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Ronny K.

Drosera filiformis Komplex

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Ronny K.

Hallo,

ich habe gerade das Buch Drosera of the World vor mir und studiere die nordamerikanischen Droseras. Dabei ist mir die Unterart D. filiformis var. floridana untergekommen. Das sollten die Pflanzen sein, die als D. filiformis 'Red' gehandelt werden. Wobei bei Thomas Carow steht, dass es sich eventuell um eine Hybride mit D. capillaris handelt. Und die Hybride aus D. filiformis var. filiformis und D. tracyi, die als D. filiformis 'Californica Sunset' gehandelt wird, sollte korrekterweise D. x californica var. californica heißen. Sehe ich das so richtig? Weiterhin würde mich interessieren, ob die Hybride D. x californica var. arenaria in Kultur ist.

 

Grüße

Ronny

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podunk

Hallo,

das hast Du richtig gelesen. Die Benennung ist etwas unglücklich, aber hier hat die Kulturhybride 'California Sunset', die Mazrimas Anfang der 70er in Kalifornien gemacht hat zur Benennung x californica geführt, obwohl die Hybride in der Natur nur in Florida vorkommt. Bei 'California Sunset' dürfte die filiformis allerdings wohl aus New Jersey gekommen sein, daher die verschiedenen Namen. Dir rote filiformis mit tracyi gekreuzt (var. arenaria) gibt es in verschiedenen Sorten in Kultur. Die 'Florida Giant' könnte eine sein, die in der Natur aufgesammelt wurde. ''Portland Sunrise' könnte auch so eine sein.  Künstlich wurden die natürlich auch gemacht, siehe z.B.  'Dreamsicle' und 'Ambrosia' (Barnes 2011).

Viele Grüße

Eric

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podunk
Geschrieben (bearbeitet)

Hallo,

 

On 5/11/2018 at 8:25 PM, Ronny K. said:

Wobei bei Thomas Carow steht, dass es sich eventuell um eine Hybride mit D. capillaris handelt.

Die Theorie kaufe ich Thomas nicht ab, aber ich bin jetzt vorsichtiger, da ich ihm auch nicht geglaubt habe, dass manche Genlisea Knollen machen ;). Hauptsächlich zweifel ich daran, weil var. floridana einen extrem kurzen drüsenfreien Blattstiel hat, während er bei var. filiformis länger ist und bei tracyi noch länger.

Hat einer die Hybride capillaris x tracyi oder brevifolia x tracyi (oder anders herum oder mit filiformis statt tracyi) schon gemacht? Machen die keimfähige Samen? Im Internet finde ich diese Hybriden nicht. Grundsätzlich sollte es gehen, die Arten stehen sich phylogenetisch nahe und habe die gleiche Chromosomenzahl (20). Sie sollten ähnlich aussehen wie D.x hybrida. Die Hybriden zwischen filiformis und intermedia, rotundifolia, anglica oder linearis haben alle einen langen drüsenfreien Blattstiel.

 

Viele Grüße

Eric

 

var. floridana Bay Co., FL; "Florida Giant"; var.filiformis Ocean Co., NJ

DffFL_4979s.jpg.8458cdb65532b9bee5976528d1d9b262.jpgDf_FLG_4981s.jpg.27fe124ae25e77f82524dac2f7f55d25.jpgDff_NJ_4991s.jpg.7bda287a45bd863b1cb04336aebbad62.jpg

 

bearbeitet von podunk
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Ronny K.

Hallo Eric,

danke für die Infos. Die Autoren von Drosera of the World glauben wohl auch nicht an eine Hybride.

 

Grüße

Ronny

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podunk

Eine einfache Hybride ist var.floridana nicht, aber sie könnte natürlich hybridogenen Ursprungs sein, wie z.B. D.anglica. Deshalb wäre es ganz nett die o.g. Hybriden einmal zu sehen. Oder es ist ein evolutionäres Relikt, dass nicht in tracyi aufgegangen ist und seine eigene kleine Niche gefunden hat. Da die Autoren es aber für möglich halten, dass die var. floridana mit den filiformis an der Ostküste (über 800km weit weg!) genetisch im Austausch stehen, wurde mit var. eine ziemlich schwache taxonomische Einstufung gewählt. Ich hätte ssp. erwartet und mich über einen Artstatus bei den aktuellen Verhältnissen auch nicht mehr gewundert. Hoffentlich gibt es irgendwann genauere genetische Untersuchungen. 

