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Live-Doku: Die Kultur von D. magnifica


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Tobias Kulig
Posted (edited)

Hallo zusammen,

da ich wieder im Besitz von D. magnifica bin, starte ich hier eine weitere Live-Doku. Und zwar von Anfang an.

Direkt nach dem Erhalt der Pflanze habe ich die Länge der Wurzeln geprüft und mir einen passenden Topf geholt. Anders als beim letzten Mal hab ich mich diesmal für eine annähernd rein mineralische Substratmischung entschieden. Also wie am Naturstandort. Hier ist nämlich eine ungewollte Wasserspeicherung annähernd ausgeschlossen. 

Meine Substratmischung (alles zu gleichen Teilen):

- Kanuma

- Quarzsand 0,7-1,2mm

- Quarzsand 1-2mm

- totes, gehäckseltes Sphagnum (aber nur sehr wenig)

 

Ich wässere ausschließlich von oben. Der Überschuß läuft sofort unten raus. Somit ist zuviel Nässe ausgeschlossen.

 

Die Luftfeuchtigkeit:

D. magnifica gehört zu den wenigen Arten, die für die Bildung von Klebetropfen unbedingt eine gut erhöhte Luftfeuchtigkeit benötigt. Das heißt, bei Werten unter 50% werden keine gebildet. Am besten wären hier 70% anzustreben. 

 

Das Wichtigste, die Temperaturen:

Diese Art ist, nach meinem Kenntnisstand, eine der wenigen, die absolut keine hohen Temperaturen verträgt. Also ähnlich D. stenopetala.

Aber bevor ich hier auf die Tages- u. Nachttemperaturen eingehe, sei erwähnt, daß die Wurzeltemperatur mit der Lufttemperatur gekoppelt ist. Auch kühles Regenwasser spielt etwas rein. Was aber auch wichtig ist, daß Pflanzen immer transpirieren. Das bedeutet, die Blätter selbst geben laufend Wasserdampf ab, was zusätzlich kühlt. Wenn dann noch ein kleines Lüftchen weht, ist es eine Art Klimaanlage. Dann kommt noch ein weiterer Punkt dazu. Wenn man nun von oben mit kühlem Regenwasser gießt, drückt dieses die angestaute Luft unten aus den Drainagelöchern und man hat sofort wieder kühle Wurzeltemperaturen. Ihr seht, da spielt soviel rein, daß es fast unmöglich erscheint, hier die geeigneten Temperaturen zu erkennen. Fakt ist, daß hitzeempfindliche Pflanzen bei zuviel Torf eher drauf gehen, anstatt in durchlässigem, mineralischen Substrat. Torf und zuviel Wasser sind nunmal ein Brutofen.

Im Netz hab ich gelesen, daß die Tagestemperaturen nicht wärmer als 25 Grad sein dürfen und 30 Grad seien tödlich. Die Nachttemperaturen spielen aber keine Rolle. Sie sollten so 13 Grad betragen.

 

Letztendlich werde ich die benötigten Temperaturen selbst rausfinden müssen. Man muß sie halt gut im Auge behalten.

 

Trotz allem hoffe ich, daß die Doku ne Weile dauert und die Pflanze nicht gleich draufgeht. Ist jetzt mein zweiter Versuch. Die gezeigte Pflanze muß jetzt erst noch anwachsen, dann geht der Spaß los.....

51320362bv.jpeg

 

 

Beste Grüße

Tobias

Edited by Tobias Kulig
  • Gefällt mir 4
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Hallo Tobias,

die meisten Drosera mögen generell keine Hitze, aber D. magnifica ganz besonders. Eine Luftbewegung ist bei dieser Art ein Muss. Als im Frühjahr die Temperaturen gestiegen sind, hat man es meinen beiden Pflanzen schnell angesehen. Als ich einen Lüfter installiert hatte, hatten sie sich wieder erholt. Sie sind im Sommer aber nicht viel gewachsen. Aber das sollte sich jetzt ändern. Ich kann schon froh sein, dass sie diesen Sommer überhaupt gut überstanden haben. 

