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  1. Siggi_Hartmeyer

    Dokumentation Im Reich der Emergenzen

    IM REICH DER EMERGENZEN - Die Spinnenbein-Sonnentau. Vor 2,5 Jahren veröffentlichten wir auf YouTube diesen Film zur einfachen Identifikation der Spinnenbein-Sonnentau (Drosera Sektion Arachnopus), die vor 2001 noch alle als Drosera indica bezeichnet wurden. Er ist das Resultat mehrerer Australienreisen (1990 -2001) und vieler Jahre Droserakultur in unserem Gewächshaus, mit spannenden Beobachtungen der teils artspezifischen Emergenzen unter dem Mikroskop. Noch immer sind die "Spinnenbeine" Gegenstand verschiedener Diskussionen auf Facebook sowie in diversen Fachforen, weshalb wir heute nochmal auf unseren, die meisten seit 2001 neu benannten Arten in bester Bildqualität beschreibenden Film (gemacht für Laien und Fachleute), hinweisen möchten. Erstmals verwendeten wir hier beim Filmschnitt die Möglichkeiten von "Vasco da Gama", einer Software für animierte Landkarten. Der Soundtrack enthält Teile unserer Live-Aufnahmen eines Bluesabends im Courthouse Hotel in Port Douglas (Australien), die wir mit freundlicher Genehmigung des damaligen Besitzers und Veranstalters Michael Gabour sowie der beteiligten Musiker für unsere Karnivorenfilme öffentlich verwenden dürfen. Besonderer Dank geht auch an Holger & Anja Hennern, die ihre Standortaufnahmen der seltenen D. barrettiorum zur Verfügung stellten sowie an Dr. Jan Schlauer, für seine wissenschaftliche Expertise und hilfreichen Hinweise für die englischen Untertitel. Der Film ist in deutscher Sprache. Gute Unterhaltung!
  2. Meistens unerwähnt: Drosera hartmeyerorum zeigt zusätzlich neben den artspezifischen, gelbes Licht reflektierenden Emergenzen auch andere, die sich ganz ähnlich bei der "echten" D. indica, bei D. aquatica sowie D. nana finden. Chemisch bilden die genannten Arten statt Plumbagin (wie etwa bei D. serpens & D. finlaysoniana) das Chinon 7-Methyljuglon. Lediglich die - offensichtliche Hybride - D. indica zeigt in dieser Droserasektion beide. Daher ist die Chemotaxonomie ein gutes Werkzeug, diverse Arachnopusarten (Arachnopus = Spinnenbein) durch analytische Methoden (Beispiel: Dünnschichtchromatographie) eindeutig zu unterscheiden. Übrigens ist D. finlaysoniana bisher der einzige untersuchte Spinnenbeinsonnentau ohne Blattstiel (Petiole) der Plumbagin bildet. Zum Vergleich hier die Mikroskopaufnahmen der "echten" D. indica:
  3. Heute mal ein Foto der mit roten Ameisenabdomenemergenzen überzogenen Drosera cucullata. Auch ihre Blüte ist unter den "Spinnenbeinsonnentau" (Drosera Sektion Arachnopus) gut zu unterscheiden. Die Emergenzen dieser Art ähneln auffallend dem Hinterleib von Ameisen, weshalb wir sie in der gemeinsamen CPN-Publikation mit Jan Schlauer sowie Holger & Anja Hennern (Sundew chemistry and emergence updates.) als "Ant abdomen emergences" bezeichnet haben.
  4. Unser 2017 mit Jan Schlauer im Carnivorous Plant Newsletter (CPN) publizierter Artikel über den überraschenden Nachweis von 7-Methyljuglon (Ramentaceon) in australischen Sonnentau "Unexpected Discovery of 7-Methyljuglone in several Australian Sundews" (CPN 46/1, 2017), der darstellt wie diverse Arten auch aufgrund ihrer Chemie (Plumbagin oder 7-Methyljuglon) einzuordnen sind und eindeutig unterschieden werden können, ist jetzt auf ResearchGate und unserer Homepage online (PDF). Ebenso online ist unser gerade erschienener Artikel über weitere Untersuchungen der Chemie und Emergenzen in der Drosera Sektion Arachnopus "Sundew chemistry and emergences update" (CPN 47/1, 2018), an dem auch Holger und Anja Hennern als Autoren beteiligt sind. Hier zeigen wir, wie die beiden unterschiedlichen Naphtochinone in den Pflanzen gebildet werden und sich die Arten anhand ihrer Mikromorphologie unterscheiden. Für diejenigen, welche sich nicht nur für die Kultur, sondern auch für die wissenschaftlichen Aspekte der Sonnentau interessieren, stehen hier die Links: Unexpected discovery of 7-Methyljuglone (Ramentaceone) in several Australian sundews. Jan Schlauer, Siegfried R. H. Hartmeyer and Irmgard Hartmeyer (2017). Carnivorous Plant Newsletter Vol. 46/1:20-22. Sundew chemistry and emergence updates. Jan Schlauer, Siegfried R. H. Hartmeyer, Irmgard Hartmeyer, Holger Hennern, Anja Hennern (2018). Carnivorous Plant Newsletter Vol. 47/1: 10-17. Auf der Grundlage der Artikel haben wir begleitend zwei deutschsprachige Filme (mit englischen Untertiteln) auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht, die in Bezug auf die Mikromorphologie (Emergenzen) für diejenigen hilfreich sein können, welche das Englische eher weniger beherrschen (Links unten). Ein erklärendes Video über die Chemie der Drosera folgt später. Wer lediglich bestimmte Arten der Spinnenbein-Sonnentau anschauen möchte (z.B.: D. serpens, D. finlaysoniana, D. aurantiaca, etc.), findet diese in der Reihe "Sonnentau ID: Drosera xy" auf unserem Kanal auch als Kurzfilme. Besonders erfreut waren wir darüber, 2017 endlich die "echte" D. indica in Kultur zu haben und sie sowohl mit dem Mikroskop, als auch mittels Dünnschichtchromatografie untersuchen zu können. Über Jahre hatten sich als D. indica bezeichnete Samenportionen nach der Keimung im GWH immer wieder entweder als D. serpens oder D. finlaysoniana herausgestellt. Nachdem wir ebenfalls seit Jahren vergeblich nach Hybriden unter den "Spinnenbeinen" Ausschau hielten und alle Kreuzungsversuche fehlschlugen, zeigt jetzt ausgerechnet D. indica, die Typusart der Sektion, einen hybridogenen Ursprung, denn sie bildet im Gegensatz zu den übrigen (untersuchten) Arten der Sektion beide Naphtochinone gleichzeitig. Diese Eigenschaft als Nachweis für Hybriden wurde bereits veröffentlicht "Chemical evidence for hybridity in Drosera (Droseraceae). Jan Schlauer, Andreas Fleischmann. Biochemical Systematics and Ecology, 2016". Auch wenn das Thema Einigen zu trocken erscheinen mag, allen Autoren haben die Forschungen und überraschenden Resultate großen Spaß gemacht. Nicht zuletzt auch, weil sich die in der Literatur bei D. indica (Erstbeschreibung 1753) bis heute als Stipeln oder Haare bezeichneten Strukturen seitlich der Blattachseln als echte Emergenzen mit Xylem entpuppten, begleitet von Pilzemergenzen, die bei dieser Art "noch nie zuvor ein Mensch erwähnt hatte". Jaja, die "Fleischis" sind ein tolles Hobby und immer wieder für Überraschungen gut . Die Entwirrung des Indischen Sonnentau Schlamassels. Im Reich der Emergenzen: Drosera Sektion Arachnopus
  5. Siggi_Hartmeyer

