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Meine neue Kulturmethode?


Tobias Kulig

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Tobias Kulig

Hallo zusammen,

ich besitze zwar nur ein paar terrestrische Utris, teste aber gerade eine neue Kulturmethode für mich. Ich mache relativ viel mit meinen Fleischsalatbechern, nicht nur diverse Exvitros. 

Die Stecklinge mit den Blütenstielen meiner U. biceps haben mich dazu inspiriert, meine Utris mal "überflutet" zu kultivieren, da sind diese Becher natürlich bestens geeignet.

Gerade U. biceps reagiert sehr positiv darauf! Ich habe so einen Becher halbvoll mit Substrat (Sand/Torf 2:1) gefüllt und ein paar Pflanzen reingesetzt. Zum Schluß habe ich das Ganze mit einer Spritze soweit gefüllt, daß das Substrat nur ein paar Milimeter überflutet ist: schnelles und gesundes Wachstum.

 

Jetzt wollte ich es genauer wissen: Dasselbe habe ich dann vor ein paar Tagen mit U. steyermarkii (auf dem Bild) gemacht, nur mit totem, gehäckselten Sphagnum/Sand 1:1. Das Wachstum beginnt bereits.

Ob das jetzt tatsächlich eine U. steyermarkii ist oder vielleicht auch U. aureomaculata kann ich erst mit einer Blüte bestimmen. Aber ich krieg das Mistding nicht zum blühen! Am Licht kanns nicht liegen, alle andere Pflanzen blühen ja auch. Ich hab auch schon mit dem Wasserstand gespielt, keine Chance. Was also der Blühindikator ist, kann ich beim besten Willen nicht sagen.

 

Zurück zum Thema: Was mich an der Kultur in Fleischsalatbechern besonders anspricht, ist die absolute Kontrolle:

1. Die Pflanzen können nicht in benachbarte Becher übersiedeln, obwohl die gesamte Grundfläche bewachsen ist.

2. Die Bewässerung kann ohne großen Aufwand exakt dosiert werden: Will man überfluten, kann man das mit einer Spritze exakt dosieren. Will man weniger Wasser, kann man es problemlos ausschütten, da fällt nix raus oder man saugt es mit der Spritze ab. 

3. Platzersparnis, da man keine Untersetzer oder ähnliches braucht. Man kann die Becher schön nebeneinander stellen. 

4. Für einen Tausch oder den Verkauf von Teilstücken kann man mit einer Pinzette ein schönes Stück direkt an einer Ecke rausziehen, wieder ein bißchen Substrat rein und wieder zuwuchern lassen.

 

Dem einen oder anderen scheints vielleicht zu aufwendig zu sein, aber ich finde es sehr praktikabel. Ich werde jetzt nach und nach alle in so einen Becher packen. Die Dinger sind echt billig!

 

Aber Ihr seht, das tote Sphagnum ist bei einer Überflutung nicht das Gelbe vom Ei. Da gibts Algen und Glibber! Ich werde das durch Sand/Torf 2:1 ersetzen, da gibts keine Probleme. Aber man lernt ja auch...

 

Gerne könnt Ihr Eure Meinungen oder Kritik äußern, kein Problem. 

 

Gruß

Tobias

 

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Hallo Tobias,

 

ich mache es ähnlich bei einigen meiner Utricularia. U.dichotoma und U.cornuta stehen bei mir in runden, transparenten Verpackungen von z.B. Haribo. 
Hierbei ist der Vierkantkontainer so groß, dass er sich (fast) festklemmt. Somit kann man nach Belieben fluten und wieder abgießen.

Klappt gut und hat sich bewährt.


Grüße Carsten

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Tobias Kulig

Hallo Carsten,

auch eine gute Idee! Sind dann Deine Vierkanttöpfe niedriger als die Haribodose, so, daß Du überfluten kannst? Das ist nämlich mein Hauptziel. Ich habe den Eindruck, daß viele terrestrische Utris besser wachsen, wenn sie etwas überflutet sind. 

Viele Leute kultivieren sie wie so manche Drosera: In einem Standardtopf mit 2cm Anstau. Klar funktioniert das, ist ja auch dauerfeucht. Aber mein Gefühl sagt irgendwie, daß sie "überflutet" bevorzugen. Die meisten wachsen ja nicht umsonst direkt am oder im Wasser.

 

Ich muß jetzt erst mal schauen, ob ich in irgendwelchen Töpfen im GH terrestrische Utris finde....

 

Gruß

Tobias

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Hallo,

 

Becherkultur wird bei den anderen Pflanzen für die ich mich stark interessiere, den Cryptocorynen bevorzugt angewandt. So lässt sich der jeweiligen Pflanze besser die entsprechende Wohlfühlumgebung schaffen. Und falls es mal Schädlinge gibt, kann der Becher einfach mit Wasser oder CO2 geflutet werden.