Hat eigentlich jemand eine große Pflanze?

 

Grüße

Ronny

  • Gefällt mir 1
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Hallo Ronny,

 

ja ich hatte ein paar. Sie hatten aber Probleme und sind teilweise abgestorben.

Einjge treiben aber aus Wurzeln erneut aus.

 

Lg Carsten

Hier das Beweisbild

😉 aus dem November.

 

Drosera magnifica

 

  • Gefällt mir 5
Tobias Kulig
Posted

Hallo Ronny und Carsten,

vielen Dank für Euren Input. Mich würde interessieren, wo ihr zwei Eure Pflanzen kulitiviert und vor allem, was Ihr für Substrate nutzt.

 

vor 16 Minuten schrieb Ronny K.:

die meisten Drosera mögen generell keine Hitze,

Das kann ich so jetzt nicht bestätigen. Selbst meine D. hirticalyx oder andere Hochländer hat es nicht sonderlich gestört. Selbst die zwei Tagesspitzen mit 45 Grad haben sie offensichtlich gut weggesteckt. Aber normale Sommertemperaturen mit 30-35 Grad sind bei mir der Standard, jeden Sommer. Und das schreibe ich hauptsächlich meinen Substratmischungen gut. 

 

Grüße

Tobias

Posted

Hallo Tobias,

 

es gibt hier einen alten Threat zu Drosera magnifica. Da steht eigentlich alles drinnen.

 

Viele Grüße

Carsten.

Posted

Hallo Miteinander,

 

Ich hatte bisher leider nicht so viel Glück mit dieser durchaus schönen Drosera.

Der Hinweis mit zu hoher Temperatur könnte erklären das mir meine iv Kulturen davon "abgeraucht" sind. Zuerst super Wachstum und dann sind se fast von einem auf den anderen Tag braun geworden. Mir wars ein Rätzel, könnte aber demnach mit zu hohen Temperaturen erklärbar sein.... 🤔

Mit etwas Glück treibt aber von den wenigen grünen Resten ja wieder welche aus.

 

Es ist ja durchaus denkbar dass mineralisches Substrat bei der ein oder anderen Art diverse Vorteile hat. Aber ein "Allheil-Mittel" ist es auch nicht. Ich will damit aber auch nur sagen, dass ich nun in beide Richtungen Erfahrungen gesammelt habe. Wahrscheinlich hängt es von der Art und den herschenden Bedingungen ab. Versuch macht ja bekanntlich klug 😅. Da ich bisher mit D.magnifica kein Glück hatte spricht ja nichts dagegen es mineralisch zu versuchen.

Was hohe Sommertemperaturen angeht, überleben bei mir auch die Drosera in Torf 😜. Ich würde mal sagen man sollte das nicht verallgemeinern, aber so ganz falsch finde ich die Aussage von Ronny jetzt auch nicht. Für die Drosera Arten die ich hauptsächtlich kultiviere würde ich das unterschreiben. Da es ja aber gerade um D.magnifica geht verwirrt mich das jetzt wieder nur.... sind hohe Temperaturen nun ein Problem für die Art oder nicht? 🤔

 

MfG Tim Beier

  • Gefällt mir 1
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Hallo zusammen,

