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D. schizandra in rein mineralischem Substrat


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Tobias Kulig
Posted

Hallo zusammen,

seit etwa 4 Wochen läuft bei mir ein kleines Experiment. Ich möchte wissen, ob D. schizandra in rein mineralischem Substrat funktioniert. Bei D. x Andromeda klappt es ausgezeichnet, aber D. schizandra ist dann doch etwas spezieller. 

Ich denke, es kommt drauf an, wie tief die Wurzeln im Substrat sind. Meine D. x Andromeda hatte bereits beim einpflanzen ein recht massives Wurzelwerk. Wobei die hier gezeigten D. schizandra (aus Blattstecklingen) noch winzig sind. Aus diesem Grund habe ich eine transparente Kuppel über den Pflanzen, bis sie wirklich gut angewachsen sind und die Wurzeln eine gewisse Tiefe erreicht haben. Ich gehe auch regelmäßig mit der kleinen Gießkanne über die Pflanzen und halte den Anstau auf Maximum, was der Untersetzer hergibt.

Und so langsam bilden sich auch winzige Klebetropfen und ich bin recht zuversichtlich. 

Es ist möglich, daß die Pflänzchen eine Spur zu warm stehen. Aber genau an diesem Platz haben sie die perfekte Randbeleuchtung, nicht zu hell und nicht zu dunkel.

Es bleibt abzuwarten, wie die weitere Entwicklung verläuft....

 

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  • Gefällt mir 6
Klaus Keller
Posted (edited)

Hallo Tobias,

 

wünsche dir viel Erfolg bei deinem Versuch!

 

Ich bin bei D. schizandra eher etwas skeptisch, da diese Art in Situ nicht in einem mineralischen sondern lehmigen Substrat wächst...

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Edited by Klaus Keller
  • Gefällt mir 3
Tobias Kulig
Posted
vor 11 Stunden schrieb Klaus Keller:

Ich bin bei D. schizandra eher etwas skeptisch, da diese Art in Situ nicht in einem mineralischen sondern lehmigen Substrat wächst...

Grüß Dich Klaus,

schönes Bild! Deshalb ist es ja auch ein Test 😉. Ich habe in der Vergangenheit schon viel ausprobiert und festgestellt, daß einiges davon echt gut funktioniert, obwohl ich es vorher nicht für möglich gehalten habe. Aber die Neugier siegt.....

Selbst wenn der Versuch nicht klappt, habe ich dennoch eine weitere Erfahrung dazugewonnen. Und die ist bei unserem Hobby unersetzbar! Denn wenn man einen guten Erfahrungsschatz besitzt, kann man es oft auf andere Dinge übertragen. Und das kann vieles einfacher machen.

 

Bei mir wächst D. schizandra übrigens sehr gut in totem, gehacktem Sphagnum mit viel Sand bei leichtem Daueranstau. Das Ganze bei gedämmten Licht (Randbeleuchtung eines Terras).

 

Grüße

Tobias

Klaus Keller
Posted

Hallo Tobias,

das habe ich auch schon festgestellt, dass du sehr viel ausprobierst (daher folge ich dir auch...).

 

Ich bin schon neugierig, ob das mit dem Versuch bei dir klappt, ich hoffe, du kannst schon bald davon berichten. Wünsche dir noch viel Erfolg.

 

Viele Grüße

Klaus

  • Danke 1
Tim Biking
Posted (edited)

Nabend,

So wie das ausschaut hat Tobi da ja ne Menge Akadama und Kanuma mit im Substrat. 
Das ist ja beides schon viel näher am Originalsubstrat, als irgendwelcher organischer Torf. 

Bei mir wächst eigentlich alles sehr gut in der Mischung. Könnte mir gut vorstellen dass das also auch schizandra geeignet ist. 🙂
Tobi, hast du zufällig nen Bild von der D. andromeda? 

Beste Grüße

Tim

Edited by Tim Biking
  • Gefällt mir 1
Tobias Kulig
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Hallo Tim,

bitte schön, extra für Dich gerade gemacht. Man beachte das oberflächlich trockene Substrat. Trotzdem wächst sie ganz gut. Ehrlich gesagt war das auch der Grund, warum ich es mit D. schizandra probiere.

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  • Gefällt mir 7
Matze Maier
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Klaus sein Bild zeigt es ja sehr schön, mit Torf hat der Standort gar nichts zu tun, wie Tim schon gesagt hat.