Dann gibts noch Pflanzen, die in der Regenzeit überflutet sein wollen und ansonsten nur sumpfig stehen. Luftfeuchte an sich lässt sich in Bechern auch super hochhalten.

 

Es gibt aber auch Nachteile, allen voran dieser drecks Algenschimmel. Und wenn im Substrat keine ordentliche Lava/Bims/Sand/...Beimischung ist, entsteht recht schnell Matsch. Deshalb bin ich wieder auf Töpfe, zum Teil in Bechern, umgestiegen. Lässt sich einfacher mal säubern und Substraterneuerung ist auch wesentlich angenehmer.

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Gruß

Helmut

 

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Tobias Kulig

Ich hab gute Erfahrungen mit Sand/Torf 2:1 gemacht. Ergo 2 Teile mineralisch und ein Teil organisch. Das bleibt nach meiner Beobachtung schön sauber und klar. Und damit funktionieren auch viele Utris.

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Nordhesse

*Platzhalter*

 

Ich muss nachher mal ein Bild meiner Cornuta machen die ich von Matze habe.

 

Irgendwie gefällt mir die nämlich so gar nicht. 

 

Sehe keinerlei Blätter, nur weiße Wurzeln? 

 

Bild kommt nach der Arbeit.

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Tobias Kulig
vor 19 Stunden schrieb Nordhesse:

*Platzhalter*

 

Ich muss nachher mal ein Bild meiner Cornuta machen die ich von Matze habe.

 

Irgendwie gefällt mir die nämlich so gar nicht. 

 

Sehe keinerlei Blätter, nur weiße Wurzeln? 

 

Bild kommt nach der Arbeit.

Grüß Dich,

gerade U. cornuta gehört zu den Arten, die es leicht überflutet mögen. Sie wachsen meistens direkt an Ufern irgendwelcher Gewässer. 

Wie kultivierst Du sie denn aktuell? 

 

Man sieht die gängigen Utris (livida, sandersonii, ect.) immer in normal hohen Standardtöpfen, die in einem Untersetzer 2cm im Anstau stehen. Klar funktioniert das! Habe ich ja auch jahrelang so gemacht. Aber ich tendiere immer mehr auf "leicht überfluten". Und dazu sind eben solche Fleischsalatbecher wie geschaffen. Die Bewässerung ist hier superleicht zu handhaben.

 

Gruß

Tobias

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Ich wünsche euch ein schönes Wochenende! 
Tobias, die Haribodosen sind ein paar cm höher als die Töpfe. Somit gieße ich zur warmen Jahreszeit so, dass die Töpfe immer ein paar Tage 1-2cm überflutet sind. Mit dem Gießen warte ich dann weitere Tage bis der Wasserstand 1-2cm unter Substratlevel ist und das Spiel wiederholt sich. Im Winter halte ich den Wasserspiegel etwas tiefer, um die Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus etwas geringer zu halten.

U.cornuta hat zeitweise sehr wenige Blätter und kommt dann bei passenden Bedingungen gut wieder durch. Sie ist aber wenig konkurrenzfähig. Somit wird sie leicht von stärker wachsenden Pflanzen wie Sphagnum  verdrängt.

Ich halte deswegen in meinem Moor eine zentrale Fläche frei von Moos. Das kommt auch Pinguicula und Drosera entgegen. 

Im Gewächshaus ist das nicht zu beobachten, weil die Temperaturen und weitere Faktoren insgesamt günstiger sind und sie quasi durchwächst.

 

Eventuell ergänze ich nachher ein paar passende Fotos.

 

 Grüße Carsten

Edited by Dose
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Tobias Kulig
vor 1 Stunde schrieb Dose:

Im Winter halte ich den Wasserspiegel etwas tiefer, um die Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus etwas geringer zu halten

Naja, die paar cm machen den Bock aber auch nicht fett 😉

 

vor 2 Stunden schrieb Dose:

Eventuell ergänze ich nachher ein paar passende Fotos.

Auf jeden Fall! Immer her damit!

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Hier die Bilder aus dem Gewächshaus und aus dem Moorbeet von heute.

 

Links U.dichotoma und rechts U.cornuta

Sorry für die schlechte Bildqualität. Ich muss hier im Forum Speicher sparen.

Meine anderen Utris stehen in kleineren Töpfen in einer Euroschale und werden ebenfalls gelegentlich überflutet. Im Winter stehen sie bis zur halben Topfhöhe im Anstau.


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Tobias Kulig
vor 16 Stunden schrieb Dose:

Links U.dichotoma und rechts U.cornuta

Sorry für die schlechte Bildqualität. Ich muss hier im Forum Speicher sparen.

