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Ralf Mößle

Meine andere, schuppige Leidenschaft

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partisanengärtner

So ein Riese hat schon was sehr majestätisches. Ehrfurchtgebietend ist sicher nicht übertrieben.

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Tobias Kulig

Sehr geil!!! Reptilien haben mich schon immer fasziniert!! Als Kind und Jugendlicher hab ich immer Frösche, Molche, Eidechsen, Ringelnattern und so gesammelt! Diese Tiere haben mich nie losgelassen und faszinieren mich noch heute.

Vielleicht hab ichs auch überlesen, aber haben diese großen Riesenschlangen nicht ein gewisses Gefahrenpotenzial, vor allem alleine? Einmal beißen, 2-3x wickeln und dann fängts an, daß die Rippen brechen........Du bist ja schon sehr erfahren, aber hattest Du schon mal einen Vorfall, wo es mal wirklich knapp wurde???

Würde mich freuen, wenn ich die Tiere mal live sehen könnte. Ich wohne bei Dir um die Ecke (ca. 20km).....

Gruß

Tobias

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Ralf Mößle

Bevor in weiter schreibe, möchte ich kurz auf die Fragen eingehen.

Die Tiere leben set 2004 bei mir.

Ein guter Freund ist, ich denke, das ist nicht übertrieben, ein Experte für Reptilien Krankheiten. Bei dem sind meine Tiere in besten Händen. Ein Transport eines so großen Tieres ist sehr problematisch, eine Untersuchung in einer fremden Umgebung nicht ratsam... Nicht zu kontrollieren. Im Notfall gibt es einen Hausbesuch. Grundwissen zu Erkrankungen und vor allem deren Behandlung ist jedoch absolute Notwendigkeit.

Giftschlangen sind sehr viel kleiner, die Reichweite begrenzt. Hier kann man sehr gut mit Haken und Zangen eine Notwendige Distanz zwischen Mensch und Tier aufrecht erhalten. Bei großen Tieren ist das leider nicht mehr möglich. Durch die lange Pflege meiner Tiere kenne ich jeden einzelnen Charakter, und kann vieles einschätzen. Das ist, wenn man so will, meine Lebensversicherung.

Herrmann, ich achte sehr darauf, das kein Karnivoren Thema wegen meinen Beiträgen hier untergeht, oder nicht ausreichend wahr genommen wird. Ich werde auch noch auf Gefährdung und Bedrohung durch Lebensraumverlust dieser im gesamten indomalayischen Archipel verbreiteten Art eingehen. Dieses deckt sich mit den Grundsätzen der G.f.P., und ist von daher nicht ganz verkehrt. Und vielleicht ist es für den ein oder anderen, der sich auf die suche nach Nepenthes begibt, auch interessant, etwas über ein typisches, und stark bedrohtes Faunenelement kennen zu lernen.

In diesem Sinn, vielleicht schon heute abend mehr.

Viele Grüße, Ralf

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Sandra N

Was für ein Tier! Ich bin absolut geflasht! Ich kenne mich in dem Bereich überhaupt nicht aus, aber ich glaube kaum, dass ich vorher schon mal so ein riesiges Tier in Privathaltung gesehen habe! 
Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen: Bloß keine falsche Scheu und immer her mit den Bildern und Berichten. Wie sonst soll man seine Mitmenschen besser kennen lernen, wenn nicht über sowas? Solche Berichte haben einfach ein extrem großes Lernpotential und wer weiß, vielleicht findet sich durch Zufall noch der ein oder andre weitere Schlangenhalter ;) 

 

Hut ab! 

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Ralf Mößle

So, weiter gehts.

 

Es ist natürlich eine besondere Verantwortung, solche Tiere zu pflegen, das ist mir durchaus bewusst. Besonders mit meiner Frau gibt es immer wieder Streit deswegen, dennoch erträgt sie meine Faszination. 

 

In den frühen Jahren der Schwarz-Weiß-Filmerei sind einige sehr fragwürdige Dokumentationen entstanden. Man hat damals bewusst wilde Tiere aufeinandergehetzt, und diese miteinander kämpfen lassen. Diese Filmchen spielen meist in natürlicher Umgebung, die Tiere selbst stammen zeitweise aus unterschiedlichen Kontinenten. In einem Film wurde ein Tiger!!! auf einen großen Netzpython losgelassen. Beide trennten sich nach einigen heftigen Attacken wieder voneinander, woraufhin sie eingefangen wurden, und wahrscheinlich zum nächsten Duell gebracht wurden.

In einem anderen Filmchen war es ein Leopard, der auf einen Tiger losgelassen wurde, zur gleichen Zeit ließ man wieder einen Netzpython los, der sich jedoch ruhig ins Gras legte. Nach wenigen Aktionen trennten sich die beiden Raubkatzen. Im hohen Gras hat der Leopard jedoch den Netzpython übersehen, und kam diesem zu nahe. Dieser hatte keine Probleme damit, die sehr viel größere Raubkatze zu erdrosseln...doch kurz danach wurde er abermals, geschwächt von der Aktion, eingefangen. 

Diese Filmchen habe ich vor vielen Jahren in einem amerikanischen Forum gefunden, durch einen PC-Crash leider verloren. Dürften jedoch auf Youtube noch zu finden sein. Da ich mich klar von solchen Aktionen abgrenze, habe ich nie wieder danach gesucht.

 

Diese Filmchen zeigen jedoch die Urgewalt, die in so einem Tier steckt. Und dementsprechend fragt man sich, wo die Grenzen sind. Immerhin wurde die längste Schlange der Welt, ein Netzpython mit dem Namen Colossus, mit 9m Länge angegeben. Dieses außergewöhnliche Tier lebte im Zoo von Pittsburgh, und wog 145 kg. Dieser Rekord hielt bis ins Jahr 2012...

Bis dahin glaubte man tatsächlich, das Netzpythons wie auch die Große Anakonda 9m lang werden können. Doch entsprechende Belege hierfür fehlten. Lediglich einige historische Angaben zeugten von so großen Tieren. So begannen ein paar amerikanische Herpetologen, diesem sagenumwobenen Tier namens Colossus nachzugehen, und entdeckten Erstaunliches. In einem schriftlichen Kontakt bestätigte der damalige Zooleiter, das Colossus ein Männchen gewesen sei. Wenn man jetzt bedenkt, das Weibchen erwiesenermaßen 30% länger werden als Männchen, müsste die mögliche Endgröße bei +12m anzusiedeln sein...komplett unwahrscheinlich. Weitere Dialoge mit den Pflegern von Colossus ergab, das dieses Tier viel zu wild war, um es jemals vermessen zu können. Seine Länge wurde lediglich geschätzt. Die Recherchen ergaben, das Colossus, nach seinem Ableben vermessen,  tatsächlich "nur" ca. 6,35m lang war. Jetzt ergibt auch das eher geringe Gewicht bei 9m Länge einen schlüssigen Wert.

Diese Erkenntnis brachte ein ganzes "Weltbild" ins Wanken. In gleichem Atemzug wurde der populärste Tigerpython mit Namen "Baby" von Lou Daddano auf seinen Wahrheitsgehalt hin untersucht. Je nach Literatur wurde diesem Tier 8,22m Länge bescheinigt. Tatsächlich konnte Lou selbst diese Aussagen richtig stellen. Als ein Journalist Lou zu Lebzeiten von "Baby" seinerzeit besuchte, weil dieser eine enorm große Schlage pflegte, atwortete er auf die Frage, wie groß dieses Tier denn sei, mit "approximately 20 feet long" (ungefähr 6,...m lang). Aus diesen Angaben wurde dann im Laufe der Zeit, und diverser Umrechnungsschwierigkeiten, bis zu 8,22m, je nach Lektüre. Das Gewicht wurde mit 182,8 kg angegeben, was absolut glaubwürdig ist, denn ein Bild vom frisch euthanisierten Tier zeigt ein enorm fettes Tier, jedoch nur mit einer Länge von 5,74m, und ca. 130 Kg. Diese Werte wurden direkt, nachdem das Tier eingeschlafen war, ermittelt. Das dazugehörige Bild  zeigt ein enorm kräftiges Tier, das jedoch schon über 40Kg Gewicht aufgrund einer Krankheit verloren hatte. zu Lebzeiten muß dieser Tigerpython eine Walze sondersgleichen gewesen sein.

