Jump to content

Search the Community

Showing results for tags 'frauenschuh'.

  • Search By Tags

    Type tags separated by commas.
  • Search By Author

Content Type


Forums

  • Lesenwertes
    • Lesenswerte Beiträge
    • Häufig gestellte Fragen
  • Gattungen
    • Aldrovanda
    • Byblis
    • Cephalotus
    • Darlingtonia
    • Dionaea
    • Drosera
    • Drosophyllum
    • Genlisea
    • Heliamphora
    • Nepenthes
    • Pinguicula
    • Sarracenia
    • Utricularia
    • Triphyophyllum & Präkarnivoren
  • Kultur
    • Krankheiten und Schädlinge
    • Zubehör für Karnivoren
    • Kulturformen und -methoden
    • Bestandslisten der Benutzer
  • Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen e.V.
    • Verein
    • Veranstaltungen
    • Wettbewerbe
  • Börse
    • Angebote
    • Gesuche
    • Auktionen
    • Pollen
  • Sonstiges
    • Fotos
    • Neuigkeiten
    • Karnivoren am Naturstandort
    • Natur
    • Fleischigeplauder

Categories

There are no results to display.


Find results in...

Find results that contain...


Date Created

  • Start

    End


Last Updated

  • Start

    End


Filter by number of...

