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  1. Jona

    Veredelung von Nepenthes

    Hallo liebe Forengemeinschaft, Wie wir alle wissen macht langweile kreativ und deshalb bin ich heute morgen auf eine Idee gekommen. (Ich hatte wirklich angenommen, dass ich der Erste mit diesem Gedanken war...aber naja so war es dann doch nicht). Ich wollte meine Nepenthes veredeln. Daraufhin habe ich das Forum durchstöbert und einen netten Beitrag von Jeremiha gefunden, bei dem schon den die ersten Versuche zur Veredelung gemacht wurden. Der Link zum Beitrag ist hier: https://forum.carnivoren.org/forums/topic/47746-nepenthes-veredelt-grafted/?tab=comments#comment-265792 Da es ja verschiedene Arten von Veredelungen gibt: Anplatten, Chipveredlung oder Chippen, Kopulation, Okulation, Rindenpfropfen, Spaltpfropfen wollte ich euch alle motivieren, dass wir zusammen die verschiedenen Veredlungen testen, protokolieren und dann im Forum der Gemeinschaft präsentieren. Ich persönlich werde nicht meine teuren Hochländer für den Versuch nehmen, sondern robuste Hybriden, damit, falls was schief geht, der Verlust nicht so schlimm ist.. Dieser Beitrag ist mal für Nepenthes, die man anderen ihrer Art veredelt, wobei ich natürlich auch an einer Venus-Nepenthes interesse hätte . Ich würd mich sehr über Meinungen und Freiwillige, die es ausprobieren, freuen. Außerdem denke ich, dass es toll wäre, mal etwas zusammen zu erforschen, bei dem wir noch nicht das Ergebniss kennen. Freundliche Grüße, Jona
  2. Gilbolad

    Nepenthes veredelt/ grafted

    Ich habe mich gefragt ob man Nepenthes veredeln kann -wie es z.B bei Obstbäumen möglich ist. Theoretisch könnte man eine Art, die ein empfindliches Wurzelwerk hat auf eine Art mit einem sehr robustem Wurzelsystem setzten. Oder man könnte empfindliche Ultra Hochland Nepenthes auf eine Tiefland/intermediate Unterlage graften, so dass die Zuckerversorgung in der Nacht gewährleistet ist und die Haltung bei höheren Nachttemperaturen möglich wird -Fensterbank Villosa here we come-. (Hypothese warum Hochlandnepenthes eine Nachtabsenkung brauchen, siehe anderer Thread von mir) Bei mir war die Beschleunigung des Wachstums von einer kleinen Pflanze, die man auf eine große Unterlage pfropft die Hauptidee. Habe mich ein bisschen eingelesen, -wenige haben es probiert -doch es gibt eine Hand voll Bilder im Internet von erfolgreich veredelten Nepenthes. Also bin ich losgezogen und habe im Baumarkt eine kräftige/robuste Nepenthes besorgt, die als Unterlage herhalten sollte. Der Plan war eine Ventrata -hatten sie aber nicht da. Eine N. sanguinea (?) ist es dann geworden. Nun musste eine Nepenthes auserwählt werden, die für das Experiment geopfert werden konnte. Zu dem Zeitpunkt hatte ich eine N. muluensis x lowii (ab jetzt m x l genannt), die nach mehreren Monaten kaum ein Stück gewachsen war. -eine Kreuzung die ich sehr mag und schwer zu bekommen war. Allerdings- wenn es glücken sollte, wäre eine (schneller) wachsende m x l doch etwas feines. Kein Risiko -Kein Spaß m x l vor dem veredeln: Wie ich vorgegangen bin: Ich habe ein scharfes Messer desinfiziert und bei der N. sanguinea den Kopftrieb direkt unter dem obersten Blatt abgeschnitten. Das nun oberste Blatt abgeschnitten, damit es nicht beim Arbeiten stört. Das Messer in der Mitte der Schnittfläche angesetzt und den Stamm ca. 1,5 -2 cm tief eingeschnitten. Die m x l habe ich Keilförmig "geschnitzt" ,da der untere Teil der Pflanze schon verholzt war. Dabei habe ich versucht eine möglichst glatte, ebene Fläche hinzubekommen. Den Spalt in der N.sanguinea habe etwas geöffnet um den m x l Keil vorsichtig so tief wie möglich einzuführen. dazu diese Skizze mit der genauen Postition: Hier ist auch der Unterschied im Durchmesser der Stämme dargestellt. Anschließend habe ich den Stamm auf der ganzen Schnittlänge mit Graftigtape (dünne Plastikfolie) mit wenig Druck umwickelt. Dann einen Plastikbeutel mit zwei kleinen Luftlöchern über die m x l gestülpt, damit sie nicht vertrocknet bis sie anwächst. (bis dahin hat sie ja keine möglichkeit Flüssigkeit aufzunehmen). Die Pflanzen wurden dann in mein Zelt mit der normalen LED Beleuchtung gestellt. (Temperatur um die 25C) Die N. sanguinea hat wenig Osmocote auf/in das Substrat und in ein paar Kannen bekommen. Dann hieß es warten und hoffen. Nach ca. 1-2 Wochen fingen die Blätter der m x l an ledrig auszusehen. Die ältesten Blätter wurden ganz braun und etwas weißer Schimmel war auf den meisten Blättern zu sehen. Also Plastikbeutel ab und den Schimmel abgewischt. Plastikbeutel wieder drauf. Zu dem Zeitpunkt hatte ich die Hoffnung schon verloren und wollte das Experiment abbrechen und mich ärgern, dass ich meine mühsam ergatterte m x l für das Experiment verwendet habe. Zum Glück war ich zu faul um die Pflanze wieder zu entedeln. Nach 3 Wochen verloren die Blätter ihren ledrigen Charakter und der Neutrieb zeigte erstes Wachstum -Nice. Den Plastikbeutel habe ich bis zur Fertigstellung des ersten neuen Blatts draufgelassen. Gesamtansicht nach 4 Monaten: Die sanguinea Unterlage fing nun an fleißig Seitentriebe zu bilden. Diese habe ich alle abgebrochen um keine Kraft zu verschwenden. Interessanterweise fing die m x l auch mit dem Seitentreiben an. Jede Internodie bildet seit dem einen Seitentrieb. Diese entferne ich so bald es geht. Nur einen habe ich gelassen -Den möchte ich irgendwann entfernen und eintopfen. Seitentrieb m x l : Kannen bildet sie auch fleißig: Veredelungs-Stelle Detail: Man beachte den Durchmesserunterschied von der Unterlage zur m x l. Außerdem die Zunahme des Durchmessers. Gesamtansicht nach 5 Monaten: Von oben: Abschließed kann man sagen, dass es auf jedenfall möglich ist Nepenthes zu veredeln. Das Wachstum scheint auch sehr ordentlich zu sein. Ich kann die Größenzunahme in dem 5 Monats Zeitraum leider nicht mit einer nicht-gegrafteten normalo m x l vergleichen. Was mir noch aufgefallen ist: Die muluensis x lowii bildet keine Hochkannen obwohl die Größe (Länge) der Grundlage zumindest für Intermediate Kannen reichen sollte. Da stellt sich dann die Frage wie die Einleitung der Hochkannen vonstatten geht... ich wäre ja von der Haupttrieblänge ausgegangen- alter kann es nicht sein, da ein Kopfsteckling von einer Ranke doch wieder Tiefkannen bildet. Mag auch an der Unterlagen Art liegen... Soweit einen schönen Tag noch. Grüße, Jeremiah
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