 

Und genau dieser Umstand ist es, der so viele Angaben falsch macht, und regelmäßig mögliche Rekordtiere jenseits der 6m Marke lediglich als durchschnittliches Tier entlarvt. Mit zunehmender Größe und vor allem Masse ist es für Außenstehende nur noch sehr schwer, einzuschätzen, wie groß das Tier letzten Endes wirklich ist. In den letzten 10 Jahren bin ich zahlreichen "Rekordtieren" nachgegangen, habe Fotografien ausgewertet, und zum Teil die Tiere selbst angeschaut. Hierbei sind meine eigenen Aufzeichnungen über meine Tiere, die alljährlich im Februar aufs Neue vermessen werden, die wichtigste Grundlage, um solche Bilder und auch die Tiere vernünftig einschätzen zu können. Eine andere Möglichkeit, das eigene Vermessen, bleibt leider nur in den allerseltensten Fällen. Denn große Tiere sind unbezahlbar. Sie sind Attraktionen in jedem Zoo, und diese lassen sich das Ganze eine Menge kosten. Niemand hat ein Interesse daran, das die gigantische Schlange, auf die man vor Stolz fast platzt, lediglich als durchschnittliches Exemplar geoutet wird, das zudem deutlich kleiner ist. Vor ein paar Jahren verkaufte ein amerikanischer Züchter beispielsweise einen angeblich 7,5m langen Netzpython für 34.000 Dollar an den Pittsburgh Zoo. Auf dem Foto, das in der Zeitung gezeigt wurde, zweifelte ich schon an der Länge, auch, wenn die üblichen Tricks zur "Vergrößerung" zu sehen waren (Viele Menschen stehen eng beieinander, ungünstige Perspektive, die das Ganze verzerrt, usw). Bei meinen weiteren Recherchen stieß ich auf ein Video, wo das Tier vor laufender Kamera vermessen wurde, mit gerade mal 5,94m. Der Zoodirektor dürfte danach in erhebliche Erklärungsschwierigkeiten gekommen sein. 

 

In Osnabrück ist vor Jahren auch ein sehr großer Netzpython aufgetaucht, der für die Serie "Wildes Wohnzimmer" vor der Kamera vermessen wurde. Ergebnis: 7,10m. Ich machte mich ein Jahr später auf, dieses Tier live zu sehen, und war schockiert. Nicht nur die gesamten Räumlichkeiten wirkten viel kleiner als im Fernsehen, auch das Tier selbst war maximal etwas über 6m...und somit keinesfalls "Europas größter Netzpython".

 

Warum also diese ganzen Verschönerungen bei der Größenangabe? Ganz einfach, weil es eine ganze Menge Publicity bringt. Der Züchter aus Osnabrück konnte eine deutliche Absatzsteigerung bei seinen Nachzuchten verbuchen, weil auf einmal jeder ein so großes Tier haben wollte. Zudem verlangte er anfangs noch 4, später 5 Euro Eintritt, um seine "Farm" besichtigen zu dürfen. Zahlreiche Menschen haben seitdem seine Zuchtanlage begutachtet. Nachdem das Tier vor 3 Jahren etwa gesundheitlich bedingt (bei alten Schlangen steigt das Risiko einer Tumorerkrankung sprunghaft an) verstarb, ist vor etwa einem Jahr erneut ein großes Tier eingezogen. Laut Aussagen derjenigen, die es gesehen haben, keinesfalls ein Rekordtier, auch, wenn es wieder als solches vermarktet wird. 

 

Auch viele Tiere in zoologischen Einrichtungen werden größer gemacht, als sie wirklich sind. So lassen sie sich besser "verkaufen". Hin und wieder steckt aber gar keine Absicht dahinter, die Tiere selbst werden einfach nicht vermessen, sondern die abgestreifte Haut. Das diese sich jedoch bis zu 50% dehnt während des Häutungsprozesses, wird oft unbeachtet gelassen. In all den Jahren habe ich mir nicht gerade viele Freunde gemacht, als ich sie auf diesen Umstand hingewiesen habe. Auch die Erläuterung, das ein 7m langes Tier deutlich mehr wiegen müsse als 35 Kg, wurde meist mit der Aussage abgetan, "du hast doch eh keine Ahnung". Nun, vielleicht nicht, aber Tiere in verschiedenen Größen mit relativ genau ermittelten Daten, die eine realistische Einschätzung zulassen:-)))

 

Ein interessanter Kontakt mit einem Engländer namens Steven Dawson hat bestätigt, was ich schon lange vermutet habe. Wirklich erwiesen ist lediglich eine Länge von 7m, vielleicht etwas mehr. Alle bekannten Tiere wie "Samantha" (Weibchen mit über 8m) oder "Barney"(Männchen mit knapp 7m) haben sich als unglaubwürdig erwiesen.  

Dennoch ist eine Aussage zur möglichen Endgröße nicht möglich, denn nur weil man kein glaubwürdiges Exemplar jenseits der 8m gefunden hat, heisst es nicht, das es sie nicht gibt. Oder besser, gab. Denn der Einfluß von vorhandenem Nahrungsangebot auf die Maximalgröße ist erwiesen, doch der Lebensraum für diese sehr aktive Schlangenart ist stark bedroht. Gut möglich, das wir die Population mit dem größten genetischen Potential bereits ausgerottet haben.

 

Raum für Spekulationen ist dennoch gegeben. Die Vielfalt genetisch bedingter Mutationen wie Amelanismus, die umgangssprachlichen Albinos, ist immens. In den letzten 20 Jahren wurden mindestens 30 verschiedene Mutationen gefunden. Und hier haben vor allem die dominant veranlagten Erbgänge bislang ein einzigartiges Wachstumspotential gezeigt. Hier findet man fast schon regelmäßig Tiere mit 6m Länge und mehr. Das aktuell größte Tier in Gefangenschaft, das glaubwürdig vermessen wurde, ist eben in der Pflege von Steven Dawson in England, und ist laut seiner Aussage 6,67m. Bilder, die er mir zugeschickt hat, bestätigen diese Angaben.

 

Anzumerken ist noch, das eine Längenmessung an einem lebenden Tier immer ungenau bleibt, wenn jedoch im Rahmen von 15-20cm. Die Messungen letzten Februar ergaben 6,35m und 6,15m bei meinem großen Männchen. Wenn man jetzt bedenkt, das Weibchen bis zu 30% größer werden können...das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, was die Endgröße angeht.

 

Gesichert ist jedoch, das die Körperstatur in Verbindung mit der Lebensweise den Netzpython zum einzigsten verbliebenen Konkurrenten der Großen Anakonda um den Längenrekord macht. Dazu ein andermal mehr.

 

Bilder kann ich leider nicht zeigen, da die meisten aus diversen Quellen im Internet sind, und ich mir wegen der Urheberrechte unsicher bin. Wenn ihr jedoch ein Bild findet, zu dem ihr gerne mehr wissen würdet, schickt es mir zu. Ich kenne die meisten, und kann eine realistische Einschätzung geben.

 

Zum Abschluß noch ein paar Worte zum Thema "der Mensch steht auf der Nahrungsliste". Wer aufmerksam mitgelesen hat, bei soviel Text sehr schwierig, das ist mir klar, der erkennt die Puzzleteile, die diverse Berichte glaubwürdig machen, wenn auch der Großteil der meist fotografischen Beweise manipuliert bzw gestellt sind. 

Zwei Herpetologen haben über einen Zeitraum von 150 Jahren 20 dokumentierte Fälle von Übergriffen eines Netzpython auf einen Menschen allein auf der Insel Sulawesi zusammengetragen und dokumentiert. Doch auch auf Java und Sumatra wurden sehr große Tiere entdeckt.  Dazu ist zu sagen, das der Mensch aufgrund seiner aufrechten Gangart nicht ins Beuteschema passt. Aufgrund des sehr uneffizienten Stoffwechsels kommt es jedoch kontinuierlich, auch in heimischer Pflege, zu übermotivierten Angriffen, auch auf den Menschen. Getreu dem Motto "erst erdrosseln, dann schauen, ob fressbar". Allzu schnell werden die körpereigenen Reserven aufgebraucht, und das Erbeuten von Nahrung wird überlebenswichtig. Zum Vergleich: ein 6m langes Tier in Gefangenschaft hat meist über 100kg Gewicht, ein freilebendes Exemplar bringt es höchstens auf die Hälfte. Die Notwendigkeit, Beute zu machen, ist hier um ein vielfaches höher. Nicht selten geht es um das eigene Überleben der Schlange, so, das ihr oft keine andere Wahl bleibt, als jegliches potentielles Beutetier zu attackieren, egal, ob ein Sulawesischwein oder der Fuß eines Menschen. Seine schlanke Figur ist hier ein großer Vorteil, denn so kann es die Beute sehr schnell vollständig umwickeln, und so Gefahr für das eigene Leben abwenden. Der schlanke Körperbau ermöglicht zudem dem Netzpython eine einzigartige Geschicklichkeit, sich seine Beute zurecht zu quetschen. Hierbei ist der Schultergürtel, wie lange Zet geglaubt, kein unüberwindbares Hindernis, denn mit Hilfe der Körperschlingen ist es dem Netzpython möglich, die Schultern nach vorne zur Brust hin zu quetschen. Ist somit der Kopf erst einmal gefunden, stellt die Beckenregion das größere Hindernis dar. Während des Schlingversuches jedoch sind Würgeschlangen allgemein in der Lage, den an flexiblen Bändern aufgehängten zweigeteilten Unterkiefer entsprechend zu dehnen, und so Beute bis zum doppelten, je nach Körperbau sogar bis zum dreifachen Durchmesser zu verschlingen. Die Kopfgröße der Schlange spielt hier eine entscheidende Rolle. 60kg schwere Beute ist nachgewiesen worden, sogar mehrfach. Ein kleinwüchsiger, hagerer asiatischer Mensch mit etwa 50kg ist somit im Gegensatz zu einem Durchschnittseuropäer kein unüberwindbares Hindernis, vor allem, da der Kopf mit zunehmendem Alter weiter wächst, wenn auch nur langsam, hingegen das Längenwachstum beinahe zum Stillstand kommt. Da der Stoffwechsel jedoch ebenfalls stetig uneffektiver wird, steigt der Nährstoffbedarf mit dem Alter ins Unermessliche, die Vitalität sinkt, körpereigene Reserven werden zunehmend abgebaut. Das Ende ist, die Schlange verhungert schließlich.