Je mehr ich mich mit torffreien Alternativen beschäftige, desto weniger finde ich Torf überhaupt für die Karnivorenkultur geeignet. 

Immerhin wächst nur ein kleiner Prozentsatz aller Karnivoren überhaupt im Torf und das sind vor allem die europäischen Drosera. 

 

Anbei meine Schizandra die schon seit ca 3 Jahren im japanischen Substrat steht.

 

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  • Gefällt mir 5
Tobias Kulig
Posted
vor 12 Stunden schrieb Tobias Kulig:

Man beachte das oberflächlich trockene Substrat. Trotzdem wächst sie ganz gut.

Ich habe vergessen, zu erwähnen, daß die D. x Andromeda vollkommen offen, ohne jegliche Abdeckung, im Raum steht und hier habe ich nur 35% Luftfeuchte. Ich will damit sagen, daß es nicht zwangsläufig einer hohen Luftfeuchte bedarf, um Klebetropfen zu bilden. Wenn das Licht, die Substratfeuchte und die Temperatur stimmt, sind auch genug Klebetropfen vorhanden. 

  • Gefällt mir 2
Ronny K.
Posted (edited)
Am 4.1.2026 um 20:50 schrieb Klaus Keller:

 

Ich bin bei D. schizandra eher etwas skeptisch, da diese Art in Situ nicht in einem mineralischen sondern lehmigen Substrat wächst...

 

 

Hallo,

Lehm ist mineralisch. Es ist Gemisch aus Sand, Schluff und Ton. Also sehr kleine Korngrößen. Was Tobias verwendet ist allerdings eher feiner Kies.

 

Lehm empfiehlt sich auch nicht für die Topfkultur, da er unter natürlichen umständen durch Gänge von zahlreichen Organismen wie Würmer und Co. belüftet wird. In der Topfkultur fehlen diese, weshalb der Sauerstoffgehalt im Substrat zu gering wäre. 

 

Grüße

Ronny

Edited by Ronny K.
Tobias Kulig
Posted
vor 41 Minuten schrieb Ronny K.:

Was Tobias verwendet ist allerdings eher feiner Kies.

Du meinst vermutlich groben Kies? Die Brocken haben schon eine gewisse Größe....

Posted (edited)

Hi,

 

Feinkies ist nach Norm (DIN 4022) Körnung 2-6,3 mm. Mittelkies dann bis 2 cm und Grobkies bis 6,3 cm.

 

Das Akadama ist getrockneter Lehm aus der Verwitterung von Vulkanasche (und anderem Kram). Wenn du "harte Qualität" gekauft hast, hält diese länger, die ist auch noch etwas gebrannt. Kanuma ist ähnlich, wird aber tiefer abgebaut und ist weniger verwittert, Kiryu ist noch weniger verwittert. Und Bims ist aufgeschäumtes Magma.

 

Tolle Substrate. Schade, dass bis auf Bims nichts in der Art bei uns produziert wird. Zumindest ist mir nichts bekannt.

 

Viel Erfolg beim Versuch mit D. schizandra. Klappt bestimmt. Dürfte in der Natur in Lehmen aus der Verwitterung von Granit oder Granitgrus wachsen.

 

Gruß,

 

Marco

 

PS:

 

Ich verlink mal noch Siegfried Hartmeyer...

und Boaz Ng: https://www.fierceflora.com/drosera-schizandra/ (da sieht man auch den bröseligen Boden)

 

Der Untergrund wird da als "well drained" beschrieben, also "gut durchlässig", bzw. genauer "gut drainiert":

https://www.fierceflora.com/habitat-of-drosera-schizandra/

Edited by Mörtel
  • Gefällt mir 3
  • 2 weeks later...
Tobias Kulig
Posted (edited)

Hallo zusammen,

ein kleiner Zwischenstand: Obwohl ich manchmal das Wässern vergesse und die Substratoberfläche knochentrocken ist (und bei sehr kurzen Wurzeln könnte das schon kritisch werden!), bin ich sehr zufrieden. Es werden schöne Klebetropfen gebildet. Der Versuch könnte klappen. 

Die Abdeckung werde ich allerdings erst abnehmen, wenn die Pflänzchen größer sind und die Wurzeln eine gewisse Tiefe erreicht haben. Dann werde ich die Pflänzchen schrittweise durch einseitiges Anheben der Abdeckung langsam an die Zimmerluftfeuchte gewöhnen.