 

ich habe die Art erst seit letztem Herbst, also noch nicht viel Erfahrung. Die Pflanzen waren m.M.n. noch reativ frisch aus IV. Trotz Abdeckung sind auch ein paar in verschiedenen Substraten abgestorben. Sand mit wenig Sphagnum hat bei mir nicht so gut funktioniert. Die 3 überlebenden Pflanzen stehen alle in einem D. regia-Gemisch: Bims, Kanuma, Kiryu, Blähton, Perlite (oder so ähnlich) und ein bisschen Quarzkies. Den Sommer haben sie draußen in einem kleinen, seitlich offenen Gewächshaus (jetzt nicht mehr offen) bei den entsprechenden Temperaturen bis über 40°C verbracht. Super glücklich sahen sie da nicht aus, das gilt aber auch für viele andere Drosera bei dem Wetter, aber sie haben überlebt. Einen Ministeckling habe ich noch in einem Indoorgewächshaus (in Sand/Torf/Perlite). Der macht aber nicht viel. Weiß noch nicht, wann die 3 aus dem Gewächshaus rein müssen, dachte so an 5-7°C nachts wie ich es bei den meisten Südafrikanern auch mache. Ambigolimax valentianus geht an diese Art übrigens leider auch ein bisschen dran und frisst die Drüsen samt Beute ab.

 

magni_Sept26_60.jpg.af49b20e376e43f0754a31a94dfe80f2.jpg

 

Gibt schon Drosera, die Hitze super finden wie die große Arachnopus-Gruppe oder die noch größere petiolaris-Gruppe. Aber der Rest hält es meiner Meinung oft eher aus, als dass es nützt, gerade über 40°C.

 

Gruß, Marco

 

  • Gefällt mir 2
Tobias Kulig
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vor 1 Stunde schrieb Tim Beier:

Der Hinweis mit zu hoher Temperatur könnte erklären das mir meine iv Kulturen davon "abgeraucht" sind. Zuerst super Wachstum und dann sind se fast von einem auf den anderen Tag braun geworden.

Bei mir genau dasselbe! Alle IV Kulturen abgeraucht! Sie wurden alle braun und waren hinüber......

 

vor 1 Stunde schrieb Tim Beier:

Es ist ja durchaus denkbar dass mineralisches Substrat bei der ein oder anderen Art diverse Vorteile hat. Aber ein "Allheil-Mittel" ist es auch nicht.

Davon bin ich absolut überzeugt. Auch, daß es ein "Allheil"-Mittel ist. Ist in meinen Augen auch irgendwie logisch. Es ist soviel Luft im Substrat, wo Torf nicht dagegen ankommt. Ich hab nunmal meine Erfahrungen damit gemacht. Aber das ist, wie vieles andere auch, persönliche Ansichtssache.

 

vor 35 Minuten schrieb Mörtel:

bei den entsprechenden Temperaturen bis über 40°C verbracht. Super glücklich sahen sie da nicht aus, das gilt aber auch für viele andere Drosera bei dem Wetter, aber sie haben überlebt.

Das ist erstaunlich! Erklärbar durch das mineralische, grobe Gebrösel. 
Marco, wie feucht standen sie während der Hitze?

Posted
vor 18 Minuten schrieb Tobias Kulig:

Marco, wie feucht standen sie während der Hitze?

Im Schnitt so einen halben cm im Anstau und meist täglich in die Schale gegossen, wenn nicht viel Zeit war, aber auch hin und wieder mal von oben ein Schluck drauf. Die Töpfe sind ca. 7x7x11 und 7x7x18.

 

Gruß, Marco

  • Danke 1
Posted

Hallo,

meine hatte ich letztes Jahr im Frühjahr von Carow bekommen. In dem ursprünglichen Subtrat aus Torf schwächelten sie anfangs. Ich hatte dann Kopfstecklinge gemacht. Aus den Wurzeln ist nichts mehr ausgetrieben. Die waren wohl verfault. Die Pflanzen stehen jetzt im Sand mit etwas Torf (ca. 10%). Sie stehen das ganze Jahr unter Kunstlicht. Im Winter bei ca. 5 (Nacht) bis 18°C (Tag).

