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Eigene Hybride selbst benennen?


Christian Riedel

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Christian Riedel

Liebe Sarracenienfreunde!

 

Ich habe vor vielen Jahren eine eigenen Hybride gekreuzt: Eltern Sarracenia  x readii und Sarracenia purpurea venosa.

Heute bildet diese sehr große und wüchsige Pflanze große Bestände in meiner Sammlung und fängt viele Fliegen und andere Insekten.

Gibt es die schon als bekannte Hybride? Wenn ja, wie wird diese genannt?

 

Wenn es keine bekannte ähnliche Hybride gibt, darf ich diese selbst benennen? ("Riedel 1")

 

Danke für Eure Hilfe!

 

Herzlichst,

 

Christian Riedel aus Niederösterreich

S. x Readii x pupurea venosa.jpg.JPG

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podunk

Hallo,

 

jeder kann seine Pflanzen benennen wie er mag. Also Sarracenia "Mein Schmatzischatzi" oder "Riedel 1" ist ganz ok und das kostet nicht viel Mühe. Die Namen sollten dann in "Gänsefüßchen" gesetzt werden.

 

Da das aber bei größeren Sammlungen schnell verwirrend und unübersichtlich wird, geben viele einfach Sammlungsnummern nach der Art NN-xA. Dabei ist NN oft die Anfangsbuchstaben der Züchternamen wie z.B. MK=Mike King, y ist eine fortlaufende Nummer, vielleicht chronologisch und evt. nach Arten und Hybriden geweils wieder bei 1 anfangend. Der letzte Buchstabe wird manchmal benutzt um Geschwister, also verschiedene Klone aus einer Samenkapsel zu unterscheiden statt neue Nummern zu  vergeben.

 

Wenn man eine besonders schöne und einzigartige Pflanze züchtet oder findet, also eine mit Wow-Effekt, die alle in Ihren Sammlungen haben wollen, dann macht es Sinn diese wie bereits geschrieben als Kultivar zu beschreiben. Solche Kultivare müssen etwas haben, was andere nicht haben. Besonders schön, besonders groß, besonders wüchsig etc.. Und sie müssen erkennbar unterschiedlich von anderen, bereits beschriebenen Kultivaren sein. Das zu recherchieren macht Arbeit. Und je mehr Kultivare beschrieben wurden, um so mühsamer wird das. Bei Erfolg werden die dann mit einem Namen in halben 'Anführungszeichen' gekennzeichnet. Das soll Ordnung in die Sache bringen. Bringt aber nichts, wenn außer dem Züchter sonst niemand diese Pflanze hat, oder diese schon nach wenigen Jahren wieder aus der Kultur verschwindet, weil sie eingeht, sie keiner bestellt oder behält. 

 

Wenn die langjährige, gezielte Züchtung gelingt sollte man zusätzlich die Sorte rechtlich schützen lassen, sonst wird sie schnell und einfach von anderen vermehrt und genauso teuer verkauft, ohne dass man (außer mit Ruhm und Ehre) für seine Mühen belohnt wird und sich die Investitionen lohnen. So ein Schutz ist aber teuer und lohnt sich auch nur bei großen Chargen und wenn man bereit ist vor Gericht zu ziehen.

 

Da es für Kultivare  nur eine förmliche aber keine qualitative Prüfung gibt, müssen sie nicht unbedingt besser sein als irgend eine andere Pflanze. Wünschenswert wäre es aber. Oft sind die Geschmäcker aber auch verschieden. Nur bei einer Handvoll Kultivare scheinen sich alle einig zu sein. Das sieht man manchmal auch am Preis, der allerdings schnell zusammenschnurzelt, wenn die Pflanze eine weitere Verbreitung findet und der kleine Sammlermarkt gesättigt ist.

 

Viele Grüße

Eric

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Christian Riedel

Danke Eric, für diesen sehr informativen Beitrag. Jetzt verstehe ich endlich die Kürzeln! Übrigens: "Schmatzischatzi" ist übrigens ein absolut lustiger Name! 🙂

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Christian Dietz

Hallo,

 

ich möchte hier mal kurz davor "warnen", Pflanzen einfach so zu bennen und ohne Kultivarbeschreibung in den Umlauf zu bringen. Der Grund ist ganz einfach. Für Fantasienamen (und nichts anderes sind diese einfach so selbst vergebenen Namen) gibt es keine Möglichkeit, nachzuschauen, was dahinter stecken soll. Bei Kultivaren gibt es eine Beschreibung, aus der vorhergeht, wann eine Pflanze so benannt werden darf. Das ist oft auch schwammig genug, aber immerhin gibt es dann eine Diskussionsgrundlage. Den Unterschied zwischen "Name" und 'Name' (ersteres sollte für alle Zusätze verwendet werden, die man an Pflanzen so anfügen kann - also auch für "Fantasienamen", zweiteres nur für registrierte Kultivare) machen und verstehen nur die wenigsten. Daher bitte nicht Pflanzen einfach irgendwie benennen, sondern nur dann, wenn auch eine Kultivarbeschreibung folgt.

 

Gruß,

Christian

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Christian Riedel

Danke auch für diese kompetente Antwort: Ja, verstehe ich absolut.

Es ärgert mich ja auch selber, wenn ich nichts über die Hybride erfahre. Besonders schlimm ist es bei im Handel erhältlichen Pflanzen. So habe ich z.B. eine Hybride - nur für mich, eh klar " Zieli" genannt, da ich diese beim Zielpunkt im Jahre 2002 erstanden habe. Keine Ahnung, wer da genau die Eltern sind (S. purpurea und etwas Leukophylla erkennt man. der Rest ist unklar). Facit daher: Für meine eigene Übersicht -ohne öffentliche Verbreitung- verwende ich weiter Gänsefüsschen. Einfach damit ich ein wenig Übersicht habe und für mich eine Ordnung, wo registrierte Kultivarnamen fehlen. Auf jeden Fall freue ich mich, dass es bei der GFP so tolle Leute gibt, die sich wirklich gut auskennen!

Ein großes Dankeschön! Bitte G´sund bleiben!

 

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