 

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Edited by Tobias Kulig
  • Gefällt mir 1
Klaus Keller
Posted

Hallo Tobias,

 

sieht wirklich gut aus!

 

Ich würde die Abdeckung drauf lassen, da meiner Erfahrung nach D. schizandra bei hoher Luftfeuchtigkeit deutlich besser wächst. Ich würde auch meinen, dass diese Art nicht wirklich für die Fensterbank geeignet. 

 

Das ist bei einer D. x Andromeda ganz anders!

  • Danke 1
Tobias Kulig
Posted
vor 11 Stunden schrieb Klaus Keller:

Ich würde die Abdeckung drauf lassen, da meiner Erfahrung nach D. schizandra bei hoher Luftfeuchtigkeit deutlich besser wächst. Ich würde auch meinen, dass diese Art nicht wirklich für die Fensterbank geeignet. 

Hallo Klaus,

ich hab da etwas andere Erfahrungen gemacht: Bei mir standen sie schon offen an einem Nordfenster und in meinem Labor im Streulicht der IV Beleuchtung (jeweils etwa 35-45% Zimmerluftfeuchte). Ich denke, daß da mehrere Faktoren zusammenspielen. Und als ich sie mal an einem Westfenster zum testen hatte, knallte unbemerkt und lange die Sonne drauf und das wars dann....

 

Wenn es soweit ist, werde ich es auf jedenfall ohne Abdeckung probieren. Ich muß es halt gut beobachten.

 

Grüße

Tobias

  • 3 weeks later...
Christian Dietz
Posted

Hallo zusammen,

 

meiner Ansicht nach wird D. schizandra oftmals einfach zu warm gehalten. Ich kultiviere diese Art seit Jahren (solange kein Pilz dazwischen kommt) bei mir im ungeheizten Keller unter Kunstlicht. Sie stehen in einem oben offenen Terrarium (unser Keller ist allerdings auch per se recht feucht, gemessen habe ich es noch nie). Die Temperaturen liegen dort im Winter bei etwa 10°C (in dieser Sekune 10,3°C), im Sommer sicher nicht mehr als 20-25°C, wenn überhaupt. Ich beleuchte sie für 14h am Tag. Unter den Bedingungen wachsen sie gut und blühen auch regelmäßig. Für mich ist D. schizandra die komplizierteste Art aus dem Komplex. D. adelae macht bei mir praktisch alles mit, D. prolifera auch, solange es warm genug ist. D. x Andromeda habe ich erst seit kurzen, scheint aber auch völlig unproblematisch zu sein.

 

Viele Grüße

Christian

Posted

Hallo,

 

hier möchte ich meine Erfahrungen beisteuern. D.schizandra gedeiht zwischen 15-20°C gut. Mal 5°C weniger und auch mal 5°C mehr werden vertragen. Die Luftfeuchtigkeit spielt bei dieser Art schon eine größere Rolle. Die Pflanzen standen beim Vorbesitzer (nochmals vielen Dank) in einem nahezu geschlossenen Zippbeutel in einem 1:1 Sphagnum/Sand Substrat in der Wohnung mit etwas Zusatzlicht, wenn ich mich richtig erinnere. Im Sommer standen sie an einem schattigen Platz in diesem Beutel draußen. 

Ich habe diese Art schon vorher viele Jahre an einem Nord-Ostfenster im Bad ohne Abdeckung gehalten. Im Winter wars aber selbst für die Queenslandarten sehr dunkel.

Wenn diese Art ohne Abdeckung in der Wohnung steht, werden die Blätter etwas kleiner und deutlich fester. Ich würde sagen, je feuchter die Luft ,desto besser für diese Art. Das gilt ebenfalls für alle anderen Queensländer. Grundsätzlich kann man sie auch abhärten und dann gedeihen sie ohne größere Probleme auch bei 50% Luftfeuchtigkeit. 

Nur eben D.schizandra ist da etwas empfindlicher und weißt keine so große Toleranz gegenüber den dann nicht optimalen Bedingungen wie die anderen Arten auf. Daher gebe ich Klaus schon recht, dass das keine Art für jede Fensterbank ist. Aber das Thema Fensterbank ist ja auch ein ganz anderes. 

