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  1. Hallo, nachdem ich bereits die Nepenthes pervillei-Standorte am Copolia und dem Trois Frères vorgestellt habe, folgt nun der vorerst letzte Fotobericht eines durchaus spektakulären Habitats in den Tea Taverne Glacis nahe dem Morne Blanc. Im Gegensatz zu den beiden erstgenannten, eher touristischen Habitaten, liegt Letzterer etwas versteckt in den Grünteeplantagen auf der Sans Soucis Road und ist dementsprechend nur wenig besucht. Auf nahezu allen Standorten findet man immer wieder einen trockenheitsverträglichen Farn Dicranopteris linearis, auf dem N. pervillei gerne hochklettert. Nach kurzer Wanderung neben den Teeplantagen kommt man in offene Vegetation mit interessanter Flora. Ein weiterer Endemit ist der Rosenapfelbaum Dillenia ferruginea. Einige Meter später kann man schon die ersten Kannenpflanzen in den Baumkronen erkennen. Immer wieder fand ich Populationen in Sträuchern und Bäumen, die nur aus einem Geschlecht bestanden. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass die folgenden Fotos nur eine Pflanze zeigen. Am Boden aufliegende Rosetten waren etwas mehr vom Wind geschützt und deutlich größer. Neben einer reichhaltigen Flora findet man immer wieder interessante Tiere. Hier wartet gerade ein endemischer Taggecko Phelsuma astriata auf Beute. Von meinem 11-tägigen Aufenthalt verbrachte ich rund die Hälfte mit Wanderungen auf der Hauptinsel. Neben Mähé habe ich mir noch die Inseln Praslin und Curieuse angeschaut, ebenfalls mit botanischen und zoologischen Kostbarkeiten. Sobald ich mit dem Sortieren dieser Fotos fertig bin erstelle ich einen separaten Thread. Viele Grüße Manuel
  2. Hallo, neben dem berühmten Copolia Trail, welchen ich in diesem Teil schon vorgestellt habe, gibt es auf der Sans Souci Road (eine Straße, die den Osten mit dem Westen der Insel verbindet) noch einige weitere Standorte von Nepenthes pervillei, die sehr einfach zu erreichen sind. Dazu zählen die "Drei Brüder", Trois Frères, mit einer maximalen Erhebung von knapp 700 Metern, wobei man die Kannenpflanzen bereits deutlich unter Gipfelniveau findet. Der Trail beginnt, wie nahezu alle Wanderwege auf den Seychellen, im Regenwald ... ... führt aber immer wieder durch offene Sandflächen mit teils interessanter Vegetation. Lycopodiella cernua Pandanus sechellarum Dendrobium crumenatum Nach einigen weiteren Metern bekommt man die ersten N. pervillei-Polster zu Gesicht. N. pervillei bildet kräftige Hochtriebe, die auch gerne mal in den Weg hängen. Alles in allem waren die Pflanzen an diesem Standort in allen Teilen größer, also die des Copolia und hatten eine auffällige Färbung des Deckels. Hier noch Fotos der typischen Luftrosettenbildung. Detailaufnahme der untypischen männlichen Infloreszenz und der Samenkapseln. Einige Blütenstände erreichten sogar eine Größe von 50 cm! Die Art war an nahezu allen Standorten, die ich besucht habe, recht erfolgreich im Beutefang. Neben vielen gefangenen Ameisen waren auch einige Mückenlarven in den Kannen zu finden. Etwas schattiger fand ich dann folgende Kannen. Keine N. reinwardtiana, sondern 20 cm große Hochkannen von N. pervillei! Auch die Bodenkannen waren deutlich größer als an anderen Standorten. Die Seychellen haben ebenfalls mit vielen invasiven Neophyten oder "Alien Species" zu kämpfen. Viele Habitate werden deshalb aufwendig mechanisch und chemisch restauriert. Das war's auch schon wieder - im nächsten Teil werde ich den Standort bei den Teeplantagen vorstellen. Viele Grüße Manuel
  3. Hallo, zusammen mit meiner Familie habe ich die letzten beiden Wochen auf den wunderschönen Seychellen verbracht. Dabei lag der Schwerpunkt sicherlich auf der Erkundung der einfach herrlichen Natur auf den beiden Inseln Mahé und Silhouette, wo auch die auf den Seychellen endemische Nepenthes pervillei zu finden ist. In insgesamt sechs beeindruckenden Wanderugen konnten wir diese Pflanzen an immerhin drei Standorten finden, wobei zwei davon auf Mahé liegen und einer auf Silhouette (es gibt dort auch nur diesen einen). Mahé ist größte und mit großem Abstand bevölkerungsreichste Insel der Seychellen (72.000 Einwohner) und beherbergt zugleich auch den höchsten Berg der Seychellen, den Morne Seychellois (905m): Da dieser Berg leider nur sehr schwer zugänglich ist, haben wir uns dazu entschlossen, mit unserem Führer Basil Beaudouin auf einen Nebengipfel des Morne Seychellois, den Gongo Rouge (701m) zu wandern. Ein sehr kleiner Weg, der zeitweise nicht erkennbar ist führt steil über rutschige Granitfelsen und dichtem Regenwald hinauf zum Gipfel. Hier oben befindet sich ein traumhafter, moosüberzogener Nebelwald in dem hunderte von Kannenpflanzen wachsen. Kletternde Pflanze: Eine sehr große Kanne von 15cm größe Interessant war, dass die Kannenranken von vielen der oberen Kannen sich um dicke Äste gewunden haben, was für Nepenthes pervillei recht ungewöhnlich ist! Hier ein besonders dicker Ast: Beeindruckend fand ich besonders die schöne roten, unteren Kannen, die von den nicht kletternden Pflanzen produziert werden: Diese Rosetten der jungen wuchsen dicht gedrängt meist am Boden des Waldes und kommen anscheinend auch mit nicht allzu viel gut zurecht. Die Kannen waren jedenfalls meist wunderschön tiefrot gefärbt:
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