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  1. Die Saison der faszinierenden großen Katapult-Leimfallen beginnt wieder! Für alle Fans der superschnellen Sonnentau hier zur Erinnerung eine kurze Zusammenfassung des zweistufigen Fangmechanismus, bestehend aus einer sehr schnellen Katapultfunktion (180° in 75 Millisekunden) und einem durch den Aufprall getriggerten Laufbandmechanismus, welcher die Beute in 1-2 Minuten in einer Verdauungsmulde versenkt. Obwohl beide Mechanismen auch unabhängig funktionieren, sind sie in Kombination so nur bei D. glanduligera (größte KLF) und einigen Zwergdrosera zu finden.
  2. Aufgrund einer aktuellen Diskussion über die unterschiedlichen Tentakelformen der Sonnentau, dachte ich mir, das Thema interessiert sicher auch weitere Droserafreunde hier im Forum. Bereits vor Jahren untersuchten wir die unterschiedliche Entwicklung der moderaten Schnelltentakel (ca. 3-20 Sekunden für 180°) bei modernen Sonnentau (Beispiel D. sessilifolia oder D. linearis) im Vergleich zum stammesgeschichtlich ältesten "Schnelltentakelsonnentau" mit extrem schnellen Katapulten (75 Millisekunden für 180°), Dropsera glanduligera. Irmgard und ich stellten dabei schon Anfang der 2000er überrascht fest, dass die Entwickling der ältesten, dabei größten und schnellsten Katapulte (mit 1x Funktion) umgekehrt verläuft, als bei den Schnelltentakeln moderner Arten (mit Mehrfachfunktion). Das unter dem Mikroskop zu beobachten ist überraschend und bietet einen schönen Einblick in die stammesgeschichtliche Entwicklung der schnellen Sonnentautentakel. Solche schnellen Fangbewegungen sind es doch, welche die Sonnentaufamilie nicht nur für Charles Darwin und die Biomechaniker so interessant machen. Unsere Doku zeigt dazu auch hochauflösende Mikroskopaufnahmen, die während unseres gemeinsamen Projekts mit der inzwischen von Dr. Simon Poppinga geleiteten Plant Biomechanics Group der Universität Freiburg entstanden und 2012 zur Publikation eines neuen zweistufigen Fallentyps aus sehr schnellen Katapulten mit einem nachgeschalteten "Laufband-Transportmechanismus", der kombinierten Katapult-Leimfalle führte. Offensichtlich sind die Schnelltentakel der Keimlinge und Bodenrosetten besonders effektiv für den Fang von weltweit verbreiteten Springschwänzen (Collembola), während die Leimtentakel wesentlich besser für den Fang von Fluginsekten geeignet sind. Das lässt sich zum Beispiel bei Drosera cistiflora (aber auch D. binata) sehr schön beobachten. Die Keimlinge und Bodenrosetten bilden hier Schnelltentakel aus, die am Fallenrand durch langstielige Leimtentakel ersetzt werden sobald die Pflanze in die Höhe wächst, um dadurch vermehrt Fluginsekten zu fangen. Die Doku ist in deutscher Sprache mit englischen Untertiteln. Auch diejenigen welchen das Thema insgesamt zu kompliziert erscheint, dürften an den Detailaufnahmen ihre Freude haben.
  3. Siggi_Hartmeyer

    10 Jahre Schnelltentakel und Landescheinwerfer

    Vor zehn Jahren erschien unser, inzwischen als "Klassiker" in Bezug auf Droseratentakel zu sehender Dokumentarfilm "Drosera: Schnelltentakel und Landescheinwerfer". Er wurde 2006 in Frostburg (USA) erstmals vor international anerkannten Karnivorenexperten gezeigt und 2009 Wissenschaftlern der Universität Würzburg (Deutschland). Das Feedback war großartig. Vor einigen Jahren erlaubten wir der ICPS, die englische Version unserer Dokumentation vollständig auf ihrem YouTube Kanal zu zeigen. Dort ist sie bis heute zu sehen (Link). Inzwischen produzierten wir weitere Neuigkeiten und Filme über katapultierende Sonnentau und verschiedene Emergenzen der Gattung. Es war jedoch dieser Dokumentarfilm aus dem Jahr 2006, der die Aufmerksamkeit vieler Karnivorenfreunde auf das Phänomen der blitzschnellen und komplexen Droseratentakel lenkte ... und die Szene spaltete. Die Reaktionen auf den wissenschaftlichen Inhalt sind seit zehn Jahren durchweg positiv, der Soundtrack jedoch löste heftige Emotionen aus: er wurde entweder sehr gemocht ("klasse Sound") oder regelrecht gehasst ("verursacht Ohrenkrebs"). Eine für die Universität Würzburg 2009 überarbeitete deutsche Version des Films ist als Mehrteiler auf einer Playlist auf unserem YouTube-Kanal zu sehen. Hier auch dieser Link für alle, die zum 10-jährigen Jubiläum die deutsche Version bevorzugen.
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