 

Mir sind glaubwürdige Berichte mit Fotos dazu bekannt, ich möchte diese hier jedoch aus ethischen Gründen nicht zeigen. Es soll kein falsches Bild entstehen. 

 

Erwähnen möchte ich jedoch noch, das in menschlicher Obhut gepflegte Tiere sehr viel besser genährt sind, wie freilebende Tiere. Ernsthafte Übergriffe sind zwar vorgekommen, doch zumeist in den USA, wo die Menschen selbst große Tiere frei in der Wohnung pflegen, ohne Terrarium. Eine Box, wo man das Tier des nachts einschließt, ist ebenfalls nicht überall die Regel...vermutlich verlassen sich alle auf ihr Waffenarsenal...kein Wunder, das es hier zu Unfällen kommt. Wer seine Tiere entsprechend pflegt, und die Bedürfnisse ausreichend berücksichtigt, der kann das Risiko eines Übergriffes auf ein Minimum reduzieren. Mein Vergleich bei sowas: Autofahren ist sehr viel gefährlicher, denn ich kann die anderen Fahrer nicht einschätzen. Meine Tiere hingegen schon...

 

Viele Grüße, und ich hoffe, der Text war dieses Mal nicht zu lange...

 

Ralf

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Matthias E.

Hallo Ralf,

tolles Tier!

Eine Frage hätte ich allerdings als nicht-Reptilienkenner.

Was würdest du machen wenn dich eine so riesige oder giftige Schlange tatsächlich in der Natur angreift?

Hut ab,

Matthias

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partisanengärtner

Wenn er allein ist im Normalfall sterben. Aber ein kühler Kopf kann rettend sein. Vermeiden ist das einzige  also nicht in unübersichtliche Bereiche eindringen, stampfend gehen, auch mit einem langen Stecken Gebüsche abklopfen wenn man da unbedingt hinmuß (Bei einer Mamba kann das allerdings einen Angriff auslösen) Aber wirklich sicher ist man eigentlich nicht. Allerdings sind Schlangenbegegnungen ziemlich selten. Man kann da wochenlang rumlaufen und keine einzige bemerken.

 

Als ich wegen einer jugendlichen Unbedachtheit in Bombay die Bibliothek aufsuchte um mehr über indische Schlangen zu erfahren hab ich in einer dicken Schwarte einiges über Giftschlangenbisse erfahren.

 

Ein großer Teil der Opfer von Schlangenbissen soll dem Buch zufolge auf ungiftige Schlangen zurückzuführen sein die oft deutlich agressiver sind. Die Opfer sterben dann unter Symptomen die eben Giftschlangenbissen sehr ähnlich ercheinen. Die dazugehörigen Schlangen waren oft erschlagen worden und standen zur Verfügung.

Da hat dann die Psyche den gebissenen gekillt. Wie gesagt war ein englisches Buch über indische Giftschlangen und da waren womöglich auch rassistische Vorurteile beteiligt. Aber der normale Inder kann nicht zwischen einer giftigen oder einer ungiftigen Schlange unterscheiden. Selbst Geckos und Skinke halten die gelegentlich für giftig.

Ödeme, Lähmungen und Herzversagen bringt die Psyche durchaus zuwege.

 

Ein gegenteiliger Fall war auch aufgeführt. Da überlebte ein Wilderer den Biss einer Königskobra die ihn  in den Oberschenkel biss. Er war noch mit Pulverhorn und Voderlader unterwegs. Der hat das Pulver auf die Wunde geschüttet und angezündet.

Wie dann die Wunde aussah möchte ich gar nicht wissen. Er hat es aus dem Dschungel geschafft. Diese womöglich größte Giftschlange die bis über 5 Meter lang werden kann ist nicht so leicht zu verwechseln.

Dazu muss ich allerdings sagen das viele Giftschlangen bei einem Abwehrbiss auch mal wenig bis kein Gift in die Wunde injizieren. Das haben mir diverse Giftschlangenhalter so mitgeteilt. Da waren allerdings keine Giftnattern dabei.

 

Die wirklich großen Riesenschlangen sollen relativ schnell ermüden. Aber sie gehen nachdem das Opfer erstmal bewegungsunfähig gemacht wurde ziemlich energiesparend vor. Jedesmal wenn das Opfer ausatmet wird ein wenig mehr zusammengezogen. Wenn Du ganz allein bist würde ich tief ausatmen damit es schneller geht.;) Das sollte einem Halter eigentlich nicht passieren.

Edited by partisanengärtner

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Ralf Mößle

Ophiophagus hannah, die Königskobra, gehört noch zu den umgänglicheren Giftschlangen, doch ist nicht weniger tödlich. Umso schockierender ist es, wie die Menschen, vor allem in Thailand, mit ihr umgehen. Allgemein ist der Umgang der asiatischen Bevölkerung mit Schlangen für europäische Verhältnisse unvorstellbar leichtsinnig. Große Netzpythons werden ohne jegliche Abgrenzung einfach auf ein Podest gelegt, und ganze Scharen von Menschen, darunter auch Kinder, betatschen das Tier einfach. Noch leichtsinniger ist der Umgang mit Giftschlangen. Diese werden fast immer ohne jegliche Schutzmittel wie Handschuhe oder gar Zangen einfach so angefasst. In Thailand "kämpfen" die Menschen mit Königskobras auf einer einfachen Matte von vielleicht 4x4m. Ringsum sitzen Zuschauer, auch viele Touristen, während der "Tänzer" die Schlange kontinuierlich reizt, und ihren Attacken ausweicht. Unglaublich. Wenn ich es nicht selbst bei GALILEO damals gesehen hätte, ich hätte es nicht geglaubt. In England ist vor wenigen Jahren ein sehr erfahrener Königskobrahalter von einem seiner Tiere bei einer ähnlichen Einlage trotz Schutzhandschuhen gebissen worden, und daran verstorben. Dennoch gilt es in manchen Kreisen als schick, Giftschlangen komplett ohne Hilfsmittel zu handeln. Diese Unart geht auf eine Frau in den frühen 30ern zurück, Grace Olive Wiley. Diese Frau hat tatsächlich allein aufgrund ihrer aufmerksamen Beobachtungsgabe Verhaltensmuster entwickelt, mit deren Hilfe sie alle ihre Giftschlangen, weit über 300, ohne Zwischenfälle anfassen konnte, selbst die sehr aggressiven Babys. Doch es ist bezeichnend, das sie durch den Biss einer Giftschlange verstarb, die sie erst kürzlich erworben hatte, und diese einem Journalisten zeigen wollte. 

Zur Königskobra sei gesagt, das sie zu den potentiellen Fressfeinden junger Netzpythons gehört. Aus diesem Grund leben gerade junge Tiere meist hoch oben in den Bäumen. Doch sind es nicht andere Tiere wie Warane oder Kobras, die die größte Bedrohung darstellen, sondern wie so oft die Umweltzerstörung, wobei ich jetzt auch zu dem Thema komme, warum das ganz gut hierher passt.

 

Nirgendwo auf der Welt wird der natürliche Waldbestand so schnell abgeholzt wie auf Indonesien. Reiseberichte von Bekannten berichten von unvorstellbar großen Ölpalmplantagen, für die unermesslich wertvoller Regenwald abgeholzt wurde und wird. Der Lebensraum des Netzpythons ist auch der vieler Tiefland - und Mittelhochlandnepenthes. Unsere Pflanzen können wir nur schützen durch das Schaffen von geschütztem Lebensraum, und dieser ist gleichzeitig natürlicher Lebensraum des asiatischen Netzpython. Beide Vorhaben sind also miteinander verbunden, und zusammen kann man stets mehr erreichen als alleine. Aus diesem Grunde denke ich, das dieses Thema sehr wohl in einem Forum angesprochen werden darf, das sich so aktiv für den Erhalt natürlicher Vorkommen einsetzt. Leider hatte ich noch nie die Gelegenheit, mir selbst vor Ort ein Bild zu machen, und wäre somit für weitere Informationen dankbar. Zudem bin ich der Meinung, das man mit sinnvoller Aufklärungsarbeit weit mehr erreichen kann, wie mit Petitionen und dergleichen, wie es in der Terraristik üblich ist. Ein solches Gemeinschaftsgefühl und Verantwortungsbewusstsein, wie ich es hier erlebe, sucht man dort vergebens. 