Meine anderen Utris stehen in kleineren Töpfen in einer Euroschale und werden ebenfalls gelegentlich überflutet. Im Winter stehen sie bis zur halben Topfhöhe im Anstau.

Ah, Du hast die hohen Haribo-Eimer gemeint (ich steh da eher auf "Red Band" 😁). Da hab ich auch noch 2 Eimer, die sind nur noch nicht leer gefuttert. Gute Idee! Wobei ich die früher auch für Invitro genutzt habe. 

Ja, das Plastikzeug findet immer eine gute Zweitverwendung, für was auch immer.

 

Was den Forum Speicher betrifft, bin ich auf "Picr" gewechselt und bin da sehr zufrieden.Ist sehr einfach und vor allem schnell in der Handhabung. Sonst wär mein Speicher vermutlich schon voll....

 

Gruß

Tobias

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Nordhesse
Am 20.1.2024 um 09:52 schrieb Dose:

Im Winter halte ich den Wasserspiegel etwas tiefer, um die Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus etwas geringer zu halten.

 

Moin,

 

das dürfte aber eigentlich egal sein wie hoch der Wasserstand ist, oder? Denn die Oberfläche, welche Wasser verdunstet ändert sich nicht.

 

 

 

Am 20.1.2024 um 07:33 schrieb Tobias Kulig:

Grüß Dich,

gerade U. cornuta gehört zu den Arten, die es leicht überflutet mögen. Sie wachsen meistens direkt an Ufern irgendwelcher Gewässer. 

Wie kultivierst Du sie denn aktuell? 

 

Meine Cornuta in den Beeten habe ich auch jedweils in die Schlenken gepackt und dort wuchsen sie zumindest sehr gut. Also teilweise komplett geflutet.

Im Haus halte ich sie aktuell bei ca 18-20 Grad und zusammen mit den Nepenthes unter Zusatzbeleuchtung.

Ich überflute sie immer bis zum "Untersetzer" randvoll und sobald max. 2-3cm weg sind, wird wieder komplett aufgefüllt.

 

Gesamtansicht

 

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Die "Pflanze"

 

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Hab mal ein Makro versucht aufzunehmen. Ich meine, dass ich da nun doch wieder paar Blattansätze vermute

 

IMG_20240121_104953.thumb.jpg.51cbc8bf603a3c1a65254f4519640d99.jpg

 

 

Ich muss dazu sagen, dass die U. cornuta bis vor einem oder zwei Monaten schon recht gut mit Sphagnum bedeckt war. Habe dieses so gut wie es ging komplett entfernt und versuche den Topf seitdem frei von allem anderen zu halten.

 

Hoffe sie packt es.

 

Bei den U. cornuta in den Beeten bin ich mir nicht zu 100% sicher ob es die kanadischen sind und sie den Winter locker wegstecken.

Vom Matze die wurde jedenfalls als kanadische verkauft und daher hoffe ich, dass sie gut wachsen wird und ich Teile davon irgendwann "aussetzen" kann 🙂

 

 

Schönen Sonntag euch 🙂

 

Lukas

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Tobias Kulig

Naja, das sieht eher aus wie "Stuhlgangprobleme". Ohne Blätter kenne ich U. cornuta jedenfalls nicht, ich hatte sie auch schon. Vielleicht sind das nur so ne Art "Überwinterungsstolone" und Blätter kommen erst wieder, wenns wärmer ist. Keine Ahnung.

 

Meine hatten immer regelrechte Matten und standen klatschnass. Aber halt im Haus in einem Terra.

 

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Oh Tobias, wenn du solche Stuhlgangprobleme hattest bzw. kennst -

dann tippe ich auf Spulwürmer durch übermäßigen Torfverzehr 😂👌🏻

 

Lukas, die U.cornuta ist völlig in Ordnung. Wieso weiß ich das? Weil sich Amseln eine Zeit lang im Moorbeet ausgetobt haben. Die aufgewühlten Torfbrocken, der von U.cornuta besiedelten Flächen, schauten genauso aus. Sie wächst zunächst unterirdisch knapp unter der Oberfläche und schiebt dann die Blätter.

So breitet sie sich aus und das machen ja (fast) alle Uticularia so. Von daher passt das mit deiner Beobachtung zu den Stolonen. Falls du die Möglichkeit hat, dann stelle sie ruhig kühler.

 

Viele Grüße

 

Carsten


P.S. Die benetzte Fläche wird schon geringer. Trotzdem verdunstet nach wie vor etwas über die feuchte  Oberfläche des Substrates. Meiner Erfahrung nach aber etwas weniger.

Edited by Dose
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