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Ronny K.

Hallo,

ich möchte hier mein etwas anderes "Moorbeet" vorstellen und deren Entwicklung dokumentieren. Es ist deshalb kein Moorbeet, weil es fast komplett mit gewaschenem Spielsand gefüllt ist. Nur 150 L Torf habe ich dafür verbraucht.

Wet savanna bedeutet übersetzt feuchtes Grasland. Natürlicherweise ist dieser Lebensraum der häufigste für Sarracenien im südosten Nordamerikas. Der Boden besteht hauptsächlich aus Sand, der über einer wasserundurchlässigen Schicht liegt. Um das ganze natürlich wirken zu lassen, kommen auch Pflanzen dazu, die mit Sarracenia zusammen vorkommen. Allerdings ist es recht schwierig, an solche Arten heran zukommen. Ganz so streng sehe ich es aber nicht, auch ein paar einheimische Pflanzen dürfen hinein.

Um der Frage vorzubeugen, was dort alles wächst, stelle ich gleich eine Liste dazu, die ich ständig aktualisieren werde.

Folgene Arten befinden sich in dem Beet:

 

Andromeda polifolia

Caltha palustris

Coreopsis leavenworthii

Dionaea muscipula f. heteropylla

Dionaea muscipula

Drosera anglica

Drosera binata

Drosera capensis

Drosera filiformis ssp. filiformis

Drosera filiformis 'California Sunset'

Drosera intermedia

Drosera rotundifolia

Drosera x hybrida

Eriocaulon decangulare

Eriophorum vaginatum

Eriophorum virginicum

Gentiana pneumonanthe

Helonias bullata

Liatris spicata var. spicata

Menyanthes trifolia

Narthecium ossifragum

Pinguicula vulgaris

Pogonia ophioglossoides

Rhododentron tomentosum

Sagittaria graminea

Sarracenia alata var. ornata {Hilltop Lakes, Leon County, Texas MK A16}

Sarracenia flava var. cuprea {Forest Site, East of Supply, North Carolina}

Sarracenia leucophylla

Sarracenia leucophylla {Shnell's Ghost}

Sarracenia leucophylla {Pensicola , N.Florida L24}

Sarracenia leucophylla {purple veined , Milton, N.Florida}

Sarracenia minor var. minor {Near Wacamav River, Brunswick County, NC}

Sarracenia oreophila

Sarracenia psittacina

Sarracenia purpurea subsp. purpurea

Sarracenia rubra subsp. jonesii

Sarracenia rubra subsp. rubra

Sarracenia rubra subsp. wherryi

Sarracenia x moorei {Pensacola, FL}

Soldanella montana

Viola palustris

Xyris sp.

 

Das Beet ist schon seit ein paar Wochen bepflanzt. Die meisten Pflanzen stehen allerdings noch nicht direkt im Sand, sondern in ihrem Torfballen aus dem Topf. Leider hatte ich anfangs nicht genug Regenwasser um es komplett zu füllen und so musste ich in den letzten Tagen bei Hitze und Trockenheit um meine Pflanzen bangen. Gestern kam dann nun die Erlösung mit einem heftigen Regenschauer und Hagel. Der Start war also nicht so einfach. Aber nun ein paar Bilder.

 

K640_DSC_0015.thumb.JPG.3d90b96329b6783b7a1ad9424e48a1f9.JPGK640_DSC_0016.thumb.JPG.fc36d4a000cad6efd75a20c903081d56.JPG

Hier erstmal eine Gesamtübersicht. Das Beet ist ca. 3x2 m groß. Die Teichfolie am Rand wird noch mit Steinplatten bedeckt. Der Regen hatte allerdings nicht gereicht, um die Vertiefung überhaupt mit Wasser zu füllen. Daher habe ich noch ein Regentonne entleert. Deswegen befindet sich der Schaum auf dem Wasser. Wie man sieht, habe ich den Torf nur für die steilen Stellen verwenden. Den Starkregen von gestern, hat es schon mal gut überstanden. Im Laufe der Zeit werden sich dort noch Moose ansiedeln und das ganze stabilisieren.

 

DSC_0017.thumb.JPG.ada6329d00b78ed3ffdb4aacb8543f7c.JPGDSC_0020.thumb.JPG.a0f2c5609d2360aaf802565bd651d986.JPG

Mit ein paar Blüten kann ich auch schon aufwarten. Hier Sarracenia rubra ssp. wherryi.

 

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Laut Schild soll es sich hier um Sarracenia leucophylla {purple veined , Milton, N.Florida} handeln. Da liegt wohl ein Fehler vor.

 

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Der Hagelschaden ist nicht zu übersehen.

 

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Das sollte mal eine Blüte von Pogonia ophioglossoides werden.

 

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Am weitesten mit dem Austrieb ist Sarracenia oreophila.

 

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Aber auch Sarracenia flava var. rubricorpora {Apalachicola, Fl} öffnet die ersten Schläuche...

 

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...und Dionaea muscipula f. heteropylla die ersten Fallen.