 

Eine ganz andere Art der Bedrohung möchte ich dennoch kurz ansprechen: die Lederverarbeitende Industrie. Der Netzpython wird aufgrund seines attraktiven Äußerem gnadenlos gejagt. Die Zahlen von für den Lederhandel abgeschlachteten Tieren bewegt sich um die 500.000 jährlich. Die Dunkelziffer dürfte jedoch fast um das Doppelte betragen. Die Tiere werden nicht nur unvorstellbar grausam getötet, sondern es werden bevorzugt junge Tiere um die 3m Länge gefangen, die noch nicht geschlechtsreif sind. Laut Aussagen einzelner Einheimischer und Händler sind einzelne Populationen bereits zusammengebrochen. Erschwerend kommt hinzu, das der Netzpython ein gigantisches Ausbreitungspotential besitzt, und weite Strecken frei schwimmend im Meer zurücklegen kann. Mit Hilfe von maritimen Strömungen erachten Wissenschaftler bis zu 300km als möglich. Das hat zur Folge, das sich auf einzelnen Inseln eigenständige Populationen etablieren konnten, die weder taxonomisch noch größenmäßig erfasst sind. Wir haben hier durchaus eine vergleichbare Situation, wie bei den Karnivoren, wo auch erst 20% erfasst sind. 

Aktuell ist der Netzpython im Washingtoner Artenschutzübereinkommen unter Anhang II gelistet, und gilt somit als gefährdet. Meiner Meinung nach gehört er schon lange in Anhang I, stark gefährdet. Die Bedeutung für die Terraristik ist im Übrigen in den letzten Jahren fast völlig zum Erliegen gekommen. Aus Amerika ist der Farbmorphenboom herübergeschwappt. Alles, was nicht irgendwie genetisch mutiert ist, ist nahezu wertlos. Der Export von wildfarbenen Netzpythons ist nahezu zum erliegen gekommen. Wildfarbene Netzpythons, die bei entsprechenden Verpaarungen herauskommen, werden inzwischen als Kobrafutter nach Russland verkauft. Eine sehr traurige Entwicklung. Und auch der asiatische Markt, vor allem Japan, bevorzugt ausnahmslos Einzigartiges. 

 

Zum Abschluß noch wahllos ein paar Bilder...Ansicht meines Terraraumes

 

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Bei der anschließenden Brutpflege. Hier konnte ich erstmals eine "aktive Brutpflege" nachweisen.

 

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Mein Nachzuchtmännchen, hier etwa 3,5m lang. So was bleibt nicht aus, und ist typisch für die Verhaltensweisen eines "Halbstarken"

 

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Mein großes Nachzuchtweibchen während der Verdauung. Das ein Tier ihre empfindliche und ungetarnte Seite so offen zeigt, ist sehr bemerkenswert. Die Rückenlage entlastet dabei die Organe.

 

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Und zum Abschluß eine Detailaufnahme der Mutter mit 2 ihrer Töchter. Die Varianz in der Hautzeichnung innerhalb eines Geleges ist giantisch. 

 

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Ich hoffe, es hat euch gefallen. Für weitere Fragen steh eich natürlich sehr gerne zur Verfügung. Und vielleicht achtet der Ein oder Andere bei seinem nächsten Karnivorentrip auch auf Schlangen...ich würde mich auf jeden Fall riesig über dementsprechende Berichte und natürlich Bilder freuen. Da der Netzpython gerad ein Hotelanlagen ein gern gesehener Gast ist, da er den Menschen nicht scheut, und ein erstklassiger Rattenvertilger ist.

 

Viele Grüße, Ralf

 

Die Beiträge zur Anakonda und zum Felsenpython inkl. Bilder folgen...

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Guest

Was ich geil finde, ist der Wissensdurst, den diese Schlangen haben, die lesen scheinbar alles :lol:

 

Da der Netzpython gerad ein Hotelanlagen ein gern gesehener Gast ist

 

ich habe gerade meine Frau gefragt, sie hat aber keine Zustimmung signalisiert.

 

Trotzdem interessant

 

Gruss

Peter

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Robert Seuntjens

Ich pflege seit nun 18 Jahren zwei Lampropeltis triangulum sinaloae. Die sind ein Bissel kleiner  :crazy: Habe früher auch noch Nattern gepflegt und gezüchtet. Ein tolles Hobby. Leider versucht man es uns zurzeit wegzunehmen. Gruß Robert

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Andreas S.

Der Mensch ist als Primat eine willkommene Beute für Fleischfresser und natürlich auch unbedingt für Riesenschlangen. Ein Affe, der auf 2 Beinen rennt, der macht selbst mir Appetit (Kicher). 

Edited by Andreas S.

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Ralf Mößle

So, weiter gehts. Ich will versuchen, das Ganze wieder möglichst anschaulich zu gestalten...

 

Der riesige Netzpython besiedelt den gesamten indomalyischen Archipel mit seinen zahllosen Inseln. Doch auch auf anderen Kontinenten konnten sich sehr große Schlangenarten entwickeln. Die Populärste ist dabei sicherlich die Große Anakonda, die in den tropischen Regionen Südamerikas vorkommt. Sie ist in vielerlei Hinsicht die unbestrittene Rekordhalterin, der Inbegriff einer großen, wilden Schlange. Zudem der erklärte Liebling der Wissenschaft, da sie sehr standorttreu ist. Leider ist sie auch Rekordhalterin in der Kategorie "unsinnige und falsche Vorstellungen".

 

Zuerst muß man wissen, das die Gattung Eunectes, in die die Anakondas eingruppiert sind, 4 Arten umfasst. Die da wären:

 

Die Große oder Grüne Anakonda Eunectes murinus

Die deutlich kleinere gelbe Anakonda, auch Paraguayanakonda genannt, Eunectes notaeus

Die lediglich auf der kleinen Insel Marajo im Amazonasdelta nachgewiesene deSchauensees-Anakonda Eunectes deSchauensees

und zu guter Letzt die von Lutz Dirksen entdeckte Beni-Anakonda Eunectes beniensis

 

Die beiden letztgenannten sind in der allgemeinen Terraristik bislang nicht aufgetaucht, die gelbe Anakonda ist so gut wie verschwunden. Lediglich die große Anakonda wird hin und wieder angeboten, die Zahl der langjährigen Pfleger ist sehr überschaubar. (Ich schätze, es sind unter 10 in Deutschland).

 

Hauptgrund ist schlicht die weit verbreitete Ignoranz in der Terraristischen Szene, neues Wissen anzunehmen, bzw sich eines Besseren belehren zu lassen, wie ich in zahlreichen Gesprächen immer wieder erkenne musste. Die in sehr vielen Quellen angegebene Endgröße von bis zu 9m lässt diese Art

für eine Pflege unter künstlichen Bedingungen schlicht als zu groß erscheinen. Doch dem ist definitiv nicht so, vielmehr ist sie eine geradezu ideale Terrarienschlange, auch, wenn optisch etwas unscheinbar. Die gelbe Anakonda ist aufgrund ihrer robusten Natur, in freier Wildbahn übersteht sie sogar leichten Frost unbeschadet, sogar eine ideale Anfängerschlange.

 

Doch betrachten wir erst einmal die Fakten. Erwiesen ist, das es innerhalb der Anakondas den größten Geschlechtsbedingten Größenunterschied im gesamten Tierreich gibt. Die Weibchen werden gut 2,5 mal so groß wie die Männchen, und um ein vielfaches schwerer. Männchen der großen Anakonda werden meist um die 2,5m, ältere und gut genährte Tiere bis zu 3m. Ausnahmeexemplare mit günstigen, genetischen Erbanlagen können bis zu 4m lang werden, doch bleiben in aller Regel wie die kleineren Männchen deutlich schlanker. Bei der gelben Anakonda werden Männchen meist nur um die 1,5m, wenn überhaupt. Männliche Anakondas wiegen meist zwischen 6 und 10 kg.

 

Die mögliche Endgröße für ein Weibchen ist umstritten, doch bis zu 9m werden als möglich erachtet. Hier muß ich dazu schreiben, das mir nicht eine einzige Anakonda bekannt ist, die nachgewiesen über 6m Länge hat(te). Als vielfach längster Beweis gilt eine Haut von, je nach Quellenangabe, 8,84m, von der der Kopf und die Schwanzspitze fehlt. Diese Haut wurde um die Jahrhundertwende von einer sehr großen Anakonda abgezogen, konserviert, und befindet sich inzwischen in einer Museumssammlung, wo sie noch heute begutachtet werden kann. Laut Aussage diverser Wissenschaftler wurde sie nicht gestreckt, die Schuppen sollen original übereinander liegen. Wobei hier wiederum fraglich ist, was wirklich kommuniziert, und was schlicht nur übernommen wurde.

Denn, schon eine minimale Differenz der einzelnen Schuppen zueinander kann sich aufgrund der Vielzahl zusammensummieren, und das Ergebnis deutlich verfälschen. Bezeichnenderweise sind keine Angaben zum Umfang vorhanden, um diesen sinnvoll zu ergänzen, und aufgrund der vorhandenen Werte einen Vergleich zu ziehen ob die vielpublizierte Längenangabe denn überhaupt realistisch ist. Aus diesem Grund erachte ich persönlich die genannte(n) Längenangabe(n) als unglaubwürdig.

 

Erwiesen ist jedoch, das es auch bei dieser Art, wie bereits bei sehr vielen anderen Schlangenarten bekannt, einen Zusammenhang zwischen durchschnittlicher Größe und Lebensraum besteht. Die große Anakonda ist in ihrer Lebensweise sehr stark ans Wasser gebunden, und verbringt den größten Teil ihres Lebens darin. Somit lässt sich erklären, das die Tiere aus den Überschwemmungssavannen der Laanos in Venezuela eine Durchschnittsgröße von lediglich 4-4,5m aufweisen, die Männchen dementsprechend kleiner. In diesen Regionen, wo es saisonal zur völligen Austrocknung der Gewässer kommt, graben sich Anakondas in den Schlamm ein, um nicht zu überhitzen. Dadurch ergibt sich eine verkürzte Beuteerwerbszeit, die sich auf das Größenwachstum niederschlägt.

