gegenspielern.

Nun ist bedingt durch diesen Ausbruch aus dem speziellen Habitat diese Pflanze dort ohne Gegenspieler. Wegen ihrer Giftigkeit wird sie von den meisten Weidetieren gemieden.

Säugetiere die zu unerfahren  dazu sind sterben dran.

Auch gelegentlich mal ein Homo sapiens der sowas als Tee zubereitet hat. Das Gift zeigt oft erst nach längerer Nutzung seine Wirkung. Weil die Leber das nicht oder nur sehr schlecht abbauen kann, akkumuliert es sich bis es zum plötzlichen Leberversagen kommt.

Im Heu wohl leider auch gefressen und wer seine Schafe, Rinder und Pferde einmal wegen akutem Leberversagen notschlachten mußte wird wohl entweder die Weide umackern oder verkaufen. Händische Maßnahmen sind leider wenig effektiv. Vor allem weil ein irgendwo übersehenes Exemplar auf einem Straßenrand große Flächen wiederbesiedeln kann.

Diese ursprüngliche invasive Ausbreitung außerhalb der wenigen Resthabitate wurde wohl durch versehentliche verbreitetes Saatgut an Straßenböschungen in der ganzen Republik ausgelöst.

Dabei haben sich wohl anpassungsfähigere Varianten durchgesetzt. Sowas  kann durch den Klimawandel durchaus noch häufiger vorkommen.

Es haben auch schon IBerufsimker ihren Honig entsorgen müssen weil der Pyrrolizidingehalt zu hoch war. Nicht unbedingt nur wegen der Greiskräuter, denn diesen Fraßschutz haben auch noch andere Pflanzen, besonders wärmeliebende Arten sie sich jetzt vermehrt ausbreiten.

 

Es muß nun mal kein Fremdling sein der zeitweilig uns und unseren Habitaten gefährlich werden kann. Es reicht schon das wir  das Gleichgewicht ausreichend verschieben und ihnen eine Möglichkeit geben sich auszubreiten und eine größere Verbreitung zu erlangen.

Gegenspieler werden auch Pilze Viren und Bakterien sein, die sich auch mal beim Massenphänomen Homo sapiens dieses weltweit verbreitete Habitat erobern.

Vom amerikanischen Wasserschlauch ist so eine Gefahr wohl erst mal auszuschließen. Der Prozentsatz von ivasiven Neophyten ist ja auch relativ klein. Der wirtschaftliche Schaden leider oft groß.

Der Zeitraum bis so ein Neophyt von einheimischen Widersachern wieder eingefangen wird  kann auch mal enige Jahre sein, ohne daß ein ursprünglicher Widersacher auftaucht..

Das drüsige Springkraut in meiner Gegend bildet in den seltensten Fällen noch geschlossene Bestände. Es ist aber nicht völlig verschwunden.

 

Die Wahrscheinlichkeit steigt natürlich mit der Vielfalt vorhandener Arten. Daher sind ja auch gestörte -Habitate zur Ansiedlung so geeignet. Unsere Ackernutzpflanzen wären so ein Beispiel. Kaum eine dieser Arten könnte sich hier halten, wenn wir sie nicht auf Äckern (getörtes Habitat) aussähen würden und ihre Konkurrenz  unterdrücken würden.

Edited by partisanengärtner
Posted

Hallo Axel, 

was hat das jetzt mit U. inflata in dem Tümpel zutun?

 

Grüße 

Ronny 

Posted

Wo ist denn dieses Moor? Ich helfe gerne bei der Bekämpfung und hol ein paar Ableger.

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partisanengärtner
Posted

Das hat insoweit was damit zu tun, weil der Versuch es als ausrottungswürdig hinzustellen, auch den gegenteiligen Effekt haben kann. Viele Menschen mit unterschiedlichen Motivationen dienen auch als Vektoren (wie der letzte Post zeigt). Darüberhinaus kann so ein Versuch auch epigenetische Varianten oder gar Mutanten mit größerer Ausbreitungskapazität begünstigen.

Die größte Gefahr für invasive Neozoon oder Neophyten gehen wohl auf Hobby und Handelsströme zurück. Absichtlich oder versehentlich. Gottseidank ist das immer noch die Ausnahme. Die meisten Flüchtlinge sind nicht beständig, bleiben auf wenige Standorte beschränkt oder fügen sich in unser Artenspektrum nach anfänglicher Massenvermehrung ein und verlieren ihre anfängliche Dominanz.

Reflexhafte Ausrottungsambitionen, sollte man vielleicht erst mal einer potentiellen Bewertung unterwerfen. Viele Tiere und Pflanzen werden diese Phase des Plantenlebens vielleicht nicht in ihrer ursprünglichen Heimat überleben, falls sie dies überhaupt tun.

Darum bin ich recht dankbar das es z.B. Dionaea nicht nur am Originalstandort in Freiheit leben. So begrenzte Lebensräume sind auf jeden Fall nicht sicher, solange selbst  vorübergehende politische Phänomene in der Lage sind aus sehr kurzfristiger Nutzungsabsicht  solche Habitate zum verschwinden zu bringen.

Die Modemutanten an  Kulturbedingungen angepasst  sind sicher nicht der Arterhaltung dienlich.

 

 

 

Wenn man dem Verhinderungsreflex für solche Neophyten im Moor wirklich effektiv nachgeben will wäre die Verhinderung von Privat-Kultur solcher Pflanzen viel effektiver

Die Bodensee-Aldrovanda gibt es auch nur noch weil die ein Hobbyist woanders angesalbt hat.

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