 

@Dose für eine D. magnifica ist das aber noch klein 😉

 

Hier meine beiden Pflanzen:

 

IQRtqbBJLif7TI0QTFot3PtzAVi5yIEoT0cJCYc2

IQRskK7udMAOTa2r7hCyhvmuAUwHcoJ58_PwGV5h

 

Grüße

Ronny

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  • 2 weeks later...
Tobias Kulig
Posted

Hallo zusammen,

und hier kommt schon ein kurzes Update. Die Pflanze ist schon länger raus aus der Tüte und steht im GH auf den Tischen, aber vorerst noch im ganztägigen Schatten des Schattiernetzes. Sie scheint bereits gewurzelt zu haben, da das nächste Blatt erscheint.
Die Pflanze bekommt Tagestemperaturen von etwa 27 Grad, was aber durch die Nachtabsenkung ausgeglichen wird. Und nachts hat sie dann auch eine Luftfeuchte von etwa 75%. Tagsüber ist das aber unterschiedlich. Die Tür ist meistens auf und da sinkt die Luftfeuchte natürlich. Aber sobald 27 Grad erreicht sind, kommt sie sowieso ungeschützt raus ins Freie, natürlich in den ganztägigen Vollschatten. Trotz der niedrigen Luftfeuchte im Freien. Ich kann jetzt nicht erkennen, daß es der Pflanze schadet.

 

Nicht wundern, ich hab die Pflanze vorhin satt von beregnet....

51354892se.jpeg

  • Gefällt mir 1
Tobias Kulig
Posted

Ich konnte es nicht lassen, die untersten Blätter für Blattstecklinge abzuziehen. Ich verwende für Blattstecklinge grundsätzlich die älteren, untersten Blätter, egal, welche Art. Vorausgesetzt, es sind noch 2/3 des Blattes grün. Ich habe bereits einen eigenen Thread für Blattstecklinge von D. magnifica, wo ich alle Einzelheiten beschrieben habe. Funktionieren tut bei mir nahezu jedes Blatt. Und nicht selten treiben sogar bis zu 3 Pflänzchen an der Blattbasis aus. Dauert allerdings bis zu 5 Wochen.

Es ist wichtig zu wissen, daß das jeweilige Blatt von der Blattspitze her braun wird. Lediglich die letzten 5-10mm (je nach Blattgröße) bleiben grün. Und wenn das mal erreicht ist, ist es ein gutes Zeichen und es dauert zum Austrieb nicht mehr lange.

Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß mal ein Blatt nix wird und komplett schwarz wird. Dieses Blatt dann unverzüglich rausholen, Stichwort Phenole.

 

51357419tx.jpeg

  • Gefällt mir 1
  • 2 weeks later...
Posted

Hallo zusammen,

bis jetzt bin ich echt zufrieden, wie sich das Pflänzchen entwickelt. Ich habe auch ein bißchen umdisponiert: Ich habe den Topf nun an eine helle Stelle des GH gestellt, obwohl hier die Gefahr von evtl. zu hohen Temperaturen gegeben ist. 

Da wir hier in meiner Gegend nachts einen guten Temperaturrückgang haben, scheinen höhere Tagestemperaturen nichts auszumachen. Am momentanen Standort im GH waren die Höchsttemperaturen bei etwa 28/29 Grad, aber nachts gehts annähernd auf 10 Grad runter.

Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich habe den Eindruck, daß die Temperaturempfindlichkeit auch was mit der Bewässerung zu tun hat.

Ich meine damit, wenn die Substratmischung nicht zu feucht ist, sie etwas höhere Temperaturen verträgt.

Wenn Ihr mal auf meine Substratoberfläche schaut, seht Ihr meine orangefarbenen Kanumakörnchen. Und solange sie diese Farbe haben, ist es im Substratkern ausreichend feucht. Das Kanuma ist also ein ausgezeichneter Feuchtigkeitsanzeiger. Und ich gieße erst wieder von oben nach, wenn diese heller werden. 

Am oberen Blatt, was zu Euch schaut (etwa 6 Uhr), habe ich neulich etwas Fischfutter draufgelegt. Mal sehen, ob das nen Unterschied macht.

51384113pl.jpeg

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