Es ist davon auszugehen, das in den regenreichen Gebieten, besonders in unmittelbarer Nähe der großen Flüsse, dieser limitierende Faktor zur Größenentwickung fehlt, weswegen hier die größten Anakondas zu finden sein dürften. Da hier feldherpetologische Arbeiten jedoch deutlich aufwendiger sind, zudem die Anzahl gefunder Tiere deutlich rarer, hat sich die Wissenschaft bislang vorrangig auf die Laanos sowie Museeumsarbeit konzentriert. Das bedeutet wiederum, das es durchaus sehr große Anakondas geben kann, erwiesen ist dieses jedoch nicht. Vielleicht war es nur ein Zufall, doch bei seiner 5. Expedition in Südamerika, konnte ein Filmteam um Lutz Dirksen  während der Dreharbeiten zu den "Big Five Südamerikas" ein fast 6m langes Exemplar finden. In einem abgelegenen, vom Menschen unberührten Gebiet. Ein einzelnes, gefundenes Exemplar ist deutlich länger als über 1000 andere während einer Langzeitststudie dokumentierten Tiere aus den Laanos. Vielleicht nur Zufall...vielleicht aber auch nicht. Es bleibt genügend Raum für Spekulationen...und die zahllosen Berichte von riesigen Anakondas, mit dem Umfang eines Fasses, oder von solchen Ausmaßen, das sie nur durch massiven Beschuß einer Militäreinheit zur Strecke gebracht werden konnten. Meine Lieblingsgeschichte ist die eines idigenen Volkes, welches auszog, um Nahrung zu beschaffen. Eines Tages standen sie vor einer unüberwindbaren Mauer. Sie beschlossen, bis zum Ende dieser "Mauer" zu gehen. Als sie diese nach 2 Tagen erreichten, erkannten sie den Kopf einer riesigen Anakonda...

 

Die größten Tiere in menschlicher Obhut ist zum einen ein altes Weibchen mit Namen Edna, das bei einem guten Freund in Hamburg lebt, und ungefähr 5m lang sein dürfte. Diese Anakonda wurde bereits seit Jahren nicht mehr vermessen, was den Mythos um dieses Tier natürlich nährt, nicht zuletzt durch Film- und Fotoaufnahmen von und mit Andreas Kieling. Ich selbst habe keine Erlaubnis zum vermessen bekommen, mit der Begründung, sie nicht unnötig zu stressen. Die wirklichen Gründe dürften jedoch andere sein...welche, habe ich ja schon ausführlich angesprochen. Ein älteres Weibchen aus meinem Bestand dürfte jetzt ebenfalls so an die 5m haben. Weitere sehr große Tiere haben sich, wie so oft, bislang stets als vollkommen maßlose Übertreibung herausgestellt. Der Hauptgrund, neben der eigenen Sucht nach Anerkennung und Bewunderung, ist bei der Anakonda ganz besonders gut ausgeprägt. Denn sie ist die schwerste und massigste Schlange unter den großen Riesenschlangen (der asiatische "Blutpython" ist in Bezug auf seine Länge deutlich massiger, wird jedoch maximal 2m lang). Eine 3,5m lange Anakonda wiegt bei gutem Ernährungszustand 40-50kg, und täuscht deswegen unsere Wahrnehmung ganz besonders. Unsere Wahrnehmung zur Länge wird von der großen Masse derart getrübt, das eine schlichte Einschätzung der Länge OHNE bekannte Längen wie eine Schrankseite, Zeitungspapier auf dem Boden oder dergleichen schlicht unmöglich ist. Allzuoft werden so aus 3,5m langen Tieren "mindestens 5m". Meistens werden diese Tiere auch nicht gewogen, sondern man verlässt sich wiederum auf die eigene Wahrnehmung. Jetzt sind Anakondas aber Meister des passiven Widerstandes. Will man sie umsetzen, oder gar hochheben, lassen sie sich hängen wie ein Sack Kartoffeln, arbeiten sogar teilweise gegen den Pfleger. Dadurch wirken sie deutlich schwerer, als sie in Wirklichkeit sind. Das vermittelt einen falschen Eindruck...die Wirklichkeit ist meist jedoch stark ernüchternd, wenn aus "mindestens 70 Kg" dann lediglich 30kg werden.

 

Nach vielen Jahren der Anakondapflege, inzwischen seit 2006, zahlreichen Datenerhebungen und einem Drang zu realistischen Angaben fällt es selbst mir zeitweise noch sehr schwer, die Tiere entsprechend einzuordnen. Die von mir über die Jahre ermittelten Daten meiner Tiere bilden ein realistisches Bild, das dann zum Vergleich herangezogen werden kann. Neben dem Erfragen aller relevanten Angaben wie Umfang und Gewicht, darüber hinaus Fressgewohnheiten und Verhaltensweisen kann ich die tatsächliche Größe der vor mir befindlichen Tiere bzw von Erzählungen und Berichten relativ gut auf ihre Glaubwürdigkeit hin einordnen. Somit kann ich bestätigen, was viele Wissenschaftler inzwischen vermuten. Die wirklich großen Anakondas leben, wenn überhaupt, in den großen Flüssen und deren Deltas. Ein interessanter Forschungsansatz wäre hier sicherlich, sich auf Gebiete zu beschränken, die weitestgehend unberührt sind, und wo es ein reichhaltiges Beutevorkommen gibt. Denn die Anakonda scheut im Gegensatz zum Netzpython den Menschen.

 

Warum dem so ist, dazu ein andermal mehr. Zum Abschluß noch ein paar Bilder in gewohnt grausiger Qualität. Leider besitze ich nur eine einfache Bridge-Kamera, udn Schlangen halten selten still...

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Während einer Reinigungsaktion

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Babys sind bei Geburt zwischen 250 und 400 Gramm schwer, un dmeist zwischen 80 und 100cm lang

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Vor allem Babys graben sehr gerne

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Männchen klettern selbst im hohen Alter noch sehr gerne, Weibchen gehen mit zunehmender Größe zu einer bodenlebenden Lebensweise über, und klettern nur noch sehr selten

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Mein größtes Weibchen, damals ca. 4m lang

 

Viele Grüße, Ralf

 

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Marco Ebert

So. Ich hab hier mal ein wenig aufgeräumt. Über die Wiederveröffentlichung einiger Beiträge entscheidet dann die Moderation.

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Guest

Danke schön, Marco :-)

 

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung, Ralf.

Derweil lese ich fleißig  ;)

 

Sind das Kanalrohre aus Stahl, an denen deine Schlangen klettern? Hast du die verschweißt, damit die nicht durch das Gewicht aus der Muffe ziehen?

Edited by Wolfgang Liere

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Ralf Mößle

Hallo Wolfgang,

 

das sind 75er HT-Rohre für die Anakondamännchen. Bei den Großen habe ich 110er KG-Rohre verwendet, die ich an den Muffen verschraubt habe. Danach mit Gipsbinden umwickelt, eine Schicht Fliesenkleber aufgetragen, bemalt udn schließlich mit Epoxidharz versiegelt. Leider ist die Versiegelug nicht so dicht geraten...die permanent hohe Luftfeuchte hat teilweise die Gipsbinden angegriffen, so, das das Ganze stückchenweise abbröckelt. Die große Renovierungsaktion habe ich für nächstes Jahr geplant...

 

Für eine erfolgreiche Pflege, egal welcher Schlangenart, ist es unerlässlich, sich an deren Lebensweisen zu orientieren, und das Behältnis darauf auszurichten. So ist die Anakonda eine klassische Lauerjägerin, die den meisten Teil ihres Lebens im Wasser verbringt. Hierbei bevorzugt sie flache Abschnitte mit wenig bis gar keine Strömung. Hier verbringt sie teils mehrere Tage, ohne sich großartig zu bewegen. Diese standorttreue Lebensweise macht sie gerade bei Herpetologen sehr beliebt, dennoch sind viele Geheimnisse, gerade zur Lebensweise, noch unentdeckt geblieben.

 

Für eine Pflege unter heimischen Bedingungen ist dieser wassergebundenen Lebensweise unbedingt Rechnung zu tragen. Unter Terrarianern ist die sehr offene Pflege mit lediglich einer Trinkgelegenheit als einzigstes Inventar äußerst beliebt, für Anakondas hingegen bedeutet das puren Stress (Stress ist übrigens die Todesursache Nummer 1 für Schlangen in heimischer Obhut...mit sehr großem Abstand vor bakteriellen Erkrankungen oder Gendefekten durch konsequente Inzucht).

