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  1. Hallo, als Einführung: Der Thread ist dafür gedacht, dass hier jeder seine Erfahrungen teilen kann. Ich hatte selbst lange gesucht, um etwas zu den Themen zu finden und habe ein paar eigene Erfahrungen gemacht. Das bedeutet aber nicht, dass andere Kulturmethoden nicht genauso zielführend sein können - deswegen hoffe ich auf rege Teilnahme. Ihr könnt auch gerne Erfahrungen zu anderen Arten der Sektion Orchioides teilen oder Fragen stellen Utricularia Humboldtii Kultur: Bei mir wachsen die Pflanzen in einem wassergefüllten Behälter, dessen Wasserstand von einem Zentimeter bis meistens zur Hälfte der Pflanztöpfe reicht. Die Pflanzen stehen dann am Fensterbrett über der Heizung. Grosses aber: Das funktioniert nur gut, wenn die Blätter auch entsprechend "hart" sind und Laub als fest ist. Ansonsten muss man die Pflanze entweder vorsichtig an eine solche Kultur gewöhnen oder es lassen. Die Pflanze verbreitet sich selbst durch Stolone - sehr lage "Tentakel" die erst wie Blattansätze wirken aber dann nur Stängel sind. Sobald sie ein geeignetes Substrat finden, ankern sie sich fest und bilden Wurzeln. Stellt man einen Topf so hin, dass sich ein Stolon darin vergräbt, bekommt man meist irgendwann Blätter und kann so die Pflanze "teilen". Als Beispiel mein Set-up (ja, Chaos)...man erkennt auch die Substrate: Substrat: Da die Art ursprünglich eher aquatisch in Bromelien zu finden ist, ist eine Kultur in Bromelientrichtern oder Heliamphora-Schläuchen mögich. Ich kenne einige, deren Pflanzen so wachsen und die dann durchs Set-up wandern. Bei mir wachsen die Pflanzen am besten in lebendem Sphagnum oder in einer sehr lockeren Mischung aus Sphagnum/Perlite und sehr grobem Bims, jedoch scheint bei meiner Variation einfach nur "locker" die Voraussetzung zu sein: Wächst auch in normalem Kissenmoos, das eigentlich für Pings gedacht war und ist...siehe oben In das Wasserbecken hatte die Pflanze es auch geschafft, aber die Wasserlebewesen haben die Blasen und alles andere radikal abgefressen (ich habe immer zu viel Ökosystem). Man sollte also ein wenig vorsichtig sein. Es gibt aber wohl Klone, die auch gut mit einer Standard-Mischung für Utris (Torf-Perlite-Quarz?) auskommen. Der Botanische Garten München hat Humboldtii, die so wachsen und sich sehr fröhlich ins Wasser verbreiten. Bestäubung: Wie so viele Arten, ist sie selbstfertil und man kann sorglos Pollen zum Stigma wuchten (siehe Bild) - ich nehme dafür immer einen normalen Zahnstocher (eventuell mit schwarzem Marker anmalen, dann erkennt man den gelben Pollen besser). Da die beiden sehr gut voneinander getrennt sind, ist eine Bestäubung mit anderem Pollen (diverse Arten) so auch problemlos möglich. Wer vielleicht so grobmotorisch wie ich veranlagt ist, dem gebe ich einen Hinweis: Im Gegensatz zu Alpina ist die Blüte an ihrem Stengel nicht ganz so fest angemacht (Bild links). Deswegen habe ich persönlich den Ansatz immer mit einem flexiblem Klebeband verstärkt, damit ich beim rumstochern nicht wieder eine Blüte abreisse. Ist die Bestäubung erfolgreich, verdickt sich die kleine Kugel am Ansatz (sieht man im Bild oben) recht schnell. Dabei fiel die Blüte relativ häufig unverwelkt ab - das ist aber kein sicheres Zeichen, manchmal blieb sie bei mir auch dran. Bestäubte Blüten+Samen: Wie erwähnt verdickt sich eine Kugel und wird im Verlauf der Zeit relativ gross an und stoppt dann - um zu reifen. Der genaue Erntezeitpunkt ist schwer abzusehen, jedoch dürfte der perfekte Zeitpunkt sein, sobald die äussere Haut leichter nachgibt und einzelne Stellen anfangen einzutrocknen. Das sieht dann pergamentartig (und dunkler/brauner) aus und teilweise reisst die Haut ein. Wenn man wegfährt, kann man nur beten - mein Versuch, die Kapsel im Wasser zu versenken hat dazu geführt, dass die Samen ziemlich schlecht waren. Also vielleicht genau beobachten und ein wenig drücken und dann vielleicht früher ernten oder über Wasser platzieren. Die Samen sind mehr Embryos und können nicht lange gelagert werden, sonst sterben sie. Reife Samen erkennt man am grünen Innenleben in einer durchsichtigen Hülle. Sobald sie lange genug mit Wasser in Berührung kamen (ein paar Stunden bis Tage - es gibt immer Nachzügler) breiten sie sich aus und sehen dann eher wie ein Geflecht aus. Ich schmeisse die Samen immer erst gerne in Wasser bevor ich sie ins Substrat gebe. Hier vorher (mit nur wenigen offenen) und "nachher) - gut erkennbar auch die durchsichtigen Hüllen in Bild rechts. Die kleinen Sämlinge sind sehr Haftfreudig...bleiben also gerne hängen - auch z.B. an Wänden von Helis innen Aussaat wo man will - mit Torf habe ich keine guten ERfahrungen gemacht, in Helis kann man nur hoffen, dass die Samen schneller sind als die Krüge (und darf nicht auf Wasser vergessen) - in Wasser könnte es vielleicht ebenfalls gehen. Von lebendem Sphagnum werden sie gerne überwuchert. Ansonsten gibt es nur eine Regel: Locker. Im Verlauf kommt erst die erste Fangblase, dann kleine Blätter und Wurzeln mit Blasen - später die ersten richtigen Blätter, die zwar klein sind, aber wie adulte Blätter aussehen. Ade, Michaela
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