Problematischer war bisher bei mir ehr das Substrat. Daher finde ich das Beispiel von Tobias und auch Matze interessant. In einem Torfgemsich funktioniert die Art ganz ok, bis dann der Punkt kommt, wo das Substrat stark zersetzt ist. Dann kann es die Pflanze kosten - so wie bei mir nach ein paar Jahren. Ich habe einfach zu spät umgetopft. Das jetzige Substrat finde ich gut. Mal sehen wie lange das gut geht. Akadama/Kanuma geht bestimmt länger.

Momentan gedeihen meine D.schizandra an einem SW-Fenster bei Nepenthes und ein paar anderen Pflanzen in einem offenen Regal bei Zusatzbeleuchtung mit einer 15W Sanlight Flex 2 auf 80 x 40 Stellfläche. Die Temperatur schwankt meist zwischen 17-21°C. Im Sommer ist das aber nichts für sie, da gehts wieder ans NO-Fenster oder mit einer Abdeckung raus in den Schatten. Die relative Luftfeuchte in dem Raum liegt bei durchschnittlich 50-60% je nach Monat. So schauen sie gerade aus:

 

D.schizandra

 

Grüße aus Norddeutschland

 

Carsten

 

 

 

 

 

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Tobias Kulig
Posted
vor 1 Stunde schrieb Christian Dietz:

meiner Ansicht nach wird D. schizandra oftmals einfach zu warm gehalten. Die Temperaturen liegen dort im Winter bei etwa 10°C (in dieser Sekune 10,3°C), im Sommer sicher nicht mehr als 20-25°C, 

Das hatte ich bis vor Kurzem auch gedacht. Meine aktuellen Tagestemperaturen liegen bei etwa 26 Grad und sinkt nachts auf etwa 20 Grad (nicht im Keller). Und sie fühlen sich pudelwohl. So langsam scheinen die Wurzeln auch tiefer zu gehen, da sie kräftiger werden. Bald komm ich zu der Phase, wo ich die Abdeckung schrittweise höher setze. Ich leg da irgendwas drunter.

 

Ich bin der Meinung, daß es bei D. schizandra eher auf die Helligkeit und das Substrat ankommt. Man darf nicht vergessen, daß diese Art auf dem Mt. Bartle Frere eher im Unterholz wächst. Und je dunkler es ist, umso größer werden auch die Blätter. Und bei meinem groben Substrat haben sie es feucht, aber auch luftig.

 

Aber ich mag mich täuschen. Deshalb schaue ich mir das mit Euch zusammen ja genauer an, dann wissen wir es.

  • Gefällt mir 1
Posted

Hallo zusammen, 

hier mal ein aktuelles Bild. Aktuelle Temperatur 27 Grad. Wenn man das mal mit dem Bild ganz oben vergleicht, kann man doch einen gewissen Zuwachs erkennen. Man sieht es auch in den Pflanzenzentren, daß die kommenden Blätter kräftiger werden. Ab kommendem Wochenende werde ich erste Tests machen und die Kuppel etwas höher setzen. Bin gespannt, ob das mit 38% Luftfeuchte funktioniert.

Ich muß jetzt auch nicht mehr von oben gießen. Es reicht, wenn der Untersetzer vollgemacht wird. 

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  • Gefällt mir 1
Christian Dietz
Posted

Hallo,

 

beim Substrat mache ich so, dass ich den Topf (in meinem Fall ein 9er, glaube ich) zur Hälfte mit reinem Torf auffülle, den Rest dann mit Sphagnum. Die Pflanzen topfe ich dann in das Sphagnum. Mit der Zeit wachsen sie die Wurzeln dann runter bis in den Torf hinein. Das hat bei mir bisher gut funktioniert. In meinem Keller ist es sicher immer recht Luftfeucht, daher ist das vermutlich bei mir einfach erfüllt. Im Durchschnitt düften die Temperaturen ungefähr in dem Bereich liegen, den Carsten oben beschrieben hat. Das einzige Problem, das ich in den letzten Jahren hatte war ein Pilz. Das haben sie überhaupt nicht gut vertragen und sind dann irgendwann abgestorben. Ich habe aber jetzt wieder welche (danke, Carsten ;)), die sich aktuell wieder gut einleben. Das ist in der Tat für mich eine der Arten, über die ich mir kaum Gedanken mache und im Großen und Ganzen einfach nebenbei mitläuft. Zumindest bis jetzt 🙂

 

Viele Grüße

Christian

  • Danke 1

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