 

Zudem kann man zwischen Männchen und Weibchen zwecks Größe des Behälters unterscheiden.  Die sehr viel schlankeren und kleineren Männchen klettern sehr gerne, doch ist dieses nicht zwangsläufig notwendig. Für das Wohlbefinden jedoch sehr zuträglich. Ein Terrarium mit den Maßen 150cm Länge, 80cm Tiefe und etwa 100cm Höhe ist für ein Männchen zeit seines Lebens ausreichend. In einem größeren Becken können ohne Probleme auch mehrere Tiere der selben Art gepflegt werden. Für Weibchen empfiehlt sich aufgrund der zu erwartenden Größe eine deutlich größere Grundfläche von etwa 300cm mal 80cm. Die Höhe ist mit 80cm vollkommen ausreichend, da Weibchen aufgrund des kräftigeren Körperbaus nur über mangelnde Klettermöglichkeiten verfügen. Es ist für diese Art auch nicht nötig, gleich einen ganzen Raum auszubauen, denn im Gegensatz zu dem enorm aktiven Netzpython, der diesen Platz auch braucht aufgrund seines uneffizienten Stoffwechsels, verfügt die Anakonda über den vielleicht effektivsten Stoffwechsel aller Schlangen. Die Stoffwechselendprodukte sind selbst bei sehr großen Tieren und dementsprechenden Futtermengen mehr als überschaubar. Anakondas kommen im Gegensatz zum Netzpython mit einem Drittel der benötigten Futtermenge aus, und setzen dennoch deutlich mehr Masse an. Eine 5m lange Anakonda begnügt sich mit 20-25kg Futter im Jahr, ein Netzpython in der gleichen Größe wiegt in etwa die Hälfte, benötigt aber je nachdem was gefüttert wird, bis weit über 100kg, um ein adäquates Wachstum verzeichnen zu können.

 

Der nächste kontroverse Unterschied zwischen diesen beiden Arten finden wir in der Verhaltensweise. Die Anakonda ist aufgrund ihrer effizienten Futterverwertung sehr viel ruhiger und abwartender in ihren Aktionen. Während der Netzpython nach dem Motto: "Zuerst zubeissen, danach schauen, in was ich gebissen habe" verfährt, ist die Anakonda eher zögerlich, meist sogar scheu. Ist sie sich ihrer Sache jedoch sicher, z.B. bei der Wahrnehmung eines eindeutigen Futtertiergeruches, ist es sehr beeindruckend, mit welcher Kraft sie ihren Körper beschleunigen kann. Da die Fütterungen stets im Wasser geschehen, wird das Futter in manchen Fällen mit einer Konsequenz unter Wasser gerissen, die ihresgleichen sucht. Dieses ist nur sehr schwer zu beschreiben, doch selbst mir, der das schon hunderte Male gesehen hat, und weiß, was ihn erwartet, fährt jedes Mal ein gewaltiger Schrecken in die Glieder.

Nichtsdestotrotz sind Anakondas, abgesehen von diesen stürmischen Nahrungsaufnahmen, sehr ruhige und vorsichtige Tiere. Der vielbescholtene aggressive Ruf haftet dieser Art völlig zu Unrecht an. In all den Jahren wurde ich bislang nur in einzelnen Ausnahmesituationen gebissen. Neugierige Besucher bekommen von mir stets auf Wunsch eine Anakonda auf den Arm. Lutz Dirksen hat mit einer meiner Anakondas einen Auftritt in der Kindersendung Tigerentenclub gehabt, wo er mitsamt Schlange annähernd eine halbe Stunde zwischen den Kindern saß...ohne jegliche Vorkommnisse. Ein guter Freund hat einmal gesagt, Anakondas sind die sanften Riesen unter den Riesenschlangen. Das kann ich zu 100% bestätigen. Diese Art ist wirklich ausgesprochen ruhig und entspannt. Meiner Meinung nach verfügt die große Anakonda über die größte Intelligenz aller Riesenschlangen, wenn man die Reaktion auf bekannte Gerüche als Intelligenz abtut. Eine sagenhaft ruhige Art, die zudem ein idealer Terrarienbewohner ist.

 

Die völlige Ignorranz der breiten Terraristik zeigt sich in den zahllosen Gesprächen, die ich bislang geführt habe. Kommentare wie "Anakondas werden mir zu groß, die brauchen zuviel Platz. Ich züchte lieber Netzpythons" belegen, das der Nachzuchterfolg und der Wunsch, eine eigene Kreation zu züchten, jeden logischen Gedankengang außer Kraft setzen. Auch Zoologische Gärten zeigen vielfach den sehr aufwendig zu pflegenden Netzpython, statt sich dem Mythos Anakonda zu nähern. Alle Aufklärungsversuchen scheiterten bislang...sehr frustrierend über die Jahre.

 

Dabei gibt es gerade bei Anakondas noch so viel zu entdecken. Alleine das Paarungsverhalten ist einzigartig, aber auch die "Intelligenz" ist es allemal wert, weiter beobachtet zu werden. In den letzten Jahren konnte ich sowohl völlig neue Erkenntnisse zur Geschlechtsreife beider Geschlechter gewinnen und dokumentieren. So sind Weibchen bereits mit 2 1/2 Jahren geschlechtsreif, Männchen gar schon mit 15 Monaten. Beide Male konnte ich zudem ein Mindestgewicht ermitteln, die für eine Geschlechtsreife zwangsläufig notwendig ist. Auch zur Tragezeit konnte ich komplett neue Erkenntnisse gewinnen. Beim Netzpython gelang mir ein Nachweis der Möglichkeit zur Samenspeicherung, unter Anderem in Abhängigkeit zu einer misslungenen Brutpflege zwecks störender Einflüße.  Ebenso konnte ich im letzten Jahr ein besonders eindrucksvolles Ereignis dokumentieren, bei dem ein Weibchen während der Eiablage aufgrund störender Einflüße und in Abhängigkeit von ungenügenden Bedingungen diese deutlich sichtbar und fühlbar (bei Schlangen kann man abtasten, ob sich noch Eier im Eileiter befinden) eingestellt hat. Zu einem völlig untypischen Zeitpunkt, und kurz nachdem ich das Weibchen isoliert habe, hat sie unmittelbar nach der Isolation mit der Eiablage weitergemacht, und diese auch erfolgreich bebrütet. Der negative Einfluß von verschiedenen Ursachen auf die Eiablage und die Fortpflanzung ist somit nachgewiesen, und müsste nur noch publiziert werden.

 

Bei der gelben Anakonda ist ein Paarungsritual wie bei der großen Anakonda, wo sich mehrere Männchen um das Weibchen wickeln (fachlich ein Mating ball genannt) nur einmal überliefert worden (mündlich). Inzwischen habe ich mehrere geschlechtsreife Tiere, und werde mit eventuell in den nächsten Jahren versuchen, hier Licht ins Dunkel zu bringen. Aktuell jedoch ist ein Weibchen trächtig, wieder einmal ohne gesichertes Zutun eines Männchens...

 

Es gibt noch viel zu berichten, und nächstes Mal kommen auch wieder Bilder, versprochen. Dann werde ich wohl auch endlich einiges zum afrikanischen Felsenpython schreiben können. Eine faszinierende Art voller Vorurteile.

 

Grüße, Ralf

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Guest

Mal wieder ein richtig genialer Bericht, Ralf, vielen Dank dafür.

 

Zu deinen Rohren, Gipsbinden bei dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit sind immer eher suboptimal und HT-Rohre verspröden trotz UV-Stabilität auf Dauer doch, probiere es doch mal mit SML-Rohren, die sind wesentlich haltbarer.

 

Und die Verbindungen kannst du notfalls mit selbstschneidenden Schrauben immer noch sichern (sofern du die Übergänge nicht einfach verschweißt)

 

Die wiegen natürlich einiges mehr als Kunststoffrohre, also evt. bei langen, frei auskragenden Strecken dann noch Abhängungen in die Decke einbringen. Gibt es aber alles als Systemzubehör bei jedem HLS-Großhandel oder Klempner zu kaufen.

 

Grüße zurück

 

Wolfgang

Edited by Wolfgang Liere

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partisanengärtner

Als ich Anfang der 70er in Goa Wanderungen machte, erfuhr ich das ein Python in ein Hühnerhaus eingebrochen sei  und von dem Hühnerbesitzer erschossen werden sollte,

Als ich aber in das Dorf kam um den Python zu fangen war er leider schon tot.

 

Was vermutlich ein Glück war, da ich eigentlich keine Ahnung hatte wie ich ihn einfangen sollte.

 

 

Die Dorfbewohner standen in größerem Abstand um die Leiche und keiner wollte ihn anfassen. Sie hätten Angst das der Partner des Python denjenigen der ihn anfasste als Mörder töten würde.

In meiner jugendlichen Ignoranz war ich von solchen Gedanken nicht angekränkelt und so fragte ich ob ich ihn haben könnte. Niemand hatte was dagegen,

 

So versuchte ich ihn wegzutragen. Er war aber so schwer das ich mir nicht vorstellen konnte den auch nur hundert Meter zu tragen.

Mein Lager war mehr als 10 Meilen weg.

So schleppte ich ihn unter den Augen der Bewohner nur auf eine saubere Stelle und untersuchte ihn.

 

Die vielen langen Zähne in seinem großen Maul machten mir klar wie vermessen meine vorherige Rettungsabsicht war. Ich war ein starkes ziemlich durchtrainiertes Kerlchen, das dummerweise ziemlich eingebildet war auf seine Fähigkeiten mit Tieren umzugehen. Da hätte ich mich mit etwas angelegt...

