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Erfahrung mit 5/10.000 Kelvin-Lampen?


Joachim Danz

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Joachim Danz

Hallo,

da die Zusatzbeleuchtung für meine Nepenthes bestehend aus vier Dulux-El Pflanzleuchten anfängt das Zeitliche zu segnen, bin ich jetzt auf der Suche nach einer neuen Leuchte für mein Terrarium. Eine 70 Watt NaHdl wäre sicher geeignet. Da das Terrarium aber in meinem Wohnzimmer steht, bin ich von der gelben Lichtfarbe nicht so ganz begeistert. Auf dem GFP-Treffen in Würzburg hat Herrmann Wistuba erzählt, daß er gerade mit einer Kombination aus einer NaHdl und einer 10.000 Kelvin-Lampe, wie sie die Meerwasser-Aquarianer einsetzen experimentiert (10.000 Kelvin entspricht der Lichtfarbe in ca. 5-10m Wasseriefe). Die Kombination des gelben und des blauen Lichts soll fast weiß sein. Bei meiner Suche im Internet bin ich jetzt auch auf 5.000 Kelvin Brenner gestossen, die ein tageslichtähnliches Licht abgeben sollen und für Süßwasseraquarien gedacht sind. Das Licht soll dem im Urwald entsprechen und auch für das Wachstum der Wasserpflanzen sehr gut geeignet sein - und das könnte ja eigentlich auch meinen Nepenthes ganz gut gefallen!?

Falls einer von Euch Erfahrung mit solchen Lampen als Pflanzleuchetn hat, würden mich die Ergebnisse sehr interessieren.

Ciao Joachim

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Guest werner

Hi Joachim,

ich hab' zwar sowohl 10.000 K als auch andere Brenner bei mir rumliegen, allerdings nicht oder nur kurzfristig fuer meine Pflanzenzucht eingesetzt. Deswegen leider keine Erfahrungen, sondern nur ein paar Anmerkungen meinerseits ...  

Zu den 10.000 K-Brennern: in der Aquaristik geht man eigentlich zu so hohen Farbtemperaturen um z.B. Steinkorallen, die einen sehr hohen UV-Anteil fuer ihr Wachstum benoetigen, erfolgreich zu zuechten. Fuer Nepenthes duerfte das vielleicht etwas zu viel UV sein!? Ausserdem entwickeln die Lampen in unmittelbarer Naehe des Brenners eine ganze Menge Ozon und auch Stickoxide (wegen der hohen UV-Abstrahlung).

Die Brenner mit niedrigerer Farbtemperatur entwickeln bei weitem nicht so viel "Abgase". Auch das Spektrum duerfte wegen dem Rotanteil fuer Pflanzen besser geeignet sein. Allerdings strahlten die Brenner im IR-Bereich ganz gehoerig in mein Terrarium. Auch bei deutlichem Abstand war mir die Aufheizung zu gross.

Noch eine andere Anmerkung zu den HQI bzgl. Wirkungsgrad.

Oft werden bei den Lumen/Watt-Angaben die Verluste des Vorschaltgeraetes vergessen. Vorschaltgeraete mit Standarddrosseln haben ganz schoene Verluste, so dass der gute "Lampenwirkungsgrad" hier z.T. wieder verschenkt wird (gilt uebrigens auch fuer NaHDLs !).

Ein Punkt, den ich erst nach dem Kauf meiner HQI-Strahler mitgekriegt hab': es gibt den seltenen Fall, dass ein Brenner am Ende seiner Lebensdauer mal in einen Halbwellenbetrieb uebergeht und auf diese Art und Weise das Vorschaltgeraet ueberhitzt; mit ev. Brandfolgen ... (siehe http://www.vossloh-schwabe.de/de/hinweise/e-007.htm).

Weitere Punkte sind das Nachlassen der Lichtstaerke, die Lebensdauer und der Preis der Brenner. Standard-HQI buessen im Laufe ihrer Lebenszeit ganz gehoerig an Lichtleistung ein, so dass sie normalerweise vor ihrem Ableben getauscht werden muessen (Keramikbrenner sind hier besser). Lebensdauer je nachdem ob Quarz- oder Keramikbrenner ca. 6.000-10.000 h. Preise hab' ich fuer die 70W HQI je nach Einkaufquelle so ab EUR 15,- bis 20,- in Erinnerung (schwanken allerdings ziemlich), Keramikbrenner deutlich teurer.

Alles in allem hab' ich ich mich aus obigen Gruenden gegen HQI, etc. entschieden. Ich benutze Leuchtstoffroehrenkombinationen mit EVGs (elektronische Vorschaltgeraete) und einem gutem Reflektorsystem. Die neuen Lampen sind billig (ein paar EUR) und haben eine lange Lebensdauer (Angabe: ca. 20.000 h). Ausserdem bleibt die Lichtleistung bis zum "Ableben" auf hohem Niveau (>80%) erhalten. Die ganze Anlage bleibt wegen der geringen Verluste schoen kuehl (Terrariumaufheizung durch die Lampen ca. 2-3 Grad ueber Umgebungstemp. bei direkter Auflage) und wegen der EVGs ist die Leistungsaufnahme der Roehren sogar geringer als die Lampennennleistung! Meine Stromrechnung freut's!