Found 1 result

  1. Hallo an alle Naturbegeisterten und Orchideenfreunde! Heute möchte ich euch gerne Eindrücke von einer kleinen Wanderung zeigen, die ich Anfang Juni unternommen habe. Unterwegs war ich im österreichischen Nationalpark Gesäuse. Der Park ist einer von landesweit insgesamt sechs derartig ausgewiesenen Schutzgebieten und besteht als jüngster der Nationalparks erst seit 2002. Entlang des Flusses Enns erstreckt sich der Park über eine Fläche von 11.306 Hektar. Insgesamt 14 Pflanzen- und 89 Tierarten gelten hier als endemisch. Darüberhinaus beherbergt der Park allein über 200 verschiedene Schmetterlingsarten. Die Enns hat sich im Gesäuse im Laufe der Zeit ihren Weg durch das Kalkmassiv der Ennstaler Alpen gegraben. Durch Kraftwerksbau und Aufstauanlagen hat der Fischbestand des Flusses in den letzten beiden Jahrzehnten kontinuierlich abgenommen und ist mittlerweile alarmierend gering. Der Park beherbergt auch einige entomologische Kostbarkeiten, so zum Beispiel das nördliche Riesenauge, eine sehr seltene Weberknechtart, die unter anderem im Gesäuse vorkommt. Wer jetzt interessiert ist, kann hier noch vieles rund um den Park nachlesen: https://nationalpark-gesaeuse.at Organisiert war die Tour vom Tourismusverband des Nationalparks, geführt von einem Ranger, mit dem Ziel, die heimische Orchideenflora kennenzulernen und zu erleben. Was die Orchideen angeht, wird hier vieles zum Schutz unternommen und in den letzten Jahren auch konsequentes „Monitoring“, sprich Bestandsaufnahmen zur Dokumentation der Entwicklung von Standorten betrieben. Dabei darf aber keinesfalls in die bestehende Vegetation eingegriffen werden, ein ganz entscheidender Grundsatz des Naturschutzes im Park. Dass es hin und wieder trotzdem Ausnahmen gibt, etwa wenn durch einen Sturm ein Baumstamm auf einem Frauenschuhstandort landet und dort den Orchideenaustrieb platt macht, erzählt mir Reinhard, unser Guide. Dann rückt der Ranger schon mal mit der Motorsäge aus um den Pflanzen „auszuhelfen“. Obwohl er dann zugibt, sich schon etwas zwiegespalten zu fühlen, weil es eigentlich ja oberstes Credo ist im Park der Natur ihren Lauf zu lassen. Auf dem ca. 4 Stunden dauernden Spaziergang konnten wir immerhin 14 der österreichweit bekannten 70 verschiedenen Orchideenarten entdecken. Ein besonderes Highlight für mich waren die natürlichen Standorte des Marienfrauenschuhs, cypripedium calceolus, und das rote Waldvöglein, cephalanthera rubra. Ich kann euch hier nur einen Teil der unglaublichen Artenvielfalt des Nationalparks zeigen, aber wenn ihr mögt nehm´ ich euch mit auf diesen kleinen Spaziergang. Entlang der Eins führte unser Weg durch einen schattigen Mischwald, in dem wir Fuchs-Knabenkraut, großes Zweiblatt und die Vogelnestwurz, Neottia nidus-avis, beobachten konnten. Hier wuchsen auch Sumpfstendelwurzen (zu dieser Zeit noch nicht in Blüte) und die Einbeere (Paris quadrifolia). Dactylorhiza fuchsii: Die 3-spaltige Lippe der Blütenblätter soll ein typisches Erkennungsmerkmal für das Fuchsknabenkraut sein: Vogelnestwurz: Großes Zweiblatt, listera ovata: Keine Orchidee, aber auch sehr schön: Rundblättriges Wintergrün, pyrola rotundifolia: Paris quadrifolia, hier mit fünf Blättern: Nomen est omen - Teufelskralle: Weiter ging es einen geschlungenen Pfad vorbei an moosbewachsenen Bäumen zu den ersten Standorten von cypripedium calceolus. Viele davon waren leider schon verblüht oder am Abblühen. Umso mehr freute es mich als mir unweit des Pfades entlang der Enns diese Schönheiten entgegenleuchteten. Die Pflanzen wuchsen hier im Kalkschotter am Ufer des Flusses im Schatten des Wurzelballens eines umgestürzten Baumes. Flechtenbewuchs an einem Baumstumpf nahe dem Frauenschuhstandort: Unser Weg führte sanft bergauf, durch einen lichten Buchenmischwald in dem wir die Korallenwurz kennenlernen durften und, als Standort im Mischwald eher untypisch, auch eine Fliegen-Ragwurz entdeckten. Dann ging es weiter hinauf und ins freie Gelände, wo wir über Magerrasen entlang des Mischwaldes auf eine weitläufige steppenartige Tallandschaft gelangten, an die sich ein ausgetrocknetes Bachbett anschloss. Hier soll es auch Kreuzottern geben! Wir hatten an diesem Tag leider nicht das Glück welche anzutreffen, wurden aber mit einem atemberaubenden Blick auf die Bergwelt des Gesäuses mit in der Ferne glitzernden Wasserfällen belohnt. Der Hitze dieser Landschaft entfliehend, folgten wir einem Waldweg in einen dichter werdenden Fichtenjungwald, in dem neben Salomonsiegel wieder einige Frauenschuhe zu sehen waren, die hier jedoch auf Grund der zunehmenden Verbuschung und des folgenden Lichtmangels in ihrer Zahl bereits abnehmen. Salomonsiegel, polygonatum odoratum: Marienfrauenschuh, cypripedium calceolus: Über eine Brücke erreichten wir schließlich den schönsten der Standorte des Marienfrauenschuhs, in einem halbschattigen Waldstück zwischen dem Fluss und einer Asphaltstraße gelegen. Einfach nur traumhaft! Gegenüber, auf der anderen Seite der Straße wuchs das schmalblättrige Waldvöglein, Cephalanthera longifolia. Ein paar Meter weiter gelangten wir auf eine Kalksteinhalde. Hier fanden wir weitere Fuchsknabenkräuter sowie natürlich entstandene Hybriden zwischen breitblättrigem Knabenkraut und Fuchsknabenkraut. Dactylorhiza majalis hat einen hohlen, zusammendrückbaren Stängel, der vom Fuchsknabenkraut ist im Gegensatz dazu nicht hohl. Die Hybride zeigt Eigenschaften beider Arten, der "kantige" Stängel als Merkmal von D. majalis ist hier gut zu erkennen. Außerdem eine kleine Spinne, die mit aufs Bild wollte: Und dann, an einem wirklich unscheinbaren Fleck kahlen Hangs mitten im Schutt stand sie da. Das rote Waldvöglein. Zum ersten Mal durfte ich diese Schönheit am Naturstandort bestaunen - ein ganz besonderer Moment für mich. Nach einer kurzen Rast folgten wir einer Straße, die uns wieder auf den Weg brachte, welcher uns hergeführt hatte. Diesem folgten wir mit geschärftem Blick auf die heimische Orchideenflora zurück zum Ausgangspunkt. Im Schatten der Laubbäume ging es den Waldweg retour... ...Und noch einmal am Frauenschuh vorbei... Überraschung am Heimweg - Cephalanthera damasonium mit Fliege als "Topping": Ich hoffe euch hat dieser kleine Ausflug mit Einblicken in die Naturschönheiten des Nationalpark Gesäuse gefallen. Viele Grüße und noch einen ruhigen Sonntagabend, Alex
×
×
  • Create New...

Important Information

We have placed cookies on your device to help make this website better. You can adjust your cookie settings, otherwise we'll assume you're okay to continue. Weitere Informationen finden Sie in unserer Privacy Policy.