 

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Liatris spicata var. spicata. Mal sehen, wie sie mit der Feuchtigkeit zurecht kommt. Natürlicherweise kommt S. leucophylla mit Liatris spicata var. resinosa vor.

 

 

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Die Tentakel von Drosera filiformis ssp. filiformis sind nach dem Regen stark mit Sand verklebt. Sie stehen bereits in reinem Sand.

 

Das war es erstmal für den Anfang.

 

Grüße

Ronny

bearbeitet von Ronny K.
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Christian List

Hi ronny, 

Na das ist mal ein interessantes Projekt, was du da gestartet hast, sehr schön. Bin gespannt, wie sich das weiter entwickelt! 

Gruß 

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Christoph Hübner

Hallo Ronny,

 

die Gestaltung gefällt mir richtig gut und sieht sehr natürlich aus. Ich war bislang davon ausgegangen, dass sich Sand als reines Substrat deswegen nicht eignet, weil er nur eine sehr geringe Pufferwirkung besitzt und bin daher sehr gespannt, wie sich das bei dir entwickeln wird.

Natürlich ist es schon verwunderlich, dass Karnivoren an ihren Naturstandorten nur selten in Torf wachsen, aber das scheinbar das beste Kultursubstrat ist.

 

Ich hoffe jedenfalls, dass sich die Pflanzen wohlfühlen werden! ^^

 

Viele Grüße

Christoph

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Ronny K.

Hallo Christoph,

freut mich, dass es dir gefällt.

Was soll der Torf puffern? Den pH-Wert? Der bleibt im sauren Bereich, da Siliciumdioxid (Quarz) zusammen mit Wasser Kieselsäure bildet, also sauer verwittert. Und gegossen wird auch nur mit Regenwasser.

 

Grüße

Ronny

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Ralf Mößle

Hallo,

Sieht super aus. Vor allem interessieren mich die Ausmaße sowie die weitere Entwicklung.

 

Ich habe aktuell ein ähnliches Projekt am laufen. Einen Teil meines Filterteiches habe ich abgetrennt, und mit Sand modelliert. Damit sich das Spaghnum zukünftig leichter tut, habe ich auf den Sand eine mehrere cm dicke Torfschicht aufgebracht. Die soll auch den teilweise noch jungen Pflanzen helfen, sich gut einzulegen und ordentlich zu wurzeln. Und den Samen beim keimen...

Vielleicht war der Torf aber auch unnötig. Abwarten, wie es sich entwickelt.

 

Ich hoffe nur, du berichtest immer wieder von deinem Projekt. Vieles entwickelt sich nämlich erst mit der Zeit.

 

Viele Grüße Ralf 

 

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Ronny K.

Hallo Ralf,

die Maße habe ich vergessen. Das Beet ist ca. 3x2 m groß. Ich habe es oben noch eingefügt.

Drosera filiformis keimt übrigens sehr gut auf Sand und die gesetzten Hibernakel haben auch gut losgelegt.

 

Grüße

Ronny

 

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Christoph Hübner

Hallo Ronny,

 

ja genau, den pH-Wert meinte ich. Ah interessant, danke für die Aufklärung, betreffs der Verwitterung.

Dann fällt mir als potentieller Nachteil nur noch ein, dass Sand Wasser nicht so gut speichern kann wie Torf. Regelmäßiges Überprüfen schafft da ja aber auch Abhilfe.

 

 

Gruß Christoph

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Ronny K.

Hallo Christoph,

wenn der Wasserstand fällt, wird es in den oberen Schichten sicherlich trockener. Allerdings muss man unterscheiden zwischen Wasserspeicherkapazität und Wasserverfügbarkeit, z.B. kann ein lehmiger oder toniger Boden Wasser sehr gut halten, aber die Pflanzen können nicht das komplette Wasser aus dem Boden saugen. Während Wasser von den Pflanzen sehr leicht aus Sand gezogen werden kann. Deswegen wachsen Pflanzen in Wüsten auch lieber auf Sand, weil sie dort mit dem wenigen Regen mehr anfangen können. Das hängt mit der Porengröße zusammen. Allerdings spielen hier auch Mykorrhizapilze eine Rolle, die in feine Poren eindringen können und dort das Wasser rausziehen.

Sand zieht aber recht gut Wasser nach oben und da sind auch umgedrehte Blumenkästen usw. als Wasserspeicher eingebaut. Wie gesagt, der Wasserstand war bei der anhaltenden Trockenheit hier viel niedriger (also auch an der tiefsten Stelle unter dem Substrat) und die Pflanzen waren auch bei 30°C nicht vertrocknet, obwohl sie noch nicht so tief wurzeln. Allerdings stehen die meisten Pflanzen außer die Liatris spicata und Drosera filiformis ja noch in Torf.

 

Grüße

Ronny

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Erna

Hallo, 

Das sieht sehr gut aus. Vor allem sehr naturgetreu gefällt mir sehr gut. Viel Erfolg freue mich auch schon auf weitere Updates. Bin gespannt ob und wenn mit welchen Herausforderung du konfrontiert werden wirst. 

Gruß Erna 

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Ronny K.