 

Na ja zu der Zeit habe ich auch eine mir unbekannte Schlange über die Straße getragen ohne das die von meiner Berührung zurückgeschreckt wäre. War aber irgend was natternartiges und es war in der Nähe eines   Shiwa Heiligtums. Ich glaubte das sie mich dazu aufgefordert hat. Da war ich aber schon ein paar Monate allein zu Fuß unterwegs.....

 

Zurück zu meinem armen Python. Er war mir zu schwer und was ich dann mit der Leiche machen sollte war mir auch nicht klar.

 

Also beschloss ich Ihm die Haut abzuziehen.

Als ich damit begann wollte der   Mann mit dem Gewehr die Haut haben wenn ich damit fertig wäre. Selber abziehen wollte er sie aber nicht., die Rache des Python fürchtend.

Also beschloss ich mir ein Stück von der Schlange als Mahlzeit mitzunehmen.

 

Ein Stück hinter dem Kopf war die Haut ja schon teilweise weg (ich tat das ja zum ersten Mal und hatte keine Ahnung, (You tube war noch lange nicht erfunden)

Also säbelte ich an den weißen Strängen des Schlangenfleisches rum. Einen etwa ein Kilo schweres Stück Muskel konnte ich mir rausschneiden. War wie ein Bündel miteinander verwachsener Kabel, da ich das Rückgrat nicht angetastet habe.

 

Ich habe es dann gleich nachdem ich bei meinem Lager war in meinem Eisenwok braten wollen. Es schnurrte gleich zu einem gummiartigen Klumpen zusammen.

 

Mit zunehmender Zeit wurde er immer zäher. Roh war es schon schwer zu schneiden, aber nach meiner "Zubereitung" war es irgendwo zwischen Schuhsole und Hartgummi angekommen. Da ich mich dem Fleischspender verpflichtet fühlte, habe ich es mühsam mit meinem Fischmesser in kleine Stücke zersäbelt.

 

Auf diesen Bröckchen habe ich dann rumgekaut, konnte sie aber nicht mit den Zähnen zerteilen. nur etwas weicher wurden sie. Diese ganze Brocken habe ich dann runtergeschluckt. Nichts wurde weggeschmissen,

Einen Geschmack der über das Bratöl, Eisen vom Wok und die Gewürze hinausging kann ich nicht erinnern.

 

Was dir Dorfbewohner mit dem Rest der Schlange gemacht haben weiß ich nicht. Vermutlich haben es die halbwilden Dorfschweine gefressen, oder die zahlreichen Geier die es damals noch gab.

Edited by partisanengärtner

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Ralf Mößle

Hallo Axel,

vielen Dank für diesen Beitrag, ich liebe solche Anekdoten. Ich vermute mal, das es ein Tigerpython war, den du gegessen hast. Besonders interessant finde ich die kulturelle Bedeutung von Schlangen in der Gesellschaft. Dazu schreibe ich etwas, wenn es um den Felsenpython geht.

Grüße, Ralf

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partisanengärtner

Das vermute ich auch, das es ein Tiger war. Gibt es davon eigentlich eher graue Morphen? In meiner Erinnerung sind das eher verschiedene Grauabstufungen mit Schwarz und fast Weiß. Es war aber anno 72, da kann die Farbe auch verblasst sein ;)

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Ralf Mößle

Hallo Axel,

 

ja, gibt es. Ich vermute jedoch, du hast einem molurus die Haut abgezogen, also einem hellen Tigerpython. Ist eine von 3 Tigerpythonarten...

 

Grüße, Ralf

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partisanengärtner

 

 

Dioe Python war in Südindien Goa

Bei diesen ganzen Filmen darf man nicht vergessen dass da noch eine spirituelle Komponente dabei ist. Die Schlangen sind in diesen Religionen ein wichtiger Teil und  der Umgang damit ist ein Beweis für die spirituelle Integrität der Schlangen"beschwörers"

Das wird von diesen Filmen nicht transportiert und kommt hier leichtsinnig und angeberisch rüber. Natürlich ist das auch eine Komponente wenn so was in der Öffentlichkeit gemacht wird.

In Indien werden die Schlangen ja von bestimmten Kasten gefangen und vorgestellt. Da haben schon kleine Kinder Umgang mit wilden Giftschlangen.

Meist sind auch die Giftzähne nicht entfernt worden im Gegensatz zu dem was oft publiziert wird.

Die Zuschauer fühlen sich in Gegenwart dieser „besonderen“ Menschen sicher. Wenn dann ein verrückter Westler eine 2 Meter Rattenschlange (ungiftig) aus einem Sack zieht springen die gleichen Menschen meterweit weg.. Der hat natürlich nicht den Nimbus des auserwählten.

Aber dann selbst in der Großstadt eine Intimsphäre die sonst unmöglich ist.

Artenkenntnis haben fast ausschließlich Wissenschaftler und diese besondern Kasten.

 

Wenn man allerdings solche Filme wie den Krokodilehunter

https://www.youtube.com/watch?v=btZ_CxJnFTo

 

sieht  wird ein vernünftiger Mensch eine Gänsehaut bekommen.

 

Religiös brauchen wir auf den Hinduismus und den Buddhismus und den Isalam nicht herabsehen  Die Klapperschlangengottesdienste im Bibelbelt Nordamerikas sind legendär.

Da gibt es regelmäßig Todesopfer.

Der Umgang mit großen Klapperschlangen ist dabei eine Art Gottesurteil über die Stärke des Glaubens.

http://www.mittelbayerische.de/panorama-nachrichten/tv-pastor-wird-opfer-des-schlangen-kults-21934-art1019659.html

Edited by partisanengärtner

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Ralf Mößle

56da94d882042_Bild1Felsen.thumb.jpg.f343

Hallo zusammen,

 

nach diversen Problemen (massig Überstunden, Internetcrash usw) kann ich heute endlich wieder etwas zu meinem schuppigen Hobby schreiben. und zwar dreht sich heute alles um den afrikanischen Felsenpython.

Das Bild oben zeigt ein sehr schönes Exemplar von etwas über 4m Länge, das in einem Reptilienzoo eines guten Freundes lebt. 

Der Felsenpython-komplex teilt sich in die 2 Arten Python sebae (nördlicher Felsenpython) sowie Python natalensis (südlicher Felsenpython) auf. Der breiteren Öffentlichkeit bekannt sind sie meist als Beigabe in Dokumentationen über afrikanische Wildtiere. Zudem sind sie ein beliebtes Fotomotiv auf Safaris, da Felsenpythons einen nur sehr gering ausgeprägten Fluchtreflex haben.

 

Der Trivialname ist Programm, Beide Arten überschneiden sich in ihren Ausbreitungsgrenzen jedoch im zentralafrikansichen Teil. Beiden Arten wird eine Endgröße von bis zu 8m zugetraut, für meinen Geschmack jedoch deutlich zu hoch gegriffen. Gerade bei der nördlichen Art ist man sich oftmals uneins, doch denke ich, sind 6m Maximallänge bei beiden Arten realistisch. Ach hier fehlen wirklich glaubwürdige Nachweise, wirklich erwiesene gibt es nicht. Zudem neigt diese Art wie der südostasiatische Tigerpython eher dazu, deutlich mehr in Masse denn in Länge zu investieren. Mein größtes Weibchen hat aktuell etwa 3,5m Länge, wiegt jedoch schon an die 40 kg...und somit soviel wie eine Große Anakonda. 5m oder gar mehr sind hier bereits unrealistisch...denn irgendwann steht die Masse einem weiteren Längenwachstum im Weg.

 

Die nördliche Art hat sich sowohl unter heimischen Bedingungen wie auch im Rahmen von Feldforschungen mittels Peilsender als relativ standorttreu erwiesen, der Bewegungsradius liegt meist deutlich unter einem Quadratkilometer, die südliche Art hingegen ist deutlich bewegungsfreudiger, was wohl auch an dem etwas schlankeren Körperbau liegt. Dennoch verfügen sie über ein großes Ausbreitungspotential, welches streng an das Vorkommen grabender Arten wie Warzenschweinen, Erdmännchen und dergleichen gebunden ist. Als wechselwarme Tiere sind sie besonders während der Tageshöchsttemperaturen auf einen kühlen Unterschlupf angewiesen, und verkriechen sich somit bevorzugt in diverse Erdbauten oder Termitenhügel. Nahrungstechnisch sind sie fast schon Opportunisten, fressen somit alles, was sie überwältigen können. Besonders beeindruckend sind stets Aufnahmen, wo ein Felsenpython eine Gazelle oder Impala verschlingt. Es ist zwar schwer nachzuweisen, doch dürfte der Felsenpython über das größte Schlingvermögen aller Riesenschlangen verfügen. Diese enorme Fähigkeit ermöglicht überhaupt erst eine so inaktive Lebensweise, wie man sie von der nördlichen Art her kennt. Dennoch steht der südliche diesem nur wenig nach. unbelegt sind Berichte, wo vereinzelte Tiere sogar Fische gefangen udn gefressen haben wollen. Hingegen sind Angriffeauf Elefanten wohl eher unter Selbstverteidigung abzulegen, wenngleich sie auch in diversen Quellen nachzulesen sind. Eine der häufigsten Fragen ist, we es diesen Tieren gelingt, die meist stattlichen Hornträger zu verschlingen. Ganz einfach: entweder sie brechen die Hörner mit hren Körperschlingen während des Schlingvorganges ab, oder sie werden einfach mit verschlungen (besonders bei kleineren Geweihen der Fall). die Magensäuren sind immens stark, die Hörner werden teilweise zersetzt, der Rest einfach ausgeschieden. Hier ist jedoch anzumerken, das es sch nicht um ein bewusstes Hörner-abbrechen handelt. die Schlange suchtinstinktiv anhand der Fellrichtung, udn aufgrund der geringen Größe und geeigneten Form für einen Anfang, nach dem Kopf der Beute. Während des Verschlingens wickelt sie sich um den Körper der Beute, um so einen besseren Druck ausüben zu können, udn das maul ausreichend zu dehnen. zugleich wird die Beute mit den Körperschlingen möglichst formgerecht zurecht gequetscht, udn dabei brechen eben meist die Hörner mit ab. Es ist somit kein bewusstes Handeln der Schlange.

