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Alexander Fisch

Genlisea hawkingii neue Art aus Brasilien

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Andreas Fleischmann

Diese "neue Art" ist schon ein ganz dicker Hund: nicht nur überlappen alle Merkmale (siehe Merkmalstabelle im Artikel) mit G. violacea. Besonders gravierend: die "sensationelle" Position im Stammbaum als Schwester zu allen anderen Tayloria-Arten beruht auf kontaminierten/überlagerten Gensequenzen! Wenn die nicht gereinigt/aufbereitet wurden, ist die basale Position natürlich nicht verwunderlich. Ich kann das so genau sagen, weil alle anderen Genlisea-Sequenzen in dieser Arbeit aus meiner Arbeit von 2010 stammen, die kenne ich quasi auswendig 🙂

Zudem haben Fernando Rivadavia, Paulo Gonella und ich diese Pflanze schon 2011 in unserer Revision der Untergattung Tayloria berücksichtigt - als Variation von G. violacea. Nichts weiteres als das ist diese Pflanze nämlich meiner Meinung. Die Autoren zitieren unsere Arbeit von 2011 zwar, diesen Teil haben sie aber offensichtlich nicht gelesen (sonst wüssten sie, dass diese G. violacea mit gekümmtem Sporn weiter verbreitet ist, und z.B. auch bei Gouveia und Botumirim vorkommt).

Auch das Merkmal gekrümmter Sporn ist nicht besondes aussagekräftig - der kommt auch bei G. flexuosa immer wieder vor. Und selbst bei G. uncinata, die ja einen charakterisitsch gekrümmten Sporn hat, gibt es am Naturstandort immer einige Exemplar mit völlig geradem Sporn. Dieses Merkmal ist also nicht besonders konstant.

Ich habe ziemlich viele G. violacea gesehen und auch in Kultur, auch solche mit gekümmtem Sporn - da gibt es fließende Übergänge, es ist eine sehr variable Art (und alle fallen phylogenetisch zusammen!). Wenn man da jetzt jede Standortform abtrennen würde, wäre Genlisea bald artenreicher als Pinguicula 🙂 Das ist ungefähr wie mit Pinguicula moranensis in Mexiko, die sieht auch an jeder Ecke anders aus.

 

Schöne Grüße,

 

Andreas

 

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podunk

Hallo Andreas,

 

danke für die Erklärung! Die Position im Stammbaum hat mich auch sehr gewundert.

Ich bin aber ehrlich gesagt immer noch verwirrt. Für mich sieht die G.hawkingii sehr nach G.flexuosa aus, auch wenn sie etwas klein ist und einjährig sein soll:

Relatv kleine Oberlippe & relatv langer Sporn, reife Kapseln zeigen "rankend" nach oben (s.Bild nicht Tabelle). Das spricht nicht unbedingt für G.violacea. Vielleicht gibt es auch Hybriden.

 

Viele Grüße

Eric

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