Ciao Werner

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Joachim Danz

Hallo Werner und Jan,

vielen Dank für Eure sehr ausführlichen Antworten. Hier ein paar Auszüge aus Jan's Email, die vielleicht nicht nur für mich interessant sind. Hier die Schilderung über seine Nepenthes-Vitrine:

... Über dieser Vitrine hängen 2 Lampenhalterungen inkl. Vorschaltgeräte. Es handelt sich dabei um 2 HQI Strahler, die ich bei ebay recht günstig bekommen habe (2x20DM). Die Vorschaltgeräte dieser Strahler sind für Metalldampflampen und Natriumdampflampen gleichermaßen geeignet. Somit habe ich in dem einen Strahler eine 70W Metallhalogendampflampe und in dem anderen eine 70W Natriumdampflampe. Die Natrium für die roten Lichtanteile (Blüte) und die Metall für die blauen Lichtanteile (vegetatives Wachstum). Im Übrigen habe ich auch kürzlich erst in dem neuen Clarke-Buch gelesen, daß

er ebenfalls etwas ähnlichs als Beleuchtung vorschlägt.

...

Die Natrium sind problemlos, aber bei den Metall gibt´s HQI und HCI Modelle. Die HQI haben einen gewöhnlichen Glasbrenner, sie altern schneller, das Lichtspektrum verschiebt sich schneller und sie sind nicht so hell wie die HCI. Die HCI haben einen Keramikbrenner, das Lichtspektrum bleibt fast gleich über die gesamte Lebensdauer, sie brennen heißer, demzufolge geben sie auch mehr Licht bei gleicher Leistung ab und die Lebensdauer ist länger. Die HCI sind

die Weiterentwicklung von HQI. Allerdings sind die Typenbezeichnungen z.B. zwischen Philipps und Osram nicht gleich, bei Osram heißen sie HCI und bei Philipps....müßte ich nochmal nachschauen....

Ich verwende eine Philipps Metalldampflampe, da die Lichtmenge etwas größer als bei den Osram Lampen ist. Als Natrium verwende ich eine von Osram.

...

Es gibt aber noch eine andere Lösung, ich glaube Osram bietet noch eine Lampe an....ich glaube Planta oder so heißt die, hat aber glaube ich, 400 oder 600W(für mich viel zu viel, für Dich glaube ich auch, oder  ;-)) diese hat einen kleinen Blauanteil im Spektrum.

Es gibt aber noch eine andere Lösung......100W Phillips SDW-T Leuchtmittel, es handelt sich um eine Natriumdampflampe mit einem spezielles Vorschaltgerät. Im Spektrum dieses Leuchtmittels ist ein hoher Blauanteil vorhanden, sie brennt richtig weiß.(beim Starten sieht man kurzzeitig diesen Blauanteil leuchten) Ich habe selber 2 dieser Lampen für meine Drosera, bin auch sehr zufrieden. Diese Lampen habe ich auch recht günstig über ebay gekauft.

Ich kann Dir solch eine Kombination nur wärmstens empfehlen, ich bin damit sehr zufrieden!

---------

Aufgrund der Infos, die mir momentan vorliegen, tendiere ich zu einer 5000k oder 5200K HQI-Lampe. Sollte diese nicht ausreichend sein, kann ich dann immer noch eine Natrium-Lampe hinzufügen, was ich aber zunächst nicht tun werde. Bei Martin habe ich gesehen, wie stark diese Lampe eine direkt unter ihr stehende N. inermis verbrannt hat - die Heliamphoras dagegen lieben dieses Licht ganz offensichtlich.

Die Gefahr eines Halbwellen-Betriebs von HQI-Lampen kann ich nicht einschätzen. Ich vermute aber stark, daß dies kein allzu großes Problem sein sollte, da die Vorschaltgeräte eigentlich alle eine Thermosicherung besitzen müssen. Zumindestens einen Brand sollte man damit sicher verhindern können.

Leuchtstoffröhren werde ich wohl nicht nehmen, da sie ziemlich groß sind und bei dem Abstand von bis zu 70 cm zwischen Röhre und Pflanze zumindestens bei den Reflektorsystemen die ich kenne, viel Streulicht aus dem Terrarium herausfällt. Für HQI-Lampen habe ich im Aquarian-Bereich ziemlich gut geformte Reflektorsysteme gesehen, die einen Großteil des emittierten Lichts gleichmässig in das Aquarium lenken sollen.

Ciao Joachim

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