Hallo,

bis jetzt wachsen alle Pflanzen munter vor sich hin. Aber leider ist irgendwo ein Loch in der Teichfolie. Da muss ich also nochmal ausbessern. In der Zwischenzeit fand es wohl ein Rabe recht lustig, die Pflanzen rauszureißen. Mittlerweile hat er wohl den Spass daran verloren. Bis auf ein paar Beschädigungen haben es die Pflanzen überlebt. Es sind auch noch ein Paar dazu gekommen.

 

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Eriocaulon decangulare ist neu eingezogen. Es bleibt abzuwarten, ob sie den Winter überstehen.

 

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Auch Xyris sp. ist neu.

 

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Ebenso Drosera x hybrida.

 

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Ein Sämling von Coreopsis leavenworthii.

 

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Die Drosera beginnen zu blühen. Hier Drosera filiformis sp. filiformis...

 

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...und Drosera binata.

 

Grüße

Ronny

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pinguicula76

Sehr sehr schön!

Grüsse.

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Christian List

Könntest bei Gelegenheit ja mal ein Update geben! Ist ja bereits 1Jahr alt 😉

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Ronny K.

Hallo,

es ist eine Katastrophe. Das Beet ist komplett ausgetrocknet in diesem Sommer. Ich musste retten, was noch zu retten war. Nur der Coreopsis und der Liatris macht das Wetter wenig aus, dazu gesellen sich noch reichlich Lythrum salicaria, die dort wild aufgegangen sind. Alles andere habe ich rausgeholt oder ist vertrocknet. Ich werde das Beet jetzt tiefer ausheben und wegen dem Loch, welches ich nicht finden kann, eine neue Folie auslegen. Im Herbst werde ich dann noch einige Drosera und Begleitpflanzen aussäen und im Frühjahr neu bepflanzen, in der Hoffnung, dass es im nächsten Jahr nicht so trocken wird.

 

Grüße

Ronny

bearbeitet von Ronny K.
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ChristianCB

Das ist echt schade, aber dieser Sommer ist auch, zumindest was die Regenmengen in weiten Teilen des Landes angeht, zum verteufeln!!!

 

Das Loch in der Folie ist sehr ärgerlich und gleicht sicher der Suche einer Nadel im Heuhaufen.

 

Ich habe für mein Moorbeet EPDM Teichfolie 1,15 mm Stärke verlegt, da geht nix durch. Das verlegen ist zwar anstrengender und der Preis etwas höher (um die 8,50 €/m²) aber du hast keine Probleme mit Leckagen.

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Thomas Carow

Hallo,

 

ich vermute, es ist kein Loch vorhanden.

Es ist die extrem starke Verdunstung von dem nassen Sand, die aufgrund der wesentlich höheren Oberfläche deutlich über dem Torf liegt. 

Die Verdunstung von Torf liegt ja schon um ein vielfaches über einer Wasseroberfläche.

 

Grüße

 

Thomas

  • Danke 1

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Ralf Mößle

Hallo Ronny, 

 

Sehr sehr schade. Fand dieses Projekt super interessant. 

 

Was die These mit dem Loch betrifft...wie war es denn über den Winter? Und hast du ein Teichvlies unter die Folie gelegt? Und was für eine Folie hast du verwendet? Denn je nachdem würde ich mich auch der Meinung von Thomas anschließen...Teichfolie ist schon sehr robust, und mit Teich Vlies darunter ergibt sich ein sehr guter Reperatureffekt im Falle von einem Loch. Als Teichbauer habe ich da schon etwas Erfahrung...

 

Viele Grüße Ralf 

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Ronny K.

Hallo,

es war vorher ein Teich. Beim entfernen des alten Substrates habe ich versehentlich einige Löcher in die Folie gemacht. Ich habe versucht diese mit einem Reparaturset und reparieren, aber das ist mir wohl nicht gelungen oder ich habe nicht alle gefunden. Dadurch war der höchste Wasserstand ca. 15 cm geringer, als es theoretisch möglich gewesen wäre. Wobei diese 15 cm in diesem Sommer auch nicht geholfen hätten. 

Das Projekt geht weiter, allerdings mit größerem Wasserspeicher. 

 

Grüße

Ronny

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Mossman

Tut mir leid für dein Beet. Hat sehr interessant und vielversprechend ausgesehen. Sieht so aus als müssten wir uns in Zukunft alle auf noch mehr trockene und heiße Sommer einstellen...

Ich wünsche Dir für den zweiten Anlauf jedenfalls alles Gute!

 

Gruß, MM

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Ben

Schade ist es schon. Ich fände die Idee auch sehr interessant und hoffe nächstes mal klappt es besser. Vielleicht könnte man ja mit lebendem sphagnum oder Moosen allgemein bedecken um so Wasserspeicher zu schaffen und hilft vielleicht auch gegen die Verdunstung? Hierzu können vielleicht Experten etwas sagen (ich hab das hier nur als Anregung gedacht).

Viele Grüße Ben

 

PS: Informier uns sobald du einen neuen Versuch startest.

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