    10 Jahre Schnelltentakel und Landescheinwerfer

    Vor zehn Jahren erschien unser, inzwischen als "Klassiker" in Bezug auf Droseratentakel zu sehender Dokumentarfilm "Drosera: Schnelltentakel und Landescheinwerfer". Er wurde 2006 in Frostburg (USA) erstmals vor international anerkannten Karnivorenexperten gezeigt und 2009 Wissenschaftlern der Universität Würzburg (Deutschland). Das Feedback war großartig. Vor einigen Jahren erlaubten wir der ICPS, die englische Version unserer Dokumentation vollständig auf ihrem YouTube Kanal zu zeigen. Dort ist sie bis heute zu sehen (Link). Inzwischen produzierten wir weitere Neuigkeiten und Filme über katapultierende Sonnentau und verschiedene Emergenzen der Gattung. Es war jedoch dieser Dokumentarfilm aus dem Jahr 2006, der die Aufmerksamkeit vieler Karnivorenfreunde auf das Phänomen der blitzschnellen und komplexen Droseratentakel lenkte ... und die Szene spaltete. Die Reaktionen auf den wissenschaftlichen Inhalt sind seit zehn Jahren durchweg positiv, der Soundtrack jedoch löste heftige Emotionen aus: er wurde entweder sehr gemocht ("klasse Sound") oder regelrecht gehasst ("verursacht Ohrenkrebs"). Eine für die Universität Würzburg 2009 überarbeitete deutsche Version des Films ist als Mehrteiler auf einer Playlist auf unserem YouTube-Kanal zu sehen. Hier auch dieser Link für alle, die zum 10-jährigen Jubiläum die deutsche Version bevorzugen.
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