 

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Ich pflege aktuell 2 Weibchen der nördlichen Art mit etwa je 3,20m Länge. Das Männchen ist mir leider voreiniger Zeit gestorben.

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Bei den Felsenpythons gab es bislang nur von der nördlichen Art eine genetsich bedingte Mutation, eine zeichnungslose Variante. dieses Männchen erwarb ich 2010 mit einem spalterbigen Weibchen. Beide haben zusammen mehrfach für Nachwuchs gesorgt, ehe mir das Männchen dieses Jahr an einer bakteriellen Infektion verstorben ist. Das Weibchen lebt noch heute bei mir, und ist aktuell eben ca. 3,50m groß, bei rund 40kg Gewicht. Aufgrund des sehr schlechten Rufes, der den Felsenpythons anhaftet, sind sie nur sehr selten in der Terraristik anzutreffen. Daran hat auch diese interessante Morphe "Patternless" nichts geändert. inzwischen wurde sogar ein albinotisches Männchen gefunden, welches jedoch bezeichnenderweise zu einer eher kleinen Züchterin nach England gewechselt ist. Von einer gestiegenen Popularität habeich bislang jedoch nichts mitbekommen.

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Hier sieht man sehr schön die Aftersporne des Männchens, mit denen er das Weibchen stimuliert.

Weiter geht es im 2. Teil...

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Ralf Mößle

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Ist das Weibchen trächtig, kann es bis zu 70 Eier, eventuell auch mehr, ablegen. Die Ablage kündigt sich an, indem sich das Weibchen einige Tage vorher mit dem hinteren Teil auf den Rücken dreht. Hierbei lösen sich die Eier von ihrer Position, und das Weibchen kann sie in Richtung Geburtskanal befördern. Anschließend wird das Gelege bebrütet für etwa 90 Tage. die Babys sind bei Geburt zwischen 60 und 70cm groß, und wiegen um die 100 Gramm.

 

Lange Zeit war es unbekannt, ob Felsenpythons aktive Brutpflege betreiben oder nicht. Vom sehr nahe verwandten Tigerpython diese zumindest bekannt, wo mittels Muskelkontraktionen die Temperatur innerhalb der Körperwindungen erhöht wird. Der sehr unpopuläre Felsenpython wurd ebislang nur vereinzelt in Gefangenschaft nachgezogen, und zumeist wurde das Gelege direkt künstlich bebrütet. Ich bin kein Freund dieser Einflußnahme, udn habe die Eizeitigung stets den Müttern überlassen. Und obwohl ich mehrere Gelege hatte, konnte ich keinerlei aktive Brutpflege beobachten. Dennoch sind Felsenpythons besonders fürsorgliche Tiere für ihren Nachwuchs. Vom südlichen Felsenpython ist bekannt, das die Mütter des morgens ihre Gelege verlassen, um sich in der Sonne aufzuwärmen. Dabei wurde herausgefunden, das sich die Mütter bis kurz vor den Hitzetod erwärmen, um anschließend zurück zu ihrem Gelege zu kriechen, dieses zu umwickeln, und so die Wärme an die Ungeborenen abzugeben. Nachd em Schlupf gehen Mutter und Nachwuchs für gewöhnlich getrennte Wege, doch wurde im Zug edieser Untersuchungen auch beobachtet, das die Mutter bis zur ersten Häutung der Babys bei ihrem Nachwuchs bleiben. Eine solch fürsorgliche Pflege des Nachwuchses ist von kener anderen Schlangenart bekannt. dieses verhalten wurde sogar filmisch festgehalten, udn ist im Rahmen einer Dokumentation zu sehen. Allerdings handelt es sich hier um einen Felsenpython der südlichen Variante, von der nördlichen Art war bislang nichts zur Brutpflege bekannt. Dementsprechend gespannt war ich, als ich die erste Eiablage entdeckt habe. Bislang konnte ich noch keine anderweitgen Afzeichnungen oder Erfahrungswert eausmachen, so das ich bislang wohl der Einzigste bin, der die Brutpflege bei der nördlichen Art beobachten konnte. Auffällig war hier, das auch diese Art sich sehr aufopferungsvoll um ihr Gelege gekümmert hat. sowohl das morgendliche Aufwärmen war vereinzelt wahrzunehmen, wie auch eine interessante Art, die Luftfeuchte zu erhöhen. Ist in der Natur in den Höhlen eine hohe Luftfeuchte aufgrund der kühleren Temperaturen nachgewiesen, so fehlte diese unter relativ konstanten Temperaturen. Das Weibchen versuchte diesen Mangel auszugleichen, indem se sich allmorgendlich udn zeitweise auch tagsüber ins Wasserbecken legte, um danach auf direktem Weg den noch nassen Körper um ihr Gelege zu schlingen. Auch ein vermehrtes Urinieren wärend sie um das Gelege gewickeltwar, war festzustellen. Und auch diese Art blieb bis nach der ersten Häutung der Babys bei diesen. Die Häutung erfolgt bei den Babys keinesfalls bei allen gleichzeitig, sondern auf mehrere Tage verteilt, udn so konnte ich beobachten, wie nach und nach die Babys den Eiablageplatz verließen, die Mutter jedoch bei den restlichen Babys verblieb. 

Insgesamt zeigen beide Arten ein faszinierendes Verhalten, das jedoch den schlechten Ruf keinesfalls wett zu machen versteht, weshalb dese hochinteressanten Arten immer noch Randerscheinungen in der Terraristik sind, und zumeist als Beiimport nach Deutschland kommen.

 

 

Leider kann ich aktuell keine weiteren Bilder hochladen, es kommt die Meldung "Du kannst nur 10 MB hochladen", doch die Bilder haben nur etwa 1,6...gilt diese Grenze pro Tag? Dann müsste ich euch in dem Fall vertrösten...doch mehr sind vorbereitet.

 

Viele Grüße, und ich hoffe, es hat wieder gefallen,

 

Ralf

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Kevin G.

Hallo Ralf,

 

Eine sehr schöne Leidenschaft und tolle Berichterstattung, die du hier betreibst! :) Ich komme ursprünglich aus der Zwerghamsterfraktion.

 

vor 48 Minuten schrieb Ralf Mößle:

Leider kann ich aktuell keine weiteren Bilder hochladen, es kommt die Meldung "Du kannst nur 10 MB hochladen", doch die Bilder haben nur etwa 1,6...gilt diese Grenze pro Tag? Dann müsste ich euch in dem Fall vertrösten...doch mehr sind vorbereitet.

 

Meines Wissens nach bedeuten die 10 MB, dass du diese Dateimenge pro Beitrag auf einmal hochladen kannst. Schau mal unter "Meine Dateianhänge", vielleicht ist dein Kontigent bereits erschöpft (200 MB können wahnsinnig schnell eng werden!). In diesem Fall müsstest du auf einen externen Bilderhoster ausweichen (Flickr, Directupload,...).

 

Gruß

Kevin

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Aurora
vor 2 Stunden schrieb Ralf Mößle:

Leider kann ich aktuell keine weiteren Bilder hochladen, es kommt die Meldung "Du kannst nur 10 MB hochladen", doch die Bilder haben nur etwa 1,6...gilt diese Grenze pro Tag? Dann müsste ich euch in dem Fall vertrösten...doch mehr sind vorbereitet.

 

Ich lade bei www.666kb.com hoch und füge den string dann hier ein, das klappt auch.

 

vor 2 Stunden schrieb Kevin G.:

Ich komme ursprünglich aus der Zwerghamsterfraktion.

Ja, als Hamsterhalter schaut man sich Schlangen immer mit anderen Augen an, wo doch viele der kleinen Kerlchen in den Kleinanzeigen als Schlangenfutter enden wenn man sie nicht rechtzeitig abgeholt bekommt...  

Ich verfolge die Berichte hier immer sehr gespannt! Vor Allem die Tatsache, dass die Schlangen von Ralf Hähnchenschenkel aus dem Supermarkt fressen finde ich super.

 

Die zeichnungslose Variante des Felspythons sieht interessant aus!

 

 

viele Grüße

Aurora

Edited by Aurora

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