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Andreas Fleischmann
Geschrieben (bearbeitet)

Hallo Eric,

 

Die Theorie, dass die "rote filiformis" hybridogenen Ursprungs ist (sicher keine Hybride, denn sie ist samentreu), und D. capillaris involviert war (wohl wegen der roten Färbung und des verhältnismäßig dünnen Blütenstiels) ist schon recht alt - sie stammt wohl von Paul Debbert aus den 1990ern. Er hat auch mal einen Namen auf Artstatus dafür vorgeschlagen, aber nie publiziert.

 

vor 1 Stunde schrieb podunk:

Da die Autoren es aber für möglich halten, dass die var. floridana mit den filiformis an der Ostküste (über 800km weit weg!) genetisch im Austausch stehen, wurde mit var. eine ziemlich schwache taxonomische Einstufung gewählt.

Wieso sollte Barry das glauben? Er (wir) folgen hier dem allgemein akzeptierten Vorschlag: sympatrisches Vorkommen (bzw. potentiell überlappende Verbeitungsgebiete) = Varietät, allopatrische Verbreitung = Subspecies. [Wobei hier Barry nicht einheitlich zwischen Rang von D. tracyi und D. filiformis var. floridana unterscheidet - aber das ist auch nicht nötig.]

Dieses schlüssige taxonomische Konzept hat übrigens auch Jan Schlauer für seine (heute größtenteil nicht mehr verwendete) Klassifikation der Zwergdrosera verwendet (auch ich sehe bei Bryastrum Artstatus in allen Fällen gerechtfertigt), und es wurde für die Infrataxa von D. spatulata und D. tomentosa so angewandt. Innerhalb der Gattung Drosera unterhalb der Artebene also ausnahmsweise mal ein einheitliches Konzept, hat man selten bei verschiedenen Bearbeitern 😉

 

Aber Du hast schon recht: analog zu D. spiralis, D. graminifolia und D. magnifica hätte man auch für alle 3 Taxa von D. filiformis jeweils Artstatus vorschlagen können. Das wollte Barry allerdings nicht - er hat die Nähe der roten filiformis zu D. filiformis var. filiformis betonen wollen.

 

Schöne Grüße,

 

Andreas

bearbeitet von Andreas Fleischmann

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podunk

Hallo Andreas,

danke für Deine Erklärungen.
Das Konzept ist schlüssig, aber manchmal verstehe ich (wie hier) die Anwendung nicht. Warum gleich der Sprung von Varietät- zu Artstatus? Mit ssp. stünden sich beide Taxa aber ebenfalls am nächsten, wenn man -wie es die Autoren tun- tracyi als Art sieht. In Florida kommen filiformis und tracyi sympatrisch vor und bilden stabile Populationen mit eigenen ökologischen Präferenzen, daher und aufgrund relativ größer morphologischer Unterschiede ist es nicht ganz so schwer hier D.tracyi als Art zu akzeptieren. Wenn man das tut, überlappen sich die Verbreitungsgebiete von filiformis und floridana nicht. Barry schreibt/glaubt, weil die Vorkommen an der Ostküste und am Golf auf dem Zugweg vieler Vögel liegen, sind die Populationen möglicherweise nicht genetisch isoliert, daher wurde var. statt ssp. gewählt. Offenbar ist das Vorkommen der floridana trotzdem auf einen sehr kleinen Bereich in Florida begrenzt. Wenn Samen oft erfolgreich transportiert werden würden, würde ich erwarten, das auch mal filiformis am Golf gefunden werden sollte und (wenn auch weniger wahrscheinlich) floridana an der Ostküste (die filiformis ist im Gegensatz zu tracyi einigermassen winterhart). Der genetische Austausch ist anscheinend relativ klein, wenn auch nicht absolut unmöglich.

Viele Grüße

Eric

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